Er will für den Aargau im Nationalrat bleiben
SP-Co-Präsident Cédric Wermuth zieht nach Luzern
Nächsten Sommer zieht der aktuelle SP-Co-Chef Cédric Wermuth aus dem Aargau in die Stadt Luzern. Für die nationalen Wahlen will er trotzdem in seinem aktuellen Heimatkanton antreten. Das Vorgehen ist unüblich, aber kein Einzelfall.
Publiziert: 12:55 Uhr
- SP-Nationalrat und SP-Co-Chef Cédric Wermuth zieht von Zofingen (AG) in die Stadt Luzern
- Der Umzug soll nächsten Sommer stattfinden; trotzdem will im Kanton Aargau als Nationalrat antreten
- Woanders leben und politisieren ist zwar unüblich aber erlaubt, wie der Fall von Magdalena Martullo-Blocher zeigt
Leandra Sommaruga
Cédric Wermuth (40) war gerade mal 25 Jahren alt, als die Aargauerinnen und Aargauer den SP-Mann und einstigen Juso-Präsidenten in den Nationalrat wählten. Inzwischen sitzt der Aargauer 15 Jahre in der grossen Kammer und ist Co-Präsident der SP Schweiz.
Nun kehrt Wermuth seinem Heimatkanton den Rücken, wie die «Aargauer Zeitung» berichtete. Ab nächstem Sommer wird der Zofinger mit seiner Familien in die Stadt Luzern ziehen. Am Dienstag informierte er die Partei. Dies noch bevor die SP ihre Liste für die Nationalratswahlen am 7. November definitiv verabschiedet. Denn Kantonswechsel zu Trotz: Wermuth will wieder für den Nationalrat kandidieren und zwar im Aargau.
Als Grund nennt Wermuth: Die SP Aargau sei seine politische Heimat. Der Umzug ändere daran nichts. Im Frühling hatte ihn die Kantonspartei nominiert. Dieses Vertrauen wolle er einlösen.
Den Umzug habe er zusammen mit seiner Familie beschlossen, schreibt Wermuth in einer E-Mail an die Aargauer SP-Delegierten. «In Luzern leben viele Menschen, die uns am Herzen liegen: Familie, Freundinnen und Freunde. Wir freuen uns sehr, künftig näher bei ihnen zu sein. Und wir dürfen in einem jungen Genossenschaftsprojekt mithelfen, eine neue Nachbarschaft aufzubauen.».
Martullo-Blocher machte das auch
Das Vorgehen des SP-Co-Präsidenten ist zwar unüblich, aber kein Einzelfall. So lebt beispielsweise auch die SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher (57) im Kanton Zürich, politisiert aber für den Kanton Graubünden, wo ihre Firma, die Ems-Chemie, den Sitz hat. Nicht möglich wäre das Manöver indes im Ständerat.
Dort sind die Mitglieder als Vertretung ihres Kantons gewählt. So wurde etwa dem SP-Politiker Simon Stocker (45) seinen Ständeratssitz in Schaffhausen entzogen, weil er zum Zeitpunkt seiner Wahl den Lebensmittelpunkt in Zürich und nicht in Schaffhausen hatte, wo er ebenfalls angemeldet war.