Forstamtsleiter lehnt Titel „Lehrforstamt" ab: „Das ist aus der Zeit gefallen"

Stand: 24.10.2026, 18:00 Uhr

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Möchte die Bezeichnung „Lehrforstamt“ gar nicht zurück: Christof Oldenburg. Er ist seit 2023 Leiter des Mündener Forstamtes.

Möchte die Bezeichnung „Lehrforstamt“ gar nicht zurück: Christof Oldenburg. Er ist seit 2023 Leiter des Mündener Forstamtes. © Archivfoto: Thomas Schlenz

Christof Oldenburg, Leiter des Forstamtes Münden, widerspricht der Forderung nach der alten Bezeichnung. Alle 24 niedersächsischen Forstämter bilden heute aus – manche sogar mehr als das Mündener.

Hann. Münden – Dass Helmuth Freist, der frühere Leiter des Forstamtes Bramwald, die Bezeichnung „Lehrforstamt“ für die Mündener Behörde zurückhaben möchte, stößt nicht bei jedem auf Verständnis. So haben bereits die Niedersächsischen Landesforsten erklärt, dass sie dies für überholt und unangemessen halten (HNA berichtete). Auch der aktuelle Leiter des Mündener Forstamtes, Christof Oldenburg, sieht das so.

„Das ist aus der Zeit gefallen“, sagt Oldenburg. Ende des 19. Jahrhunderts gegründet, hätten die früheren Ämter in und um Münden diese Bezeichnung fast 100 Jahre inne gehabt, weil sie Teil der Forstlichen Fakultät der Uni Göttingen gewesen seien. „Das hatte den Vorteil, dass Professoren Lehre und Praxis miteinander verbinden konnten“, erzählt er. Mit der Fertigstellung des Nordcampus an der Uni habe sich die Lehre dann aber nach Göttingen verlagert. Damit sei die Bezeichnung Lehrforstamt mit der Zeit obsolet geworden.

Grundsätzlich sei es auch so, „dass heutzutage alle 24 niedersächsischen Forstämter ausbilden. Manche sogar mehr als das Mündener“, sagt der aktuelle Leiter. Dementsprechend sei es ungerecht, einzelnen Ämtern ein Alleinstellungsmerkmal zu gewähren, das lediglich auf nicht mehr gegebenen Umständen beruhe.

„Ich will keine Sonderstellung gegenüber den anderen“, stellt Oldenburg klar. „Das sind alles gleichwertige Kolleginnen und Kollegen, es wäre einfach unpassend und unfair“, sagt er. Er widerspricht Freist auch dahingehend, dass Münden mit dem Wegfall der früheren Bezeichnung stärker von Personalabbau oder Zusammenlegungen bedroht sei. „Ich halte diese Aussage für problematisch. Das sorgt für Unruhe, obwohl das überhaupt nicht stimmt“, sagt Oldenburg.

Helmuth Freist leitete von 1966 bis 1997 das Forstamtes Bramwald bei Hemeln, das zum Forstamt Münden wurde. Schon länger fordert er, dass das Forstamt zusammen mit anderen wieder den Namen „Lehrforstamt“ erhalten solle. Zuletzt trug er sein Anliegen dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) vor, als dieser zu Besuch in Hann. Münden war.