Friedliches, fröhliches Kulturfestival

Stand: 05.08.2026, 17:51 Uhr

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Vollgas vor vollem Besucherhügel gab am Sonntagabend beim Open-Air-Finale die weibliche AC/DC-Coverband „Black Rosie“, unter anderem mit Hits wie „Highway to Hell“.

Vollgas vor vollem Besucherhügel gab am Sonntagabend beim Open-Air-Finale die weibliche AC/DC-Coverband „Black Rosie“, unter anderem mit Hits wie „Highway to Hell“. © Dagmar Rutt

Wenn es das in der Mathematik gäbe, stünden zwei positive Nullen in der Bilanz des Gräfelfinger Kulturfestivals 2026: Es gab null Zwischenfälle im Sicherheitsbereich. Und: „Wirtschaftlich haben wir die schwarze Null erreicht“, so Simon Zilker, Vorsitzender des Kulturfestival-Vereins, im Merkur-Gespräch.

Gräfelfing – „Es war eines der friedlichsten Kulturfestivals überhaupt“, sagt Simon Zilker über Ausgabe Nummer 49, die vom vergangenen Donnerstag bis Sonntag auf dem bekannten Gelände im Paul-Diehl-Park über die Bühne ging. Der Funk zwischen den Security-Mitarbeitern, den Ordnern des Vereins und der Polizei hatte außer Testsprüchen nur das Erstaunen zum Inhalt, dass es nichts zu tun gab. Bis auf die Taschenkontrollen, die am Eingang bezüglich gefährlicher Gegenstände und Fremdalkohols durchgeführt wurden und ebenfalls wenig zutage förderten.

Unter dem Strich blieb ein wunderbares, fröhliches Fest, wie es sich die Veranstalter, Dutzende Bands, DJs und das zahlreiche Publikum nur wünschen konnten. Die gelegentlichen Regenschauer taten dem keinen Abbruch. Sie führten zwar dazu, dass mit 25.000 bis 30.000 Besuchern kein neuer Rekord aufgestellt wurde, doch das war auch nicht das Ziel. Kurz nach dem Regen füllte sich das Gelände wieder zügig, und diverse Pfützen ließ eine großzügige Strohauflage erst gar nicht zu Schlamm werden.

Allerdings war das Wetter auch jenseits der im Vergleich zu 2024 leicht gesunkenen Besucherzahl ein Thema. Wegen des Regens verlegten die Veranstalter am Freitagabend den Main Act von der Bühne am Besucherhügel ins große Zelt, das daraufhin sehr voll war. Der guten Stimmung tat das keinerlei Abbruch.

Und auch die Hitze beschäftigte die Kulturfestival-Macher und -Besucher. „Beim Aufbau schon waren die 35 Grad stark zu spüren“, berichtet Simon Zilker. Ein Konzert, das für 14.30 Uhr bei praller Sonne im Freien geplant war, fand aus diesem Grund ebenfalls im Zelt statt. Die in der Spitze 280 ehrenamtlichen Helfer wurden mit Unmengen frischem Trinkwasser versorgt, das überall bereitstand. Und an die Kabelbrücke, die über den Besucherstrom führte, montierten die Techniker des Kulturfestivals Düsen, die einen kühlenden Wassernebel versprühten. Die Gemeinde trug mit einer zusätzlichen Anzahl von Sonnenschirmen zu mehr Schatten bei.

Beeindruckend war abermals die bunte Mischung des Publikums, die schier unübersehbare Zahl unterschiedlichster Personen und Gruppen, die hier auf ihre Kosten kamen – und das kostenlos: Familien, viele Kinder, Jugendliche, Freundeskreise, Erwachsene von nah und fern erlebten die schönsten Seiten des traditionellen Würmtal-Woodstocks zum Ferienauftakt in gelöster Atmosphäre. Dazu trugen neben dem Organisatorenteam vom Verein und der GmbH des Kulturfestivals und den ehrenamtlichen Helfern auch der Gräfelfinger Bauhof, die Gemeinde, der Sicherheitsdienst und die Polizei bei, denen Zilker einen herzlichen Dank aussprach und betonte: „Die Zusammenarbeit läuft einfach top.“

Auch zwei Hauptsponsoren hob Zilker hervor. Zum einen die Limelight Veranstaltungstechnik aus München, die einen Großteil ihrer Leistung kostenfrei zur Verfügung stellte. Zilker: „Einige Mitarbeiter nehmen sich Urlaub, um auf dem Kulturfestival zu arbeiten.“ Und Jam-Tourgroup aus Baden-Baden sorgten wie schon seit vielen Jahren wieder für den guten Ton auf dem Festival, ebenfalls unter deutlichen Sonderkonditionen.

Auf Merkur-Anfrage bekräftigte der Vereinsvorsitzende, dass das Kulturfestival seinen maximalen Rahmen erreicht habe. Simon Zilker: „Weiteres Wachstum ist weder geplant noch möglich.“ Allerdings werde der Verein künftig, wie auch bei den jüngsten Ausgaben, Prozesse anpassen und sinnvolle Neuerungen ermöglichen, „um allen Besuchern das bestmögliche Erlebnis bieten zu können“. Dazu zählt der schrittweise Ausbau der Kartenzahlung, die in diesem Jahr erstmals auch die Pfandrückerstattung umfasste und besonders gut ankam. Zilker: „Wir hatten mehr als 70 Prozent bargeldlose Zahlungen.“

Neu war auch die Bar im vergrößerten DJ-Zelt, das bei seiner Premiere 2024 schon hervorragend ankam. Die Bar, die „immer rappelvoll“ war (Zilker), verstärkte nicht nur die Attraktion des DJ-Zeltes, sondern nahm auch Druck vom Andrang an den Bierstand, dessen Warteschlangen auch dank routinierten Personals an den Zapfhähnen überschaubar blieben. Hier gingen einschließlich Flaschenbier knapp 10.000 Liter über den Tresen. Zudem wurde mehr Wasser getrunken als bisher.

Dass es im Vorfeld im Organisatorenteam bezüglich mancher Neuerung Diskussionen gegeben hatte, wollte Simon Zilker gar nicht verheimlichen: „Es gab da ein Für und Wider, die Debatte war allerdings keine Generationenfrage. Und nach Tag eins, als sich alles bewährte, haben das auch alle anerkannt.“