Stand: 25.07.2026, 11:00 Uhr
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Im Sommer steigen viele schnell mit Badelatschen, Sandalen oder barfuß ins Auto. Verboten ist das meist nicht. Nach einem Unfall kann es aber Ärger geben.
München – Sommer, Sonne, schnell ins Auto. Viele fahren barfuß vom Badesee nach Hause, setzen sich mit Flip-Flops ans Steuer oder lassen nach der Gartenarbeit einfach die Clogs an. Klingt harmlos. Das kann aber gefährlich werden.
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Denn wer beim Bremsen abrutscht oder mit dem Schuh unter dem Pedal hängen bleibt, riskiert nicht nur einen Unfall. Im schlimmsten Fall drohen auch Ärger mit Versicherung, Polizei und Gericht.

Viele Autofahrer glauben: Barfußfahren ist verboten. Stimmt so nicht. Für private Autofahrer gibt es in Deutschland keine ausdrückliche Vorschrift, die feste Schuhe am Steuer verlangt. Erwachsene dürfen also grundsätzlich auch barfuß, mit Sandalen, Flip-Flops oder High Heels Auto fahren.
Barfuß fahren: Ist das wirklich verboten?
Das heißt aber nicht, dass alles unproblematisch ist. Entscheidend ist, ob der Fahrer sein Auto jederzeit sicher beherrscht. Wenn ungeeignetes Schuhwerk dazu führt, dass Pedale nicht richtig bedient werden können, wird es heikel.
Bei Berufskraftfahrern können zusätzliche Vorschriften greifen. Dort spielen Arbeitsschutz und Unfallverhütung eine größere Rolle. Aber auch hier kommt es auf den konkreten Fall an. Das Oberlandesgericht Celle entschied bereits, dass selbst ein Lkw-Fahrer nicht automatisch bestraft wird, nur weil er Sandalen trägt, solange keine konkrete Gefährdung vorliegt.
Warum Flip-Flops im Auto so riskant sind
Flip-Flops sind bequem. Am Steuer sind sie aber eine der schlechtesten Ideen. Der Grund ist simpel: Sie sitzen locker, können vom Fuß rutschen oder sich unter Bremse, Kupplung oder Gaspedal verklemmen. In einer Gefahrensituation zählt jede Sekunde. Wer dann erst seinen Schuh sortieren muss, verliert wertvolle Zeit.
Auch offene Sandalen ohne festen Halt können problematisch sein. Gleiches gilt für sehr hohe Absätze. High Heels verändern die Fußstellung, erschweren den gleichmäßigen Druck auf die Pedale und können beim schnellen Wechsel zwischen Gas und Bremse stören.
Barfußfahren ist ebenfalls nicht immer ideal. Der direkte Kontakt zum Pedal kann zwar Gefühl vermitteln, bei einer harten Bremsung fehlt aber manchmal der nötige Druck und Halt. Besonders bei längeren Fahrten kann das unbequem und unsicher werden.
Wann ein Bußgeld drohen kann
Allein wegen Flip-Flops oder nackter Füße gibt es normalerweise kein Bußgeld. Kritisch wird es erst, wenn dadurch die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird.
Wer wegen ungeeigneter Schuhe zu spät bremst, vom Pedal abrutscht oder das Auto nicht sicher kontrolliert, kann ein Problem bekommen. Die Straßenverkehrsordnung verlangt, dass der Fahrer sein Fahrzeug sicher führen kann. Ist das offensichtlich nicht der Fall, können Verwarnungsgeld, Bußgeld oder weitere Folgen drohen.
Kurz gesagt: Nicht der Schuh wird bestraft, sondern das unsichere Fahren.
Nach dem Unfall wird es richtig unangenehm.
Besonders teuer kann es werden, wenn ein Unfall passiert. Dann interessiert plötzlich sehr genau, ob das Schuhwerk eine Rolle gespielt hat.
Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt Schäden Dritter in der Regel zunächst. Sie kann aber bei grober Fahrlässigkeit prüfen, ob sie Geld vom Fahrer zurückfordert.
Noch wichtiger ist die Vollkaskoversicherung. Wenn sie nachweisen kann, dass der Unfall durch ungeeignete Schuhe mitverursacht wurde, kann sie ihre Leistung unter Umständen kürzen. Das Oberlandesgericht Bamberg hatte sich bereits mit solchen Fragen befasst.
Aber auch hier gilt: Es kommt auf den Einzelfall an. In einem anderen Fall bekam ein Motorradfahrer nach einem Unfall vollen Schadensersatz, obwohl er Gartenclogs getragen hatte. Das Oberlandesgericht Brandenburg sah darin nicht automatisch einen Grund, ihm Geld zu kürzen.
Die Lehre daraus: Ungeeignetes Schuhwerk ist nicht immer automatisch schuld. Aber es kann nach einem Unfall zum echten Streitpunkt werden.
Diese Schuhe sind am Steuer besonders heikel.
Problematisch sind vor allem Schuhe, die nicht fest am Fuß sitzen oder die Pedale schlecht spürbar machen. Dazu gehören vor allem:
- Flip-Flops
- Badelatschen
- Lose Sandalen ohne Fersenriemen
- Sehr hohe High Heels
- Klobige Schuhe mit dicker Sohle
- Clogs, die leicht vom Fuß rutschen können
Auch nasse Schuhe nach dem Freibad können riskant sein, wenn die Sohle auf den Pedalen rutscht.
Diese Schuhe sind besser.
Am sichersten sind feste, gut sitzende Schuhe mit flacher, rutschfester Sohle. Sie sollten genug Halt geben, aber nicht so klobig sein, dass man die Pedale schlecht spürt.
Gut geeignet sind zum Beispiel leichte Sneaker, flache geschlossene Schuhe oder feste Sandalen mit sicherem Halt. Wichtig ist, dass der Fuß nicht herausrutschen kann und Bremse, Kupplung und Gas sauber bedient werden können.
Der einfachste Trick für den Sommer
Wer im Sommer nicht auf Flip-Flops oder Sandalen verzichten will, sollte ein Paar Fahrschuhe im Auto bereithalten. Das kostet wenig, nimmt kaum Platz weg und kann im Ernstfall viel Ärger ersparen.
Ein paar leichte Sneaker im Kofferraum oder Fußraum reichen völlig. Vor der Fahrt kurz wechseln, nach der Fahrt wieder in die Sommerschuhe. Fertig.
Der Satz, den sich Autofahrer merken sollten
„Erlaubt“ heißt nicht automatisch „sicher“. Barfuß, Flip-Flops oder High Heels am Steuer sind für private Fahrer zwar nicht grundsätzlich verboten, wenn dadurch aber ein Unfall passiert, kann aus der Sommerbequemlichkeit schnell ein teurer Streit mit der Versicherung werden.
Die beste Regel ist deshalb einfach: Fahren Sie mit Schuhen, mit denen Sie im Notfall wirklich schnell und kräftig bremsen können. Genau darauf kommt es an.