Fußball-Landesliga: Alte Weggefährten in neuen Farben

Fußball-Landesliga Alte Weggefährten in neuen Farben

Rieschweiler/Zweibrücken · In der vergangenen Saison trug Simon Hauk das Trikot der SG Rieschweiler, die in der laufenden Spielzeit der Landesliga West die rote Laterne trägt. Am Sonntag kommt Hauk mit dem Tabellenzweiten TSC Zweibrücken als Gegner zurück an die dicke Eiche. Er ist nicht der einzige Zweibrücker mit SGR-Vergangenheit.

01.10.2026 , 19:12 Uhr

Blick auf den Ball, das Derby im Kopf: Simon Hauk gastiert am Sonntag mit dem TSC Zweibrücken bei seinem ehemaligen Verein SG Rieschweiler.

Foto: Markus Hagen

An diesem Sonntag um 15.30 Uhr empfängt Schlusslicht SG Rieschweiler den Tabellenzweiten TSC Zweibrücken im Lokalderby der Fußball-Landesliga West. Für mehrere TSC-Spieler ist es eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: Kelvin Guth sowie die Brüder Luca und Simon Hauk spielten in der vergangenen Saison noch für die SGR. Auch Mirco Tüllner und Kevin Gundt liefen schon für Rieschweiler auf.

„Der Wechsel hat sich in meinem Fall schon gut neun Monate vorher ein wenig angedeutet. Der TSC Zweibrücken hatte damals schon Interesse an mir bekundet. Definitiv wurde es dann aber erst nach dem Ende der Saison“, erzählt der 23-jährige Simon Hauk. Mit 35 Treffern hatte der Stürmer maßgeblichen Anteil daran, dass die SG Rieschweiler in der vergangenen Saison den Ligaverbleib schaffte. Als sich abzeichnete, dass fast alle Spieler die SGR verlassen würden und ein nahezu vollständiger Neuaufbau bevorstand, stand sein Entschluss zum Wechsel fest. Sein Bruder Luca, Position rechter Außenverteidiger, folgte ihm. „Wir kannten schon vor dem Wechsel viele Spieler beim TSC, etwa Anton Ziegler und Tim Wachall“, berichtet Simon Hauk, der im Alter von sechs Jahren beim SV Palatia Contwig mit dem Fußball begann. Es folgten Stationen beim TuS Winzeln und beim FK Pirmasens, ehe er in der C-Jugend zur SV Elversberg wechselte. Anschließend spielte er für die U23 des FKP. Im Januar 2024 schloss er sich der SG Rieschweiler an.

Bei seinem neuen Verein kommt Hauk immer besser in Fahrt. Am vergangenen Spieltag gelang ihm beim 5:2-Heimsieg gegen die SG Weinsheim ein „Dreierpack“. Es waren seine Saisontore vier bis sechs. Noch erfolgreicher ist Sturmkollege Tim Wachall, der nach neun Spieltagen bereits 16 Tore erzielt hat. „Wir ergänzen uns und bilden ein sehr gutes Sturmduo“, schwärmt Hauk.

Wie gut die beiden TSC-Angreifer harmonieren, sah man auch beim 2:0 gegen Weinsheim, als Wachall über die linke Seite vorpreschte und Hauks Treffer vorbereitete. „Letztlich ist es eigentlich egal, wer trifft und wie viele Tore auf dem eigenen Konto stehen. Es zählt der Gesamterfolg, zu dem die Mannschaft als Einheit beiträgt.“

Mit dem bisherigen Saisonverlauf könne der TSC mehr als zufrieden sein, meint Hauk. Der zweite Tabellenplatz sei ein „tolles Zwischenergebnis“, das die Mannschaft festigen wolle. Dafür brauche es nun auch beim Schlusslicht drei Punkte. „Das sieht einfacher aus, als es ist. Klar fahren wir auf dem Papier als Favorit nach Rieschweiler, aber es ist ein Derby und da zählen Tabellenplätze nicht viel.“ Die SGR werde alles daransetzen, die zuletzt schwachen Ergebnisse mit einer guten Leistung gegen den Nachbarn zu korrigieren, glaubt Hauk. Rieschweiler kassierte zuletzt fünf Niederlagen in Serie und verlor dabei auch die Kellerduelle gegen den SV Winterbach (0:5) und den SV Morlautern (1:3).

„Natürlich sind wir in der Lage, mit einem konzentrierten Auftritt in Rieschweiler zu gewinnen. Das klappt aber nur, wenn wir die Punkte nicht schon vor dem Anpfiff einplanen“, sagt Hauk, der seinen früheren Verein nicht aus den Augen verloren hat: Zwei Spiele der SGR hat er in dieser Saison bereits live verfolgt.

Seinem neuen Verein TSC traut er sogar zu, bei einem optimalen Saisonverlauf im Kampf um den Titel mitzumischen. Spitzenreiter SV Hermersberg, der am Sonntag beim Tabellensiebten TuS Bedesbach-Patersbach antritt, hat aktuell drei Punkte mehr auf dem Konto.

Rieschweilers Trainer Sebastian Reinert sieht das Derby als Chance, mit seiner Mannschaft wieder in die Spur zu finden. „Die letzten Spiele waren einfach nicht gut von uns. Da muss man nicht drumherum reden. Die Niederlagen gingen auch alle in Ordnung. Wir haben uns zu viele Fehler geleistet. Die müssen wir gegen den TSC am Sonntag abstellen, wenn wir mithalten wollen“, sagt der Trainer, der unumwunden zugibt: „Wir müssen schon ein wenig darauf hoffen, dass Zweibrücken nicht ganz so stark auftritt wie in den Wochen davor. Zweiter gegen Letzter – da stellt sich nicht die Frage, wer der Favorit ist.“

Auf der anderen Seite sagt Reinert aber auch: „Wir wollen kompakt stehen und wenig zulassen. Vielleicht unterschätzt der TSC uns auch ein wenig. Und wenn es dann lange 0:0 steht, dann kann so ein Derby auch zur Kopfsache werden.“ Besonders dann, wenn auf der anderen Seite des Feldes alte Weggefährten in neuen Farben als Gegner stehen.

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