Gastkommentar: Enteignung ist keine Wohnungspolitik
Die linken Enteignungsfantasien sind eine Art politisch Untoter der deutschen Politik. Dabei wäre das Ende sozialistischer Ideen der Anfang der Lösung des Problems, schreibt Wolfgang Kubicki.
FDP-Chef Wolfgang Kubicki: klarer Gegner von Verstaatlichungen. Foto: Dpa, Imago
Im Jahr 1972 traf das Politbüro der SED unter Führung von Erich Honecker einen folgenschweren Beschluss: 11.000 private und halbstaatliche Unternehmen in der DDR wurden enteignet.
Es war der finale Todesstoß für die Reste des Mittelstands in Ostdeutschland, der nicht schon vorher zerschlagen und enteignet worden war und sich jahrzehntelanger Drangsalierung durch die Machthaber entgegengestellt hatte.
Es war die letzte große Enteignungswelle der deutschen Geschichte. Honecker und sein Staat sind bekanntlich längst Geschichte, aber er hat Erben – und das nicht nur in ideeller Hinsicht. „Seine“ Partei, die nach diversen Umbenennungen und Verschmelzungen heute unter dem Namen „Die Linke“ firmiert, schickt sich an, das Thema Enteignungen wieder ganz oben auf die politische Agenda zu setzen.
Die linken Enteignungsfantasien sind eine Art politisch Untoter der deutschen Politik. So auch in der DDR, die 18 Jahre nach der letzten großen Enteignungswelle zugrunde ging und eine völlig marode Volkswirtschaft hinterließ.
Dazu kamen kaputte Innenstädte und eine über Jahrzehnte drangsalierte Bevölkerung, deren Fleiß und Einsatzbereitschaft für ein selbstzerstörerisches Wirtschaftsexperiment missbraucht und ausgebeutet wurden. Wirklich rein gar nichts spricht dafür, diese Experimente zu wiederholen.

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