Frust trotz historischer Aufholjagd: Warum Werder Bremen nach dem Paderborn-Remis angefressen ist

Frust trotz historischer Aufholjagd - warum Werder nach dem Paderborn-Remis angefressen ist: „Hätte nur einen Sieger geben dürfen“

Stand: 17.10.2026, 21:08 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Zum dritten Mal in drei Spielen kommt der SV Werder Bremen nach einem 0:2-Rückstand zurück. Doch trotz der historischen Aufholjagd überwiegt nach dem Paderborn-Spiel der Frust.

Bremen – Die Zahlen lesen sich beeindruckend: Der SV Werder Bremen ist nach der Aufholjagd zum 2:2 (0:2) gegen den SC Paderborn das erste Team in der Bundesliga-Geschichte, das dreimal in Folge einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt und mindestens noch einen Punkt eingefahren hat. Insgesamt haben die Bremer in der laufenden Saison nun schon sechs Punkte nach Rückstand gesammelt - Ligabestwert. Zudem sind die Grün-Weißen nun seit fünf Bundesliga-Spielen ungeschlagen. So richtig freuen konnten sich im grün-weißen Lager an diesem späten Samstagnachmittag aber weder Doppeltorschütze Niclas Füllkrug noch Trainer Daniel Thioune oder Sportchef Clemens Fritz. Trotz der historischen Aufholjagd gegen die Ostwestfalen überwog der Ärger über zwei vergebene Punkte angesichts zahlreicher vergebener Chancen.

Beim SV Werder Bremen herrschte nach dem Unentschieden gegen den SC Paderborn viel Frust - trotz eines weiteren Comebacks nach 0:2-Rückstand.

Beim SV Werder Bremen herrschte nach dem Unentschieden gegen den SC Paderborn viel Frust - trotz eines weiteren Comebacks nach 0:2-Rückstand. © IMAGO/nordphoto GmbH / Tauchnitz

Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz hadert: „Können uns nicht darauf verlassen, jedes Spiel einen 0:2-Rückstand aufzuholen“

„Paderborn macht aus vielleicht einer halben Chance zwei Tore, am Ende fast noch ein drittes. Wir kassieren wieder zwei Dinger, obwohl wir uns defensiv wenig Vorwürfe machen können, außer in diesen entscheidenden Situationen“, haderte beispielsweise Werder Bremens Innenverteidiger Amos Pieper nach dem Schlusspfiff - und ergänzte: „Wir haben die Chancen. Wir hatten genug Spiele, in denen wir aus nicht so klaren Chancen Tore machen, die wir dann ziehen. Heute ist es anders.“ Der Fakt, dass die Mannschaft in dieser Saison fast immer in der Lage ist, Rückstände umzubiegen, bezeichnete Pieper als besondere Stärke. „Dass wir jedes Mal zurückkommen, ist nicht einfach, das ist eine Energieleistung jedes Mal. Das spricht sehr für die Mannschaft. Es tut aber ein bisschen weh, bei der Vielzahl an Chancen.“

Auch Doppeltorschütze Niclas Füllkrug machte aus seinem Frust über den verpassten dritten Heimsieg der Saison keinen Hehl: „Ich bin enttäuscht, dass wir heute keine drei Punkte geholt haben. Es wäre ein riesengroßer Schritt in die richtige Richtung gewesen, den wir uns verdient haben, zu gehen. Es ist toll, dass wir so eine Mannschaft bespielen und beherrschen können, aber es ist schade, dass wir zweimal zu schlecht verteidigen und dadurch die Gegentore kassieren.“ Werder Bremens Sportchef Fußball Clemens Fritz freute sich zwar abermals über die intakte Moral der Mannschaft, zog angesichts des erneuten Rückstands aber ebenfalls ein eher kritisches Fazit: „Wir können uns nicht darauf verlassen, in jedem Spiel einen 0:2-Rückstand aufzuholen. Wir müssen defensiver aufmerksamer sein. Mit Blick auf die Möglichkeiten über das gesamte Spiel war es eher ein Verlust von zwei Punkten.“

Werder Bremens Trainer Daniel Thioune zufrieden mit der Moral seiner Mannschaft, aber nicht mit der Chancenverwertung

Noch deutlicher wurde Werder Bremens Cheftrainer Daniel Thioune: „Zum Zeitpunkt, als Paderborn in Führung geht, darf es auch gerne schon 1:0 oder 2:0 für uns stehen. Wir waren von Anfang an scharf und haben uns sehr gut die Möglichkeiten rausgespielt, im ersten Moment, in dem wir den Ball verlieren, schießt Paderborn ein sensationelles Tor.“ Besonders frustrierte ihn das zweite Gegentor nach einem Einwurf. „Darüber habe ich mich sehr geärgert, alle aus unserer Mannschaft wollten nicht, Tigges wollte und schießt das 2:0. Erste Halbzeit, viele Torchancen, aber nicht alles sauber zu Ende gespielt. Über 90 Minuten ein super Torwart auf der anderen Seite.“

Große Anerkennung zollte Thioune der Reaktion seiner Mannschaft nach dem Rückstand: „Das war eine sensationelle Haltung meiner Mannschaft nach dem 0:2, wir haben auch in der Kabine nicht das Gefühl gehabt, dass das Spiel zu Ende ist. In der zweiten Halbzeit legen wir nochmal eine Schippe drauf, schießen diesen Anschlusstreffer und allen im Stadion war klar: Das geht hier noch weiter.“ Am Ende überwog dennoch der Frust beim Trainer des SV Werder Bremen: „Anhand der Torchancen müssen wir dieses Spiel einfach gewinnen. Heute freuen wir uns nicht, es lief sehr unglücklich. Es hätte heute nur einen Sieger geben dürfen. Ich kann gut damit leben, wie sich meine Mannschaft seit Wochen gibt.“ Nur eben nicht mit dem Ergebnis. (mwi/bvo)