Forderungen an Bundesregierung | Biogas in NRW soll sich mehr lohnen

Dafür soll der so genannte Flexibilitätszuschlag von derzeit 100 Euro "auf mindestens 130 Euro je Kilowatt installierter Leistung und Jahr" erhöht werden. Zusätzlich solle die Förderung über die zweite Vergütungsperiode von derzeit 12 auf 15 Jahre verlängert werden. "Damit erhalten Betreiber die notwendige langfristige Investitionssicherheit, um bestehende Biomasseanlagen zu flexibilisieren und zusätzliche regelbare Leistung für das Stromsystem bereitzustellen."

Laut NRW-Wirtschaftsministerium sind aktuell etwa tausend Bioenergieanlagen in Betrieb. Und die brauche man, betont Neubaur: "Die liefern Strom auch nachts und an windstillen Tagen. Sie heizen Häuser in Dörfern. Und sie bringen Landwirtinnen und Landwirten ein zusätzliches Einkommen", sagte die Ministerin dem WDR.

Mona Neubaur (Grüne), NRW-Wirtschaftsministerin
"Windkraft und Photovoltaik bauen wir in NRW weiter massiv aus. Bioenergie sorgt dafür, dass die Versorgung auch dann steht, wenn beide gerade wenig liefern." Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur (Grüne)

Viele Biogasanlagen noch nicht flexibel

Bei der Flexibilisierung der Biogas-Anlagen sehen Fachleute noch viel ungenutztes Potenzial. Genauso wie große Erdgas-Kraftwerke haben auch die klimafreundlichen Biogasanlagen den Vorteil, dass sie nach Bedarf steuerbar sind - und auch dann Strom liefern können, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht.

Trotzdem ist nur ein Bruchteil der Biogasanlagen für eine solche flexible Steuerung technisch ausgerüstet. Dabei ist das einfach umsetzbar, die bestehenden Anlagen brauchen dafür lediglich zusätzliche Motoren und einen Gasspeicher. Mit der heute unterzeichneten Erklärung wollen die Beteiligten dafür sorgen, dass in Zukunft mehr Biogasanlagen für flexiblen Betrieb umgebaut werden. "Wer seine Anlage umrüstet, investiert viel Geld. Das macht niemand ohne Planungssicherheit", betont Neubaur.