Stand: 16.07.2026, 18:24 Uhr
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Bei der deutschen Faustball-Meisterschaft in Bardowick trifft Ida Jungclaussen mit dem TV Brettorf auf ihr Ex-Team TSV Calw. Als Insiderin weiß die Weltmeisterin natürlich, wie der Gegner zu knacken ist.
Brettorf/Ahlhorn – Während ihres Lehramtsstudiums in Heidelberg spielte Ida Jungclaussen zweieinhalb Jahre für die Erstliga-Faustballerinnen des TSV Calw. Besonders mit Angreiferin Henriette Schell und Kapitänin Leonie Pfrommer versteht sich die 25-Jährige seither prächtig. Doch an diesem Samstag ab 10 Uhr müssen die Freundschaften im Extremfall fünf Sätze lang ruhen. Denn bei der Endrunde um die deutsche Meisterschaft in Bardowick werden sich Ida Jungclaussen, die im vergangenen Winter zu ihrem Heimatverein TV Brettorf zurückgekehrt ist, und ihre früheren Teamkolleginnen als Gegnerinnen gegenüberstehen. Im Qualifikationsmatch geht es um den Einzug ins Halbfinale, wo Titelverteidiger Ahlhorner SV auf den Sieger wartet.
„Der TSV Calw ist der TV Brettorf des Südens – der Verein ist sehr familiär, und jeder packt mit an. Ich habe mich dort direkt wohlgefühlt“, erinnert sich Ida Jungclaussen gerne an ihre Zeit im Nordschwarzwald zurück. Doch das wird die Weltmeisterin mit DM-Beginn ausblenden. „Am Samstag um 11 Uhr rauszufliegen, steht jedenfalls nicht auf unserer Liste“, unterstreicht sie, obwohl „Calw viel mehr Erfahrung hat und auf dem Papier Favorit ist“.
Als Insiderin weiß die Ostrittrumerin auch, wie der Zweite der 1. Bundesliga Süd zu knacken ist. „Calw ist eher eine Hallenmannschaft und hat auf dem Feld oft Startschwierigkeiten, weil die eine oder andere sehr nervös ist. Wenn wir gleich gut beginnen, haben wir eine Chance“, ist Ida Jungclaussen überzeugt. Sie empfiehlt ihren Angreiferinnen Pia Neuefeind, Leni Hasselberg und Melanie Steenken, möglichst oft locker vor die Füße der vorgezogenen TSV-Mittelfrau zu spielen: „Das sind die ekligsten Bälle!“
Nachdem die Brettorferinnen das DM-Ticket erst auf den letzten Drücker und dank der Schützenhilfe des TV Jahn Schneverdingen gebucht hatten, macht sich die Crew von TVB-Coach Marc Lange für die Endrunde jedoch keinen Druck, unbedingt eine Medaille gewinnen zu müssen. „Wir wollen erstmal unsere Leistung abrufen, und dann gucken wir, was drin ist“, sagt Ida Jungclaussen. Dass sie mit den „Großen“ mithalten können, bewiesen sie in der Rückrunde, als sie Schneverdingen bezwangen (3:2) und Ahlhorn beim 2:3 am Rande der einzigen Saisonniederlage hatten.
Ganz andere Ansprüche meldet der Ahlhorner SV an. Die Titelverteidigung ist das erklärte Ziel des amtierenden deutschen Meisters. „Alles andere wäre auch nicht glaubwürdig – dafür ist die Saison bisher einfach zu gut gelaufen“, erklärt Spielertrainerin Sarah Albrecht. In 14 Partien gab ihr Team insgesamt nur sieben Sätze ab. Diese Bilanz wird vom ebenfalls ungeschlagenen Südmeister TSV Dennach, der in 16 Spielen fünf Durchgänge verlor, noch getoppt. Auf die Pink Ladys, die es im anderen Halbfinale entweder mit Schneverdingen oder dem TSV Pfungstadt zu tun bekommen, können die Ahlhornerinnen allerdings erst im Finale treffen.
Im Halbfinale rechnet Sarah Albrecht mit dem Landkreisrivalen als Gegner. „Ich glaube, dass Brettorf einen Tick besser ist als Calw. Sie sind auf allen Positionen etwas stabiler. Außerdem haben sie sich zum Ende der Saison immer mehr gesteigert – das Momentum macht viel aus“, glaubt die 32-Jährige. Zusätzlich zu ihrem Stammpersonal nimmt Sarah Albrecht noch die Abwehrspielerinnen Anastasia Will und Nasee Mahmood aus dem Ahlhorner Zweitliga-Team mit in den Landkreis Lüneburg.
Da die in Bardowick wohnende ASV-Nationalspielerin Michaela Grzywatz eine Ferienwohnung in Lüneburg besitzt, war die Quartierfrage schnell geklärt. Interessanter dürfte werden, wie die Ahlhornerinnen mit dem späten Turniereinstieg – ihr Halbfinale ist für Samstag, 15 Uhr, angesetzt – klarkommen. „Man spart zwar Kräfte, weil man ein Spiel weniger hat. Dafür besteht die Gefahr, dass man schlecht Spannung aufbauen kann, wenn man lange rumsitzt“, erläutert Sarah Albrecht.
Spielplan Frauen-DM
Qualifikation: Samstag, 10 Uhr: TSV Calw (2. Süd) – TV Brettorf (3. Nord), 12.30 Uhr: TSV Pfungstadt (3. Süd) – TV Jahn Schneverdingen (2. Nord)
Halbfinale: Samstag, 15 Uhr: Sieger Calw/Brettorf – Ahlhorner SV (1. Nord/Titelverteidiger), 17.30 Uhr: Sieger Pfungstadt/Schneverdingen – TSV Dennach (1. Süd)
Spiel um Platz drei: Sonntag, 10.30 Uhr
Finale: Sonntag, 13 Uhr