Stand: 03.09.2026, 14:13 Uhr
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Keano Castiglione vergab in den ersten vier Spielen einen Elfmeter und mehrere Chancen. Seit seinem 2:1-Siegtor gegen Hausen traf der 22-Jährige dreimal in zwei Partien.
Langen – Als Keano Castiglione den Ball auf den Elfmeterpunkt legte, geriet er kurz ins Grübeln. „Um ehrlich zu sein, war ich ziemlich nervös. Wenn ich den nicht reinmache, kann das Spiel schnell wieder kippen“, erinnert sich der Stürmer des 1. FC Langen an die Situation vor seinem Strafstoß gegen Teutonia Hausen. Doch er traf gekonnt zum 2:1-Sieg und sicherte seiner Mannschaft drei wichtige Punkte in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost.
Damit war für Castiglione der Bann gebrochen. Zu Beginn seiner zweiten Saison beim FC Langen tat sich der 22-Jährige schwer und vergab in den ersten vier Spielen neben einem Elfmeter beim 1:4 gegen Germania Dörnigheim einige Chancen. Sein Siegtor in Hausen schien ihn jedoch beflügelt zu haben, denn in der Woche darauf traf er beim 5:3-Heimerfolg gegen den FSV Bad Orb gleich doppelt. „Als Stürmer zu treffen, ist natürlich immer besonders schön“, erklärt er.
Die Startschwierigkeiten hängen allerdings auch mit der neuen Spielklasse zusammen. „Es war zu Beginn der Saison nicht einfach, sich an die Liga zu gewöhnen. Hier geht es kämpferischer zu“, gibt Castiglione zu. Er kam erst im Sommer 2025 nach Langen und erlebte in seinem ersten Jahr den Abstieg. Die Gruppenliga ist für den ehemaligen Neu-Isenburger, der im Herrenbereich bislang nur die Verbandsliga kannte, daher völliges Neuland. Castiglione hat zudem das Gefühl, dass gerade vermeintlich schwächere Gegner gegen den Absteiger besonders motiviert sind. „Auch ich persönlich habe mich erst einmal schwergetan, damit umzugehen“, gesteht der Angreifer.
Zwar hat Castiglione laut Trainer Marco Betz „das Torjäger-Gen“, in der Langener Doppelspitze muss er aber auch andere Aufgaben erledigen. „Er arbeitet unheimlich viel für die Mannschaft. Das sehen nicht immer alle, aber er läuft den Gegner an, macht Bälle fest und reibt sich auf“, beschreibt Betz. Castiglione selbst sagt: „Ich stelle mich gerne in den Dienst der Mannschaft. Am wichtigsten ist es, dass die Mannschaft erfolgreich ist.“
Nachdem im Sommer einige erfahrene Spieler den FC Langen verlassen haben, müssen nun auch die jüngeren Akteure mehr Verantwortung übernehmen. Dazu gehört auch Castiglione, der in den Mannschaftsrat der Rot-Weißen aufgenommen wurde. Zwar ist der junge Stürmer erst seit einem Jahr Teil des Teams, hat sich in dieser Zeit aber einen hohen Stellenwert in der Kabine erarbeitet. „Ich merke, dass ich in meinem zweiten Jahr mehr Verantwortung trage. Das hat mir aber auch geholfen, mich hier noch besser zurechtzufinden“, sagt er.
Dass sich Castiglione aus seinem kleinen Formtief befreien konnte, kommt zur richtigen Zeit. Denn am Sonntag (15.15 Uhr) steht für Langen das wohl schwierigste Spiel der Saison an. Es geht zum Tabellenzweiten und Aufstiegsfavoriten KV Mühlheim. Trotz der Stärke des Gegners gehen die Langener optimistisch ins Spiel. „Ich kenne meine Mannschaft und weiß, dass sie vor solchen Spielen besonders fokussiert ist und ihre bestmögliche Leistung abrufen kann“, erklärt Coach Betz. Dennoch brauche es insbesondere in der Defensive eine bessere Leistung als in den vergangenen Wochen. Darin liege laut Betz der Schlüssel zum Erfolg: „Schaffen wir es, hinten stabil zu stehen und wenig zuzulassen, dann haben wir sehr gute Chancen, etwas mitzunehmen.“
Nach dem holprigen Saisonstart ist noch offen, ob auch der FC Langen ins Aufstiegsrennen eingreifen kann. Ein dritter Sieg in Folge, dazu noch in Mühlheim, würde die Ambitionen jedoch sicher nicht schmälern. „In dieser Saison gibt es viele Kandidaten für den Aufstieg. Wir haben bereits aufgezeigt bekommen, dass es sehr schwer für uns wird. Wir wollen uns keinen Druck machen und das Beste rausholen“, erklärt Castiglione die Marschroute. Drei Punkte gegen Mühlheim würden nicht nur dem Selbstvertrauen des Angreifers guttun.