Innerhalb weniger Wochen haben gewaltige Waldbrände in Frankreich und Spanien die betroffene Bevölkerung und die Einsatzkräfte in den Ausnahmezustand versetzt. Auch in Griechenland kämpfen Feuerwehr und Freiwillige westlich von Athen gegen Brände, welche bereits über 134 Quadratkilometer Land zerstörten.
In Frankreich ist bereits mehr Fläche verbrannt als im bisherigen Rekordjahr 2006 und auch Spanien verzeichnet eine der verheerendsten Brandsaisons der vergangenen zwei Jahrzehnte. Bisher mussten über 160'000 Menschen in Südeuropa aus Brandzonen evakuiert werden.
Die verbrannten Waldflächen sind riesig und für Schweizer Verhältnisse unvorstellbar gross. Wir zeigen, wie viel Fläche die verheerenden Brände in Spanien, Frankreich und Griechenland in der Schweiz zerstören würden.
Der Brand in der spanischen Provinz Ávila westlich von Madrid wurde Ende Juli zu einem der grössten Waldbrände, die Spanien je erlebt hat. Begünstigt durch anhaltende Hitze, Trockenheit und starken Wind breitete sich das Feuer rasant aus.
In der Region mussten 38'000 Menschen ihre Häuser verlassen, mehrere Ortschaften wurden evakuiert. Der Brand gilt als Sinnbild einer Feuersaison, die in Spanien neue Dimensionen erreicht hat. Alle vier grössten Waldbrände der vergangenen zehn Jahre wüteten im vergangenen und im aktuellen Sommer.
Der Grossbrand in der französischen Gironde entwickelte sich im Juli 2026 erneut zu einer der grössten Waldbrandkatastrophen des Landes. Nur vier Jahre nach den verheerenden Bränden von 2022 wurde die Region erneut schwer getroffen.
Angetrieben durch extreme Hitze, ausgetrocknete Böden und kräftige Winde breiteten sich die Flammen unweit von Bordeaux rasant aus. Insgesamt wurden 141'000 Menschen aus Frankreichs Atlantikküste evakuiert.
Hunderte Freiwillige und Feuerwehrleute kämpfen seit Tagen auch in der Westattika, westlich von Athen, gegen die lodernden Flammen. Die Buschbrände haben nach aktuellen Schätzungen bislang rund 134 Quadratkilometer Land und hunderte Wohnhäuser zerstört.
Nach Angaben eines Sprechers der Feuerwehr sind die Brände inzwischen weitgehend unter Kontrolle. Entwarnung geben die Behörden jedoch weiterhin nicht.
Der grösste europäische Waldbrand in den letzten zehn Jahren wütete 2023 im griechischen Évros. Damals zerstörte das Feuer rund 966 Quadratkilometer Land. Das entspricht ungefähr der Fläche des Kantons Schwyz oder des Kantons Thurgau.
Über mehr als zwei Wochen wüteten die Flammen ausser Kontrolle, zerstörten riesige Waldflächen und zwangen Tausende Menschen zur Flucht.
Die Schweiz kommt im Vergleich glimpflich davon
Wie glimpflich die Schweiz in den vergangenen Jahren bei verheerenden Waldbränden davongekommen ist, zeigt ein Vergleich mit dem Waldbrand bei Ávila in Spanien.
Während das Feuer bei Bitsch (VS) im Sommer 2023 rund ein Quadratkilometer Wald zerstörte, verbrannte in Spanien eine mehr als hundertmal grössere Fläche. Der Walliser Brand entspricht damit weniger als einem Prozent der betroffenen Fläche bei Ávila.
Erneute Rekord-Feuersaison droht
Bereits letztes Jahr erlebte Europa eine Rekord-Feuersaison als Waldbrände mehr als 10'000 Quadratkilometer Land zerstörten. Mit den grossen Bränden der vergangenen Wochen ist die verbrannte Fläche bereits grösser als im Vorjahr zum selben Zeitpunkt.
In Frankreich hat sich die Waldbrandlage inzwischen deutlich entspannt. Die grössten Brände sind unter Kontrolle, die Feuerwehr bekämpft jedoch weiterhin Glutnester, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.
An der Atlantikküste bei Bordeaux können weitere Evakuierte zurückkehren. In Le Porge bleibt dies wegen explodierter Munition aus dem Zweiten Weltkrieg vorerst unmöglich.
Auch in Spanien hat sich die Lage etwas beruhigt: Landesweit brennen noch deutlich weniger, meist kleinere Feuer. Die Grossbrände bei Madrid sind unter Kontrolle.
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Bild 1 von 7. Im Kampf gegen die Flammen: Feuerwehrleute versuchen, den Waldbrand einzudämmen.
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Bild 2 von 7. Verbrannte Landschaft nahe Castellón de la Plana an der spanischen Mittelmeerküste.
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Bild 3 von 7. Ein Feuerwehrfahrzeug im Einsatz bei einem Waldbrand in Los Gallardos nahe Almería, Spanien.
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Bild 4 von 7. Feuerwehrkräfte rücken bei Arès im Südwesten Frankreichs gegen einen sich ausbreitenden Waldbrand aus.
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Bild 5 von 7. Verbrannte Landschaft bei Bédar nahe Almería: Die Waldbrände haben in Spanien grosse Flächen zerstört.
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Bild 6 von 7. Ein erschöpfter Feuerwehrmann nach einem Einsatz gegen die Flammen bei Lanton im Südwesten Frankreichs.
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Bild 7 von 7. Ein Gebäude brennt während eines Waldbrands in Oreokastro bei Thessaloniki in Griechenland.
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Die Gefahr ist noch nicht gebannt: Im vergangenen Jahr entfielen rund 60 Prozent der gesamten Brandschäden allein auf den August. Und in vielen Teilen Europas hat die Feuersaison ihren Höhepunkt möglicherweise noch nicht erreicht – gerade auch in Anbetracht weiterer drohender Hitzewellen.
Europa erwärmt sich besonders schnell
Kein anderer Kontinent erwärmt sich derzeit so stark wie Europa. Seit den 1990er-Jahren steigt die Temperatur hier fast doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt.
Europa ist bereits heute mehr als 1,6 Grad wärmer als noch vor rund 30 Jahren. Städte und Regionen erleben Hitzerekorde, die vor wenigen Jahrzehnten kaum vorstellbar waren.
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SRF
Dominique Marcel Iten (Redaktion), Marina Kunz (Design), Robert Salzer (Frontend-Entwicklung)
Bildquellen: Keystone, Reuters
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