Stand: 24.10.2026, 18:00 Uhr
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Wer diesem Baum im Norden einen Brief schreibt, kann tatsächlich auf eine Antwort hoffen. Dahinter steckt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte.
Dodauer Forst – Es klingt wie ein Märchen, mindestens wie eine kuriose Geschichte: Ein Baum in der Nähe der Ostsee empfängt Post und ist sogar verheiratet. In der Nähe der schleswig-holsteinischen Stadt Eutin steht eine mehrere hundert Jahre alte Eiche im Dodauer Forst, die eine ganz besondere Verbindung zu den Menschen hat.
Die Geschichte reicht mehr als 100 Jahre zurück. Die Bräutigamseiche im Dodauer Forst wurde damals zu einem geheimen Versteck von Verliebten: Die Tochter des Dodauer Försters, Minna Ohrt, verliebte sich in Wilhelm Schütte-Felsche, den Sohn eines Leipziger Schokoladenfabrikanten. Nach Angaben der Tourismuszentrale durften die beiden zunächst nicht zusammenkommen. Sie schrieben sich Briefe und tauschten diese im Astloch der Bräutigamseiche aus. Was für die beiden eine Möglichkeit war, heimlich Liebesbotschaften auszutauschen, sollte den Baum später berühmt machen.
Ostsee-Liebesgeschichte mit Happy End: So kam die Bräutigamseiche zu ihrem Namen
Die Liebesgeschichte von Minna Ohrt und Wilhelm Schütte-Felsche ging gut aus: Am 2. Juni 1891 heirateten Minna Ohrt und Wilhelm Schütte-Felsche unter der Eiche. Damit bekam der Baum gewissermaßen seine berühmte „Ehegeschichte“ – und seinen Namen: Bräutigamseiche. Danach begannen immer mehr Menschen, das Astloch der Eiche für Nachrichten zu nutzen. Heute hat die Bräutigamseiche eine eigene Postadresse.
Die Region rund um Eutin ist nicht nur wegen der Bräutigamseiche ein beliebtes Ziel für Ausflügler. Auch andere Orte in Ostholstein ziehen regelmäßig Besucher an – besonders die Nähe zur Ostsee macht die Gegend für Urlauber interessant.
Ostsee-Kuriosum: Eckdaten zur Bräutigamseiche im Dodauer Forst
Die Bräutigamseiche steht im Dodauer Forst bei Eutin in Ostholstein. Der Baum ist mehr als 500 Jahre alt, rund 25 Meter hoch und hat einen Stammumfang von etwa fünf Metern. Seine Besonderheit liegt jedoch nicht allein in seinem Alter: In einem Astloch werden bis heute Briefe von Menschen hinterlegt, die auf diesem ungewöhnlichen Weg Kontakt zu anderen suchen. Seit 1927 besitzt die Eiche sogar eine offizielle Postadresse: Bräutigamseiche, Dodauer Forst, 23701 Eutin. Damit ist sie wohl eine der ungewöhnlichsten Postadressen Schleswig-Holsteins.
Ostsee-Dating ohne Internet: Dieser Baum bekommt noch immer Liebesbriefe
Die Anschrift lautet „Bräutigamseiche, Dodauer Forst, 23701 Eutin“. Die Post findet ihren Weg tatsächlich bis in den Wald. Dort werden die Briefe in einem Astloch des Baumes hinterlegt. Auch heute funktioniert die Eiche wie eine Kontaktbörse. Zwar gibt es keine Profile, kein Swipen oder Fotos, allerdings Papier, einen Namen und persönliche Zeilen. Das ungewöhnliche Dating-Portal wird laut Tourismuszentrale regelmäßig genutzt.

Zeitweise sollen bis zu 50 Briefe pro Tag eingegangen sein, laut Fernsehberichten. Zudem sollen mehr als zehn Ehen nachweislich über die außergewöhnliche Kontaktmöglichkeit angebahnt worden sein. Für die Bräutigamseiche selbst gab es leider kein „Happy End“. 2009 wurde die Bräutigamseiche symbolisch mit der Himmelgeister Kastanie in Düsseldorf verheiratet. Der alte Solitärbaum in den Rheinauen hatte eine ebenso eine offizielle Postadresse mit Briefkasten. Mittlerweile ist die Braut der Bräutigamseiche allerdings an einer Pilzkrankheit verstorben und musste abgesägt werden.