Fuchs geht in Kassel auf Sandalenjagd – Försterin warnt vor Kontakt

Stand: 07.08.2026, 19:00 Uhr

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Junger Fuchs

Immer häufiger in Städten unterwegs: Junge Füchse haben oft wenig Scheu vor den Menschen. © Thomas Warnack

Wildtiere tummeln sich immer häufiger in Kasseler Gärten und verschleppen gern Schuhe. Betroffene und Försterin berichten.

Kassel – Eine Wehlheiderin war kürzlich einem Rätsel auf der Spur. Urplötzlich waren ihre Ledersandalen verschwunden. Auf der Terrasse, wo sie ihre Schuhe vermutete, standen sie nicht mehr. Zunächst hatte sie ihre siebenjährige Tochter im Verdacht, die häufiger mal Dinge verschleppt. Nach längerer Suche fand sie die Sandalen schließlich im Garten. Doch sie waren nicht unversehrt. Eine Sandale war ganz eindeutig zerbissen worden. Der Abdruck des Gebisses war zu erkennen. Aber zu welchem Tier passte die Bissspur? Also wandte sie sich an die HNA.

Sandale, Bissspuren vom Fuchs

Hier schlug der Fuchs zu: Die Sandale mit der Bissspur. © Bastian Ludwig

Wir legten Fotos der zerkauten Sandale Försterin Dagmar Löffler vor, die das Revier Kirchditmold leitet. Löffler zeigte die Bilder auch dem Kasseler Waschbärexperten Frank Becker. Beide konnten einen Waschbären als Täter ausschließen. „Das war ziemlich sicher ein Fuchs. Gerade junge Füchse sind sehr verspielt und beißen auch gerne aus Neugier an Schuhen herum“, sagt Löffler. Zuletzt habe sie von Anwohnern in Kirchditmold viele Meldungen über Füchse in Gärten erhalten. Füchse seien sehr anpassungsfähig und tummelten sich deshalb immer häufiger auch in Siedlungen. „Gerade junge Tiere sind oft wenig scheu und trauen sich nah an die Menschen heran. Sie erkennen uns nicht mehr immer als Feind“, so die Försterin. Ihrer Tochter habe sich ein junger Fuchs mal auf einen Meter genähert, als diese in Wilhelmsthal auf einer Isomatte lag.

Krankheiten im Gepäck

Auch wenn die Menschen in der Regel erfreut über den Anblick der possierlichen Tiere seien, würden diese auch Probleme mit sich bringen. So könnten sie über ihre Ausscheidungen auch Krankheiten übertragen. Während Staupe und Räude den Menschen nicht gefährlich werden könnten, gelte dies nicht für den Fuchsbandwurm. „Ich will keine Panik verbreiten, aber es ist dennoch gut, wenn wir uns die Wildtiere vom Hals halten, indem wir sie lautstark verscheuchen. Sonst kommen irgendwann noch die Wildschweine und die verbreiten richtig Chaos“, so Löffler. Auch beim Waschbär lasse sich beobachten, welche Folgen zu viel Zuneigung haben könne.

Neben Waschbären und Füchsen sorgten aber auch die Rehe zunehmend für Ärger. „Sie kommen in die Gärten und fressen gerne junge Rosenknospen. Auch Rehe sind unglaublich anpassungsfähig“, so die Forstwirtin. Erst vor ein paar Tagen habe die Überwachungskamera ihrer Nachbarn ein Reh aufgezeichnet, das während des Urlaubs der Hausbewohner einen Abstecher auf deren Terrasse gemacht hatte.