Finanzielles Minusgeschäft - Hat das Sorgenkind Champions Hockey League eine Zukunft?

Die Teilnahme an der Champions Hockey League sollte für die qualifizierten Teams ein Bonus sein. Finanziell ist es jedoch oft das Gegenteil.

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In sportlicher Hinsicht ist die Champions Hockey League durchaus attraktiv für die Schweizer Klubs. Vergleiche mit den Topteams aus beispielsweise Tschechien, Schweden oder Finnland bringen das Produkt Eishockey weiter und bilden eine interessante Abwechslung zur nationalen Meisterschaft.

Das grosse Problem der CHL ist jedoch, dass sich der Wettbewerb für den Grossteil der teilnehmenden Klubs finanziell nicht rechnet. Erfahrungen aus den Vorjahren haben gezeigt, dass erst ab einer Halbfinal-Qualifikation mit einem kleinen Plus gerechnet werden kann. Ansonsten übersteigen die Ausgaben für das Reisen und Logieren die Prämien. Ein Problem, welches die Champions Hockey League schon länger begleitet – und die Zukunft des Wettbewerbes gefährdet.

Wirtschaftlicher Nachteil, sportlicher Vorteil

Beim HC Davos, welcher in der Saison 2026/27 neben Fribourg-Gottéron und Genf-Servette die Schweiz international vertritt, rechnet man aufgrund der CHL-Teilnahme mit einem Minus im tiefen sechstelligen Bereich. Marc Gianola: «Bei unseren vergangenen Teilnahmen hat uns die Champions League einen Haufen Geld gekostet. Das ist dann halt der wirtschaftliche Nachteil.»

Der HCD-CEO sieht aber auch Positives daran, dass die Bündner heuer die Champions League bestreiten: «Wir können einen sportlichen Vorteil herausholen dadurch, dass wir mit einem höheren Niveau in die Meisterschaft starten können – hoffentlich.»

Vertrag mit Vermarkter läuft aus

Trotz den aktuell finanziellen Herausforderungen, welche die Champions League mit sich bringt, fände es Gianola schade, wenn der Wettbewerb in absehbarer Zeit von der Bildfläche verschwinden würde. «Man muss alles dafür tun, dass es weitergehen kann. Aber: Die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Klubs muss stabil bleiben. Es kann nicht sein, dass die Vereine wegen der Champions Hockey League in eine finanzielle Schieflage kommen.»

Die CHL steht vor wegweisenden Entscheidungen. 2028 läuft der Vertrag mit der Vermarktungsagentur Infront aus. Zum jetztigen Zeitpunkt ist zumindest öffentlich noch nicht klar, wie es anschliessend weitergeht.

Champions Hockey League

Radio SRF 1, Abendbulletin, 03.09.2026, 18:45 Uhr ;  mlo