Gesundheitsgefährdend: Supermarkt lagert und verkauft Milch und Fleisch viel zu warm

Stand: 16.07.2026, 18:25 Uhr

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Der „Bizim Supermarkt“ fiel bei den Kontrolleuren durch.

Der „Bizim Supermarkt“ fiel bei den Kontrolleuren durch. © Dierk Rohdenburg

In einem kleinen Supermarkt in der Bremer Neustadt gab es keine Kühldokumentation. Die Ware wurde viel zu warm gelagert und verkauft.

Bremen – Bei einer Kontrolle im „Bizim Supermarkt“ in der Neustadt sind zahlreiche deutlich zu schlecht gekühlte Milch- und Fleischprodukte in den Regalen aufgefallen, die dennoch zum Verkauf angeboten wurden.

Nach Angaben der Lebensmittelüberwachung Bremen wurden die massiven Verstöße gegen die Kühlpflicht am Mittwoch, 27. Mai, festgestellt. Demnach kam es in dem Markt zu einer „wiederholten Unterbrechung der Kühlkette bei kühlungspflichtigen Lebensmitteln“. Sowohl im Verkaufsraum als auch im Keller-Kühlraum seien zahlreiche Produkte unzureichend gekühlt oder vollkommen ungekühlt vorrätig gehalten und angeboten worden, so die Behörde.

Im Verkaufsbereich registrierten die Kontrolleure unter anderem frische Milch der Marke Bärenmarke mit einer Temperatur von 19,1 Grad Celsius, obwohl diese laut Vorgabe höchstens bei plus acht Grad gelagert werden darf. Eine ebenfalls frische Weide-Vollmilch erreichte 19,3 Grad. Ayran lag bei 19,9 Grad, zulässig wären hier nur drei bis sechs Grad. Teigfäden (Kadayif) wurden mit 21,2 Grad gemessen, ein Sahneaufstrich mit 21,3 Grad – auch diese Produkte hätten deutlich kühler gelagert werden müssen.

Auch im Kühlraum war es zu warm

Betroffen waren laut Lebensmittelüberwachung auch weitere kühlpflichtige Waren wie Naturjoghurt und Käseprodukte. Besonders problematisch: Auch Fleisch- und Wurstwaren im Verkaufsraum, darunter Hotdogs und Currybockwurst, wiesen Temperaturen zwischen 12,8 und 14,5 Grad auf – statt der geforderten maximal vier oder sieben Grad.

Im Keller-Kühlraum zeigten sich ähnliche Zustände. Die Raumtemperatur lag dort nach Behördenangaben bei 15,3 Grad. Produkte wie Joghurt wurden mit Temperaturen zwischen 12,1 und 17,6 Grad gemessen. Im Verkaufsraum betrug die Raumtemperatur zum Zeitpunkt der Kontrolle 20,6 Grad. Eine vorgeschriebene Dokumentation der Lagertemperaturen war nicht vorhanden.

Nach Einschätzung der Lebensmittelüberwachung Bremen wurde damit „einer Gesundheitsgefährdung für Verbraucher vorsätzlich Vorschub geleistet“. Die betroffenen Lebensmittel wurden sichergestellt und fachgerecht entsorgt. Das Geschäft dürfte schon bald wieder Besuch von den Kontrolleuren bekommen.

In Bremen musste zuletzt unter anderem die Filiale einer bekannten Döner-Kette berechtigte Kritik von den Lebensmittelkontrolleuren entgegennehmen. Diese hatte unter anderem Ratten, Schimmel und Fleisch am Boden entdeckt und das öffentlich kommuniziert. Zudem war ein Pizza-Schnellrestaurant in der Waterfont mit den gleichen Problemen beanstandet worden.

Ein Schnellrestaurant fiel ebenfalls bei den Kontrolleuren durch.