Stil-Experte Jeroen van Rooijen wagt sich ins Sägemehl
«Giger ist der Schwinger mit dem meisten Sex-Appeal»
Achtung, Humor! Der Schweizer Mode- und Stil-Spezialist Jeroen van Rooijen wagt einen nicht immer ganz ernst gemeinten Blick auf die Kilchberger-Topfavoriten und überprüft, ob sie auch optisch überzeugen.
Publiziert: 19:51 Uhr
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Aktualisiert: vor 2 Minuten
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Kilchberger Schwinget: Modeexperte analysiert Stil der Schwinger
- Jeroen van Rooijen findet Verbesserungspotenzial, aber auch Highlights
- Giger, Orlik, Staudenmann, Schlegel, Moser und Alpiger unter der Mode-Lupe
Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport
Wer Hemden trägt, hat Stil – doch gilt das auch für die Schwinger, die am Samstag beim grossen Saisonhighlight in Kilchberg ZH in Hemden ihren Sport treiben? Mit dieser Frage ging Blick auf den renommierten Schweizer Stil- und Modeexperten Jeroen van Rooijen zu.
Der Ostschweizer liess sich nicht zweimal bitten und nahm die Sägemehl-Outfits der sechs heissesten Kilchberger-Siegesanwärter genau unter die Lupe. Hier folgt van Rooijens natürlich nicht ganz ernst gemeinte Einleitung und die Analyse:
«Bis vor kurzem war der Schweizer Nationalsport, das Schwingen, noch eine Lifestyle freie Zone – was die bärenstarken Männer im Sägemehl trugen oder wie sie frisiert waren, interessierte niemanden. Doch seit der Sport cool ist, stehen die Athleten auch im Fokus der Werbe- und PR-Industrie und müssen ein bisschen auf ihren individuellen Style achten. Höchste Zeit, diese Bösen mal gut zu inspizieren!»
Samuel Giger (28)
Aus Sicht des Styles der prägnanteste Schwinger, der mit dem meisten Sex-Appeal. Das klassische Sennenhemd sitzt tadellos, die Hosenträger akzentuieren die muskulöse Brust. Der scharfe Kurzhaarschnitt mit der Stufe und der Dreitagebart sind kernig und cool. Er sieht ausgesprochen athletisch und maskulin aus, mit dem Schnauzer sogar ein bisschen wie eine Figur aus einer Tom-of-Finland-Zeichnung – Giger dürfte mit diesem Look auch bei untypischen Zielgruppen viel Kredit haben.
Experte für Mode und Stil
Jeroen van Rooijen stammt aus der Ostschweiz und brachte sich mit zwölf Jahren das Schneidern auf Mutters Bernina-Nähmaschine selbst bei. 1991 schloss er die Kunstgewerbeschule Zürich als diplomierter Modegestalter ab. Nach Tätigkeiten bei Radiostationen und Modezeitschriften kam er 2003 zur «Neuen Zürcher Zeitung», wo er das Stilressort aufbaute und die Luxusbeilage «Z» lancierte. Er schrieb viel gelesene Stilkolumnen und war bis 2014 als Stilfachmann auf Radio SRF3 zu hören. Er ist Mitbegründer und Co-Inhaber des Concept Stores Cabinet im Viadukt in Zürich.
Weiss, worauf es bei der Kleidung ankommt: Jeroen van Roojien.
Philippe Rossier
Jeroen van Rooijen stammt aus der Ostschweiz und brachte sich mit zwölf Jahren das Schneidern auf Mutters Bernina-Nähmaschine selbst bei. 1991 schloss er die Kunstgewerbeschule Zürich als diplomierter Modegestalter ab. Nach Tätigkeiten bei Radiostationen und Modezeitschriften kam er 2003 zur «Neuen Zürcher Zeitung», wo er das Stilressort aufbaute und die Luxusbeilage «Z» lancierte. Er schrieb viel gelesene Stilkolumnen und war bis 2014 als Stilfachmann auf Radio SRF3 zu hören. Er ist Mitbegründer und Co-Inhaber des Concept Stores Cabinet im Viadukt in Zürich.
Werner Schlegel (23)
So ein bisschen der Typ Outlaw und Underdog, ein bisschen gar eine «böse» Visage, vor der man sich fürchten könnte. Vielleicht müsste er auch mal lächeln, statt immer so grimmig zu schauen? Oder darf man das als Schwinger nicht? Der Vermarktung würde es auf jeden Fall dienen. Die ambitionslose Melker-Frisur ist typisch für den Berufsstand. Das Sennenhemd ist risikofrei, dürfte aber besser geschnitten sein: Die Falte oberhalb des Bauchnabels lässt Schlegel plumper und korpulenter wirken, als er wahrscheinlich ist.
Michael Moser (21)
Cooler Typ, die Frisur mit dem ins Gesicht fallenden Stirngewöll und den ausrasierten Seiten ist ausgesprochen modisch. Das Hemd ist ein Stretch-Hemd mit Reissverschluss, wahrscheinlich das Modell «Libero» von Kauf aus dem Toggenburg – diese Shirts waren in den 1970er-Jahren der neueste Hit, später wurden sie nur noch von alten Männern getragen. Diese Hemden sind aus einer Polyester-Baumwoll-Mischung und ziemlich robust, dabei sehr dehnbar – eine ideale Sportbekleidung für Schwinger.
Nick Alpiger (30)
Robuster Typ, wirkt nicht ausgesprochen sportlich, aber dennoch stark und ein bisschen bedrohlich. Das cremefarbene Hemd ist auch aus Stretch, wahrscheinlich auch Modell «Libero» von Kauf, allerdings klassisch mit Knöpfen statt Reissverschluss. Die verkürzten «Jogger»-Hosen mit Dehnbund sind sehr modisch – sieht für mich nach einer «No Sweat»-Jogger von Du/Er oder nach einer «G-Pants» von Gramicci aus.
Armon Orlik (31)
Der aktuelle Schwingerkönig ist ein gewaltiger Brocken von einem Mann! Sein Stehkragen-Hemd ist zwar aus dem klassischen Stoff der Sennenhemden, aber weniger traditionell geschnitten, eher wie ein modernes Kurzarm-Freizeithemd. Speziell: Das Hemd wird mit einem Reissverschluss geschlossen, statt mit Knöpfen. Das scheint sich für Schwinger zu bewähren. Nicht ganz praktisch scheint mir die aufgesetzte Brusttasche – die reisst im Gefecht doch ab?! Die hoch auf dem Schädel sitzende Frisur von Armon Orlik ist die des Typs «Muni» – also so ein bisschen wie junge Stiere ihr Haupthaar tragen. Das passt ja zum Genre.
Fabian Staudenmann (26)
Ohalätz, jetzt schwingen die urbanen Hipster schon mit? Würde Staudenmann sein Nackenhaar etwas länger tragen und ein ironisches T-Shirt tragen, ginge er als solcher durch. Moderner Typ, mit neckischem Schnäuzchen! Superschöne Zähne, prädestiniert für einen Sponsoring-Vertrag mit einem Zahnpasta-Hersteller. Das blaue Sennenhemd mit der im schrägen Fadenlauf geschnittenen Brusttasche ist eine interessante Variante des Klassikers. Das rote Sport-Unterhemd ist dazu aber nicht sehr elegant, da besteht Verbesserungspotenzial.
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