Finnland will unter französischen Atomschirm

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Finnland tritt der von Frankreich angeführten Initiative zur nuklearen Abschreckung (“Forward Nuclear Deterrence Initiative”) bei, wie das Präsidialamt in Paris mitteilte. Frankreich hatte seinen europäischen Verbündeten im März eine engere Kooperation angeboten, um die Glaubwürdigkeit des eigenen Atomwaffenarsenals zu stärken. Das Vorhaben sieht gemeinsame Übungen und die Option einer kurzfristigen Verlegung atomwaffenfähiger Systeme auf das Gebiet von Verbündeten vor.

Stubb und Macron wollen enger kooperieren

© APA/AFP/Ludovic MARIN

Stubb und Macron wollen enger kooperieren

vor 10 Minuten

14. September 2026 um 12:34

Auch engere Konsultationen soll es geben. Einen formellen nuklearen Schutzschirm nach US-Vorbild bietet sie jedoch nicht. Eine Steuerungsgruppe werde in den kommenden Monaten eingerichtet, um mit der Umsetzung dieser Kooperation zu beginnen, teilten die Länder in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Initiative unterstreiche die Verantwortung Europas für seine eigene Verteidigung und helfe, eine Eskalation zu verhindern, schrieb der finnische Präsident Alexander Stubb im Onlinedienst X. Sie ersetze nicht die nukleare Abschreckung der NATO. Zudem erklärte Stubb, dass Finnland nicht beabsichtige, in Friedenszeiten Atomwaffen auf seinem Territorium zu stationieren.

Das Angebot zur Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im März gemacht. Die Kooperation mit Frankreich soll die NATO-Abschreckung ergänzen und stärken. Die Entscheidung über den Einsatz von Atomwaffen werde aber in jedem Fall beim französischen Präsidenten bleiben, betonte Macron. Der Initiative schlossen sich Deutschland, Großbritannien, Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden und Dänemark an, später stieß Norwegen dazu. Neben Großbritannien ist Frankreich das einzige westeuropäische Land, das über Atomwaffen verfügt.