Stand: 22.09.2026, 13:52 Uhr
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Behörden erklären, die „Es-geht-alles“-Mentalität sei vorbei, nachdem Wanderer in Berghütten nach Spas und Aufzügen verlangen.
Wanderer auf dem Rundweg um den Mont Blanc werden von den französischen Behörden beschuldigt, auf Feldern ihr Geschäft zu verrichten, wilde Steinböcke von Hand zu füttern und zu fragen, warum Berghütten keine Spas haben. Beamte erarbeiten derzeit Regeln zur Kontrolle der Tour du Mont Blanc, eines 170 Kilometer langen Rundwegs um das Massiv durch Frankreich, Italien und die Schweiz, nachdem sich die Besucherzahlen im Zuge eines durch soziale Medien angeheizten Booms mehr als verdoppelt haben.
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Dieser Artikel von Henry Samuel entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.
Andere Wanderer lassen sich große Rollkoffer von Hütte zu Hütte per Taxi transportieren, während manchen vorgeworfen wird, sie hätten behauptet, die Tour du Mont Blanc komplett absolviert zu haben, obwohl sie beträchtliche Teilstrecken mit dem Auto zurückgelegt haben. Ein Hüttenwirt berichtete, Wanderer, die gerade 1.000 Höhenmeter aufgestiegen seien, hätten sich beschwert, dass seine Unterkunft keinen Aufzug habe. Ein Gast habe gefragt, ob es ein Spa gebe.

„Angesichts dieser Auswüchse zeigen wir, dass die ‚Es-geht-alles‘-Mentalität vorbei ist“, sagte Jean-Marc Peillex, der Bürgermeister von Saint-Gervais und Präsident des Kommunalverbands des Mont Blanc. „Wir verbieten den Zugang nicht, aber wir bringen ihn unter Kontrolle.“
Rekordandrang auf dem Alpenklassiker
In diesem Sommer gingen mehr als 90.000 Menschen den Rundweg um den Mont Blanc, verglichen mit 36.000 im Jahr 2019. Die Strecke, auf der sich rund 10.000 Höhenmeter kumulieren, hat sich zur beliebtesten Weitwanderroute in den Alpen entwickelt. Am gefragtesten ist sie bei französischen und amerikanischen Wanderern, doch auch Briten, Kanadier und chinesische Touristen tragen zu dem großen internationalen Anteil bei; inzwischen sind drei Viertel der Wanderer Nicht-Franzosen.
Sieben französische Gemeinden entlang der Route haben sich mit Hüttenwirten, Bergführern, Campingplatzbetreibern, Transportunternehmen und der Regierung auf die Grundzüge neuer Regeln verständigt. Ab der nächsten Sommersaison müssen Wanderer nachweisen, dass sie anerkannte Unterkünfte gebucht haben. Wildcampen wird verboten, stattdessen werden ausgewiesene Zeltplätze mit Toiletten und Wasser bereitgestellt.
Strengere Regeln für Komfort und Gepäck
Die Behörden wollen zudem den Transport großer Koffer zwischen den Etappen unterbinden, gleichzeitig aber weiterhin die Beförderung notwendiger Trekkingrucksäcke erlauben. Peillex erklärte, Ziel sei es, den Wert der Wanderung wiederherzustellen und zu verhindern, dass sich die Wanderer „Stoßstange an Stoßstange“ auf den Bergpfaden bewegten. Es ist nicht sein erster Konflikt mit Besuchern des Massivs.
Im August löste Peillex einen Streit aus, nachdem er sich geweigert hatte, eine kostenlose staatliche Hubschrauberrettung für 32 Bergsteiger zu genehmigen, die in der Goûter-Hütte am Mont Blanc festsaßen. Er warf ihnen vor, Warnungen vor gefährlichen Felsstürzen ignoriert zu haben, und bestand darauf, dass sie jeweils 95 Euro für einen privaten Flug ins Tal bezahlen. Bergsteigerverbände warfen ihm vor, Kletterer unfair zu beschuldigen, die ihren Aufstieg begonnen hatten, bevor die Hütten geschlossen worden waren.
Mont-Blanc-Aufstieg bereits streng reguliert
Ähnliche Kontrollen gelten bereits für den Aufstieg auf den Mont Blanc, bei dem Alpinisten eine Hüttenreservierung vorweisen müssen und polizeilichen Kontrollen unterliegen.