Stand: 23.09.2026, 07:02 Uhr
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Die Gemeinde Feldafing muss ihre 60.000-Euro-Silos nach nur sechs Jahren ersetzen. Ob sie Regress fordern kann, ist laut Bürgermeister fraglich.
Feldafing – Nichts als Ärger. So lassen sich vielleicht am einfachsten die Erfahrungen beschreiben, die die Mitarbeiter des Feldafinger Bauhofs mit den im Herbst 2020 gelieferten Streusalzsilos hatten und haben. Und auch unter Mitgliedern des Gemeinderats gab es Kopfschütteln, als Bürgermeister Matthias Schremser in der jüngsten Sitzung die Situation schilderte. Fakt ist: Sechs Jahre nach der Anschaffung der Silos für gut 60.000 Euro müssen sie schon wieder ersetzt werden. 70.000 Euro stehen dafür im aktuellen Haushalt bereit.
„Die bestehenden Silos sind für Streusalz nicht geeignet“, erklärte Schremser gleich zu Beginn seiner Ausführungen. „Von Anfang an ergaben sich große Probleme beim Befüllen der Winterdienstfahrzeuge.“ Das Streusalz verklumpe regelmäßig durch Kondenswasser in den Kunststoffsilos und laufe nicht mehr frei aus, sagte der Bürgermeister und schilderte die Situation: „Um das Salz zu lösen, müssen die Mitarbeiter auf das Winterdienstfahrzeug unter das Salzsilo steigen und mit einer Eisenstange die Verklumpung lösen, was grundsätzlich und bei Dunkelheit, Schnee und Eis ein unzumutbares Unfallrisiko darstellt und selbstverständlich unzulässig ist.“
Dazu komme, dass die Verriegelung der Auslassklappe nicht als Klappe, sondern als Schieber ausgebildet sei. „Dieser Schieber verklemmt sich regelmäßig bauartbedingt, aber auch durch das verklumpende Salz. Die erforderliche Dosierung beim Ablassen in die Winterdienstfahrzeuge ist nicht möglich“, hieß es dazu in der Beschlussvorlage. Zudem wurde bei der ganzen Konstruktion offenbar gepfuscht. Das Fundament für die Silos sei nach Angaben eines Statikers nicht fachgerecht ausgeführt worden, indem falscher Beton verwendet worden sei. Das führe zu Betonkorrosion.
Besonders ärgerlich ist, dass die Missstände an den Silos mehrfach sowohl mündlich als auch schriftlich dem gemeindeeigenen Unternehmen Pewu übermittelt wurden. Das Pewu war vor sechs Jahren mit der Ausschreibung und der Lieferung der beiden Silos beauftragt. Allerdings: „Die Mängel wurden durch das Pewu nicht behoben“, so die Verwaltung. „Es wurde lediglich auf die Betriebsanleitung hingewiesen.“
Ernüchternd war die Auskunft, die der neue Leiter des Feldafinger Bauhofs nun vom Hersteller der Silos auf seine Frage zu einer Nachrüstung oder einem Umbau erhalten hat. Bei den vermeintlichen Streusalzsilos handelt es sich nämlich um reine Futtermittelsilos. Diese seien anders beschichtet, was wohl ursächlich für die Verklumpung des Streusalzes sei, erklärte Schremser dazu.
Thomas Lang (FDP) machte in der Sitzung aus seinem Ärger kein Geheimnis. „Im Angebot von 2020 stand eindeutig Streusalzsilos“, sagte er. „Wir sollten Regressmöglichkeiten prüfen.“ Matthias Schremser erklärte im Anschluss an die Sitzung gegenüber dem Merkur, dass die Verwaltung das in der Tat prüfen werde, gab sich bei den Erfolgsaussichten jedoch wenig optimistisch, da mit dem Pewu ein Unternehmen der Gemeinde die Abwicklung übernommen habe.
Die alten Silos möchte die Gemeinde nun verkaufen. Die Kosten von gut 60.000 Euro dürften jedoch nur zu einem Bruchteil dadurch wieder eingenommen werden. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung mit der Anschaffung von zwei neuen Silos unter der Maßgabe, den wirtschaftlichsten von drei vorliegenden Anbietern zu beauftragen.
Was das marode Fundament betrifft, so ist ohnehin ein neuer Standort für die Silos vorgesehen. „Der derzeitige Standort der Silos östlich des Bauhofes und der Fritz-Stöckel-Straße ist zum Beladen sehr schwer anzufahren und soll grundsätzlich verändert werden“, hieß es dazu in der Beschlussvorlage. Die neuen Salzsilos sollen vorübergehend auf der asphaltierten Fläche am Ende der Fritz-Stöckel-Straße aufgestellt und später auf das Gelände des Bauhofs versetzt werden. Dass die Gemeinde Feldafing generell im Winter auf das Streuen mit Salz verzichtet, war in der Sitzung zwar kurz Thema, ist für die Verantwortlichen aber keine Option. „Bei allem Verständnis für die Natur, aber bei den vielen Steigungen im Ort können wir auf Streusalz nicht verzichten“, fasste es Maximiliane Gerber (BGF) zusammen.