Friedberg als Bundeswehrstandort – Pläne verdichten sich

Stand: 11.08.2026, 07:27 Uhr

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Friedberg Kaserne Ray Barracks

Der Dornröschenschlaf der Ray Barracks soll beendet werden. Fragt sich nur, ob durch zivile oder militärische Nutzung. Oder durch beides. © Nici Merz

Das Verteidigungsministerium hat nur noch fünf von acht Liegenschaften auf der Liste der möglichen Kasernenreaktivierungen, Friedberg ist dabei. Noch steht es aber nicht fest, ob die Bundeswehr wirklich dort stationiert wird.

Friedberg – Wird Friedberg Bundeswehrstandort? Wie es nach neuesten Informationen aus dem Bundesverteidigungsministerium aussieht, wird das immer wahrscheinlicher. Bis 2007 ist das 74 Hektar große Gelände bereits militärisch genutzt worden – von den US-Streitkräften. Die Stadt Friedberg wollte und will dort einen neuen Stadtteil entstehen lassen und im Zuge dessen auch einen neuen Stützpunkt für die Feuerwehr und einen Bauhof errichten.

Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) liefen. Nun könnte das Verteidigungsministerium den Plänen einen Strich durch die Rechnung machen. Oder aber die Bundeswehr wird, falls sie sich für den Standort Friedberg entscheidet, nicht die kompletten 74 Hektar nutzen und der Stadt damit gewisse Optionen lassen.

Nachdem die Liste mit möglichen Kasernenreaktivierungen bisher noch acht Liegenschaften umfasst hat, sind es jetzt noch fünf, und Friedberg ist nach wie vor dabei, inklusive des ehemaligen US-Übungsplatzes bei Ockstadt. Ob das Verteidigungsministerium letztlich alle Standorte nehmen oder eine Auswahl treffen wird, steht in der Pressemitteilung von Montag nicht.

Nutzungsabsicht der Nutzungsabsicht für Friedberg verfestigt sich

Für die Standorte in Soest und Friedberg stehen laut Ministerium noch Gespräche an. In Bezug auf die Ray Barracks und den Ockstädter Übungsplatz „verfestigt sich die Nutzungsabsicht der Bundeswehr“, heißt es in der Pressemitteilung. Diesbezüglich werde eine Absichtserklärung, ein „Letter of Intent“, erstellt, „auf dessen Grundlage die Wiedernutzung der Liegenschaft erfolgen soll“. Da diese Liegenschaft aktuell noch genutzt werde, müssten einige Besonderheiten berücksichtigt werden.

Weiter heißt es im Schreiben des Verteidigungsministeriums: „Um zeitgerecht die vertraglichen und baulichen Maßnahmen zur Wiedernutzung der Liegenschaften durch die Bundeswehr umsetzen zu können, sind jetzt die erforderlichen Schritte zu ergreifen.“ Insbesondere das an die Unterzeichnung der Absichtserklärungen anschließende Landbeschaffungsverfahren müsse kurzfristig eingeleitet werden, „um die geplanten Ausbildungskapazitäten umsetzen zu können“. Dadurch würden die Liegenschaften wieder in die militärische Nutzung und in den Besitz des Bundesministeriums der Verteidigung übergehen.

Diese Schritte dienten dazu, rechtzeitig Voraussetzungen zu schaffen, eine Stationierungsentscheidung sei damit noch nicht verbunden. Das Ministerium verspricht, den „engen Schulterschluss“ unter anderem mit den Kommunen fortzusetzen.

Der Wetterauer Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Pauls (CDU) begrüßt, dass die Bundeswehr zeitnah Klarheit geschaffen hat. Für Friedberg solle ein sogenannter Letter of Intent erstellt werden, an den sich ein Landbeschaffungsverfahren anschließe; damit gehe die Liegenschaft wieder in militärische Nutzung über. Eine Stationierungsentscheidung sei damit noch nicht verbunden – das betont auch er.

Pauls stellt sich hinter Streitkräfte

„Dass dieses Gelände nach Jahren wieder aktiv genutzt wird, ist eine gute Nachricht“, unterstreicht Pauls.

In den vergangenen Wochen habe der Abgeordnete dazu ein Meinungsbild in den sozialen Medien eingeholt. Die Rückmeldungen seien überwiegend positiv ausgefallen – vor allem, weil die Menschen sich erhofften, dass mit der Bundeswehr wieder mehr Leben und neue Impulse nach Friedberg zurückkehren.

Der Abgeordnete stellt sich, wie er unterstreicht, in der aktuellen Lage klar hinter die Streitkräfte. Zugleich mahnt er einen engen Austausch vor Ort an.

Stadtverordnetenvorsteher Bernd Wagner, Bürgermeister Kjetil Dahlhaus und Erste Stadträtin Christine Diegel erklären auf Anfrage: „Wir haben das Dialogangebot der Bundeswehr angenommen, und die Gespräche vor Ort befinden sich in der Anlaufphase. Ein großer Teil des Geländes der Ray Barracks in unserer Stadt soll für die neuen Wehrdienstleistenden vorbereitet werden.“ Sie seien zuversichtlich, dass ein Teil des Geländes noch für die ursprünglich geplante Stadtentwicklung verbleibe und genutzt werden könne.

„Selbstverständlich gibt es aktuell noch mehr offene Fragen als geklärte, wie beispielsweise die Zuwegung, die Infrastruktur, Wasser- und Energieversorgung, Wohnraum, Bedarf an Schul- und Kindergartenplätzen und die Integration der Bundeswehr in unser Stadtleben.“ Die offenen Themen würden in den kommenden Gesprächen erörtert und Lösungswege gefunden werden. „Die nächsten Schritte werden zeitnah in entsprechenden Absichtserklärungen, dem Letter of Intent, festgehalten.“ Es bleibt spannend.