Frank Hoffmann: Kirchenmusiker in dritter Generation in Frankfurt

Wer sich mit Frank Hoffmann unterhält, merkt schnell, wie tief er in Frankfurt verwurzelt ist. Als „Kirchenmusiker in dritter Generation“, wie er sagt, ist er hier vielfältig tätig. Entsprechend gut ist er vernetzt und sicher eines der bekanntesten Gesichter der hiesigen Klassik- und Kirchenmusikszene. Von seinem Vater, dem 2018 in Frankfurt verstorbenen Organisten und Kirchenmusiker Herbert Manfred Hoffmann, hat er als wichtigstes Ehrenamt den Vorsitz des Kirchenmusikvereins Frankfurt übernommen. So organisiert er die traditionsreiche Reihe in der Heiliggeistkirche am Dominikanerkloster mit jährlich 20 bis 25 Konzerten mit Chören, Orchestern, Ensembles und Solisten.

Wie schon sein Vater spielt Hoffmann in der Kirche ohne feste Gemeinde unweit der Konstablerwache auch die Orgel oder vielmehr die Orgeln. Denn in den Klang der realen Walcker-Orgel lässt sich dort seit einiger Zeit auch das Sample-Set einer großen französischen Cavaillé-Coll-Orgel mischen. Im Dienst des im Dominikanerkloster beheimateten Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach kann Hoffmann auf diese Weise etwa in Gottesdiensten für die Mitarbeiter, zu Kirchensynoden oder Ehrungen ein imposantes Klangspektrum entfalten.

Frank Hoffmann
Frank HoffmannZeichnung Alfred Schüssler

Dass Hoffmann für den Regionalverband in noch einer weiteren, ganz anderen Funktion tätig ist, ist in Musikerkreisen indes wenig bekannt: Als Volljurist kümmert er sich beispielsweise um baurechtliche Fragen, Kindergarten-Beiträge oder neue Satzungen, wenn Dekanate oder Gemeinden fusionieren. Hoffmann trennt diese zwei auf Basis abgeschlossener Studien ausgeübten Tätigkeiten, doch ist es für den Regionalverband wohl schon recht praktisch, dass er durch die Doppelfunktion im Zweifelsfall immer schnell zur Stelle ist.

Als beamteter Kirchenrat ist Hoffmann schon seit 25 Jahren für den Regionalverband tätig, doch noch länger ist er Kirchenmusiker in der Festeburgkirche in Frankfurt-Preungesheim: Seit seinem 17. Lebensjahr spielt er dort die Orgel und hat nun schon sage und schreibe 37 Krippenspiele begleitet – „und bei keinem gefehlt“, wie er sagt, lächelnd und doch so, dass man merkt, dass ihm die musikalische Basisarbeit in der Gemeinde wichtig ist.

Geboren wurde Hoffmann 1970 in Frankfurt, wo die kirchenmusikalische Prägung auch von der mütterlichen Seite herrührte. Denn der Großvater, der später nicht aus dem Krieg zurückkehren sollte, war Organist und Kantor der Jakobskirche in Bockenheim. Ebendiese Stelle übernahm 1952 Herbert Manfred Hoffmann, der dann die Tochter des Kantors heiratete. In dem also sehr musikaffinen Haushalt begann Hoffmann mit sechs Jahren mit dem Klavierspiel und erhielt bald Unterricht an Dr. Hoch’s Konservatorium. Nach dem Abschluss des Studiums an der Kirchenmusik-Schule in Schlüchtern schrieb er sich, „um etwas Zeit zu überbrücken“, für ein Jura-Studium in Frankfurt ein. Das machte ihm so viel Spaß, dass er es mit dem zweiten Staatsexamen beendete.

Die kirchenmusikalische Verbandelung per Heirat setzte sich unterdessen fort, fast wie unter Kantoren und Kantorentöchtern der Barockzeit. Hoffmann heiratete die Tochter von Rolf Henry Kunz, dem in Frankfurt ebenfalls sehr bekannten, 2017 verstorbenen Organisten der Justinuskirche und der Kirche St. Josef in Höchst. „Mein Vater und Rolf Henry Kunz waren befreundet, es ist eine alte Familienfreundschaft“, beschreibt Hoffmann die Verbindung. Die zwei Töchter des Ehepaars Hoffmann, eine schon erwachsen, haben zwar auch nach dem Vorbild der Großmütter und Großväter bei der Organisation von Kirchenkonzerten mitgewirkt, zeigen jedoch andere Interessen.