Fußballweltmeisterschaft: Frankreich wirft Spaniens Ex-Ministerpräsidenten Rassismus vor

Vor dem ersten WM-Halbfinale erhebt Frankreich Rassismusvorwürfe gegen den spanischen Ex-Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Auch aus Spanien kommt Empörung.

Quelle: DIE ZEIT, SID,

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  1. Juli 2026, 22:23 Uhr

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Fußballweltmeisterschaft: Frankreich habe einen »Kader von höchstem Niveau. Allerdings ohne Franzosen«, meint der ehemalige spanische Regierungschef Mariano Rajoy.
Frankreich habe einen »Kader von höchstem Niveau. Allerdings ohne Franzosen«, meint der ehemalige spanische Regierungschef Mariano Rajoy. © Francisco Seco/​dpa

Vor dem Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich bei der Fußball-WM hat der frühere spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy mit rassistischen Aussagen für Empörung in beiden Ländern gesorgt. In einem Gastbeitrag für das Onlinemedium El Debate schrieb er, Frankreich verfüge über einen »Kader von höchstem Niveau. Allerdings ohne Franzosen.« Zahlreiche Politiker und auch der französische Fußballverband FFF kritisierten Rajoy, der von 2011 bis 2018 für die konservative Volkspartei (PP) Spaniens Regierungschef war.

Rajoys Äußerungen »enthalten unerträgliche rassistische Untertöne«, schrieb FFF-Präsident Philippe Diallo bei X. »Und sie werfen die Frage auf, welches verabscheuungswürdige Klima solche Äußerungen hervorbringt. Unsere Spieler müssen kein Zertifikat über ihre Staatsangehörigkeit von einem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten erhalten. Die französische Nationalmannschaft ist die Mannschaft Frankreichs.«

»Möge der Bessere gewinnen und der Rassismus verlieren«

Auch Rajoys Amtsnachfolger Pedro Sánchez äußerte sich. »Es gibt Menschen, die Zugehörigkeit immer noch am Nachnamen, am Geburtsort oder an der Hautfarbe messen. Andere messen sie an der Verbundenheit mit einem Land und dem Willen, zu ihm beizutragen«, schrieb er auf X. »Spanien gehört denen, die es lieben und mit Leben erfüllen. Nicht denen, die es mit fremdenfeindlichen Äußerungen in Verruf bringen. Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale. Möge der Bessere gewinnen und der Rassismus verlieren.«

Auch aus der französischen Regierung gab es Reaktionen auf Rajoys Beitrag. Aurore Bergé, Beauftragte für die Bekämpfung von Diskriminierung, nannte die Aussagen »wiederholt rassistische Entgleisungen«. Naïma Moutchou, Ministerin für die Überseegebiete, teilte mit: »Das sind keine ›Entgleisungen‹. Es ist ein systematischer und verharmloster Hass auf Frankreich und das, was es ist.«

»Alle Spieler der französischen Nationalmannschaft sind Franzosen«

Auf Rajoys Gastbeitrag reagierte auch die französische Botschaft in Madrid. »Alle Spieler der französischen Nationalmannschaft sind Franzosen«, hieß es in einer Mitteilung: »Von den 26 Spielern sind 23 in Frankreich geboren. Die drei, die im Ausland geboren wurden, sind ebenfalls Franzosen.«

Nach Frankreichs Sieg über Paraguay im Achtelfinale hatte sich die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla in den sozialen Medien ebenfalls rassistisch gegenüber Kylian Mbappé geäußert. Unter anderem nannte sie ihn einen »kolonialisierten Kameruner, der verzweifelt versucht, als Franzose durchzugehen«.