Stand: 27.10.2026, 12:56 Uhr
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Der Verein zur Förderung der Fischerhochzeit erhält den mit 2000 Euro dotierten Wilhelm-Hausenstein-Kulturpreis. Ohne den Verein wäre die Wiederaufführung nach neun Jahren Pause laut Bürgermeister nicht möglich gewesen.
Tutzing – 2026 ist ein besonderes Jahr für Tutzing. Es ist das Jahr, in dem die Tutzinger eine besonders schöne Fischerhochzeit feierten. Der Glanz, den die Organisation und die Aufführung des Historienspiels auf Tutzing warfen, strahlt nach wie vor – das war den Teilnehmern der diesjährigen Verleihung des Wilhelm-Hausenstein-Kulturpreises anzusehen. Ausgezeichnet wurde der Verein zur Förderung der Fischerhochzeit mit seinem Vorsitzenden Florian Schotter an der Spitze. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert. Bürgermeister Ludwig Horn überreichte ihn beim Fest für die Helfer der Fischerhochzeit im Bauhof in Unterzeismering.
„Der Preis würdigt besondere Leistungen, die unser kulturelles Leben bereichern und unsere Gemeinschaft stärken“, sagte Horn in seiner Laudatio. Genau das habe der Förderverein auf besonders eindrucksvolle Art und Weise gezeigt und vorgelebt. Für Horn war es deshalb kein Wunder, dass sich das Kuratorium für den Hausensteinpreis ohne Gegenstimme für den diesjährigen Preisträger entschieden hatte.
Der Förderverein wurde 1995 von Hubert Hupfauf und anderen gegründet. Seitdem unterstütze der Verein die Tutzinger Fischerhochzeit „materiell, planerisch und mit aktiver Mitarbeit im Kuratorium“, sagte Horn. „Durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und vor allem durch kontinuierliches, jahrzehntelanges Engagement trägt er entscheidend dazu bei, dass das wichtigste kulturelle Volksfest unserer Gemeinde lebendig bleibt.“ Dass die Fischerhochzeit heuer, nach neun Jahren Pause, wieder aufgeführt wurde, „wäre ohne das beharrliche Engagement dieses Vereins schlicht nicht möglich gewesen“, betonte Horn.
Die Wiederaufführung des Hochzeitsfests der Veronika Bierbichler aus Ambach und des Michael Gröber aus Tutzing im Jahr 1812 gemäß dem Stück von Josefranz Drummer aus dem Jahr 1929 sei „ein Leuchtturmprojekt kultureller Teilhabe, das Generationen und zahlreiche örtliche Vereine aktiv zusammenbringt“, sagte der Bürgermeister. „Und sie stärkt gleichzeitig den regionalen Tourismus auf beispielhafte Weise.“
Ausdrücklicher Dank an Hubert Hupfauf
Dabei seien kulturelle Traditionen wie diese kein Selbstläufer, unterstrich Horn. „Sie leben von Menschen, die bereit sind, über Jahre und Jahrzehnte hinweg Verantwortung zu übernehmen, auch dann, wenn der große Auftritt erst alle fünf oder neun Jahre stattfindet“, sagte er. „Der Verein zur Förderung der Fischerhochzeit steht genau dafür: für die stille, beharrliche Arbeit im Hintergrund, die am Ende ein ganzes Fest – und ein Stück Tutzinger Identität – möglich macht.“ In diesem Fall war es ein rauschendes Fest, zu dem sehr viele Tutzinger zu Wasser in den Booten und zu Land ihren Beitrag leisteten und das allein am Hochzeitssonntag rund 10.000 Besucher anlockte.
Horn dankte allen Beteiligten ausdrücklich für ihr Engagement, vor allem dem Veranstaltungsverein und dem Preisträger, dem Förderverein. „Möge dieser Preis Anerkennung und zugleich Ansporn sein – für alles, was Sie für Tutzing und seine kulturelle Identität leisten", rief der Bürgermeister.
Vorsitzender Schotter war sichtlich gerührt und bedankte sich beim Gemeinderat für die Ehre. Er bedankte sich bei allen, die zum Gelingen der Fischerhochzeit beigetragen haben. Und bei seinem Kassier Alois Weiß: Er habe die meiste Arbeit mit dem Förderverein. Aktuell hat der Verein 180 Mitglieder. Am Freitagabend wurden es gleich ein paar mehr.
Ausdrücklich dankte Schotter dem Initiator des Fördervereins, Hubert Hupfauf. „Er hat siebenmal die Fischerhochzeit geleitet und 1995 den Förderverein ins Leben gerufen, der fünf Hochzeiten unterstützt hat.“ Das sei sehr vorausschauend gewesen und verdiene großen Respekt. Hupfauf selbst konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht bei der Feier dabei sein.
Wie viel das Kulturereignis die Gemeinde Tutzing gekostet hat, ist laut Horn noch nicht bekannt. „Wir rechnen im November final ab, es kommen immer noch Rechnungen herein“, sagte er auf Anfrage. Voraussichtlich im Dezember werde die Abrechnung öffentlich bekannt gemacht.
Das Helferfest war gut besucht und ließ die schöne Atmosphäre der Fischerhochzeit wieder aufleben. Das lag an der Diaschau, die die schönsten Fotos der Hochzeit auf die Wand des Bauhofs in Dauerschleife projizierte, aber auch an der guten Stimmung der Helfer, die zu Recht mit Stolz auf eine gelungene Fischerhochzeit zurückblickten.
Der Hausenstein-Kulturpreis ist nach dem Kunsthistoriker, Schriftsteller und Diplomaten Wilhelm Hausenstein (1882-1957) benannt, der in Tutzing lebte. Vergangenes Jahr bekam ihn der Musik- und Kulturverein Traubing, 2024 das Tanzstudio Flora Almeida und im Jahr 2023 der Museumsschiff-Verein Tutzing.