Telekom BT spekuliert auf Milliardengewinne durch Kupfer – darum boomt der Preis des Metalls aktuell
Stand: 03.09.2026, 14:12 Uhr
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Kupfer ist gefragt. Anleger haben das Industriemetall schon auf dem Radar. Jetzt baut der britische Telekomkonzern BT sein altes Kupfernetz ab und will damit Milliarden verdienen.
London – Kupfer ist ein begehrter Industierohstoff und wird für eine ganze Reihe von Zukunftstechnologien – wie Künstliche Intelligenz, erneuerbare Energien oder Rechenzentren – in großen Mengen benötigt. Das treibt schon seit längerer Zeit den Kupferpreis an den Börsen in die Höhe, der zuletzt Rekordwerte erreichte. Davon will jetzt auch die britische Telekom BT profitieren und hat angefangen, ihr altes Kupfernetz abzubauen. Mit den alten Kupferkabeln könnte das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren bis zu zwei Milliarden Pfund verdienen, wie der Guardian berichtete.

Telekom BT stellt auf Glasfaser um – bis zu 200.000 Tonnen alte Kupferkabel könnten frei werden
Nach Angaben der Netzwelt hat die Telekom BT seit 2023 bereits 22.347 Tonnen Kupfer aus dem Boden geholt, die über den Recyclingkonzern EMR verwertet werden sollen. Insgesamt sollen nach Angaben der Tochtergesellschaft Openreach ca. 200.000 Tonnen Kupferkabel im Boden liegen, die man bis in die 2030er Jahre bergen könnte. Die Preise für das Industriemetall sind zuletzt auf bis zu 14.000 Dollar pro Tonne gestiegen. Telekom BT stellt, wie auch die Deutsche Telekom, ihr Netz zunehmend auf Glasfaserkabel um. Die alten Kupferkabel werden dann also nicht mehr gebraucht.
Steigende Nachfrage nach Kupfer trifft auf ein knappes Angebot
Da Kupfer in immer mehr neuen technischen Anwendungen benötigt wird, wird es eben auch zu einem knappen Gut. Wie der Focus berichtete, wird von der Ratingagentur S&P Global erwartet, dass die weltweite Nachfrage nach Kupfer von aktuell rund 25 Millionen Tonnen auf ca. 50 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2035 steigen wird. Auch die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass die weltweite Nachfrage nach dem Industriemetall bis 2040 um rund 30 Prozent zum heutigen Niveau höher liegen wird.
Wird die Kupferförderung nicht deutlich ausgebaut, könnten bis zum Jahr 2040 jährlich rund 10 Millionen Tonnen Kupfer fehlen. Diese Szenarien machen das Industriemetall nun auch für Anleger interessant. Wer auf Kupfer setzen will, hat dazu verschiedene Möglichkeiten. Neben Kupfer-ETCs, die den Kupferpreis nachbilden, kann man auch in Aktien der Kupferproduzenten investieren oder auf breit gestreute Rohstoff- und Bergbaufonds setzen.
Auch bei der Deutschen Telekom wird das Kupfernetz bald überflüssig
Auch in Deutschland wird zunehmend auf Glasfaserkabel umgestellt, die dann in Zukunft ebenfalls das deutsche Kupfernetz überflüssig machen. Die Deutsche Telekom hat jedoch keine Angaben dazu gemacht, wie viele Tonnen Kupfer man in Deutschland aus dem Boden holen könnte, wie Netzwelt mitteilte. Allerdings gibt es nach Angaben des Unternehmens auch hierzulande Bestrebungen, dass die Kabel generell recycelt werden sollen, sofern sich der wirtschaftliche Aufwand lohnt.
Wie viel Kupfer dabei insgesamt aus dem Boden geholt werden könnte, verrät die Telekom allerdings nicht. Das Unternehmen hat aber erklärt, dass alte Kupferkabel grundsätzlich geborgen und recycelt werden sollen, sofern sich der Aufwand wirtschaftlich lohnt. Das Ausgraben der Kupferkabel kann durchaus aufwendig und damit teuer sein. Deshalb bietet es sich in erster Linie auch dort an, wo bereits Bauarbeiten stattfinden. (Quellen: Guardian, Netzwelt, Focus) (sts)