Artenschutz in NRW | WDR aktuell
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WDR. 1 Min. 50 Sek.. Verfügbar bis 03.09.2028.
Artenschutz in NRW : Diese seltenen Tiere werden wieder mehr
Stand: 03.09.2026, 14:15 Uhr
Einige Tierarten sind bei uns so selten geworden, dass man sie fast nie zu Gesicht bekommt. Manche landen sogar auf der Roten Liste für bedrohte Tiere. Hier kommen fünf kleine Erfolgsgeschichten aus NRW in Sachen Artenschutz - von fischenden Adlern bis zu einem Froschlurch in BVB-Farben.
Von
Katja Goebel
Kapitel
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Der Seeadler
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Die Mopsfledermaus
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Die Gelbbauchunke
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Das Rebhuhn
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Die Zangenlibelle
NRW ist Lebensraum von über 43.000 Tierarten, Pflanzen und Pilzarten. Manche sind so selten, dass man sie kaum zu Gesicht bekommt. Auf der NRW-Artenschutzkonferenz tauschen sich heute Fachleute und Politiker dazu aus, wie seltene Arten in NRW besser geschützt werden können.
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Die gute Nachricht: Einige lang vermisste Arten sind langsam in NRW wieder heimisch geworden, nachdem es sehr schlecht um sie stand - dank Artenschutzmaßnahmen, ausdauernder Projekte, Renaturierungen und engagierten Ehrenamtlichen. Hier kommen fünf kleine Erfolgsgeschichten.
1.
Der Seeadler
Macht wieder Beute in NRW: Der Seeadler
Bildquelle: WDR/dpa
Ein sehr majestätischer Vogel hat NRW erst vor wenigen Jahren tatsächlich neu besiedelt. Nachdem er fast hundert Jahre lang verschwunden war, hat der Seeadler 2017 erstmals wieder hier gebrütet. Und das war eine echte Sensation. Auf der Bislicher Insel bei Xanten zog damals erstmals ein Adlerpaar erfolgreich Junge groß. Inzwischen gibt es weitere Brutstandorte in NRW: im Kreis Lippe, in Duisburg und erstmals auch im Kreis Kleve.
Entscheidend für diese Wiederansiedlung: die Ausweisung von Schutzgebieten, der Ankauf ökologischer Flächen in Flussauen, der Einsatz von Rangern und ein gestiegenes Naturbewusstsein durch Umweltbildung.
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2.
Die Mopsfledermaus
Bevorzugt naturnahe Wälder: Die Mopsfledermaus
Bildquelle: picture-alliance/ dpa/dpaweb
Sie sind lautlose Jäger, die sich am Tag verstecken und erst in der Nacht auf Insektenjagd gehen. Für diese Lebensweise sind zwei Dinge unentbehrlich: Versteckmöglichkeiten und genug Beute. Von beidem gibt es für Fledermäuse zu wenig. Intensive Land- und Forstwirtschaft haben die fliegenden Säuger verdrängt, Pestizide die Beutetiere wie Nachtfalter reduziert. Ein Grund, warum in diesem Jahr gleich zehn Partnerorganisationen aus Naturschutz und Wissenschaft daran arbeiten, die Lebensräume von Waldfledermäusen langfristig zu sichern - mit dabei ist auch der Naturschutzbund (Nabu) NRW.
Im Mittelpunkt des Projekts steht unter anderem die Mopsfledermaus - eine von 21 Fledermausarten in NRW. Sie ist hier äußerst selten und gilt als vom Aussterben bedroht. Charakteristisch ist ihr plattgedrücktes Gesicht mit breiten Ohren, die in der Mitte des Kopfes zusammengewachsen sind.
3.
Die Gelbbauchunke
Schwarz-gelb-gefleckt und sehr selten: Die Gelbbauchunke
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Man erkennt sie sofort an ihrem schwarz-gelb gefleckten Bauchmuster, das sie übrigens gut vor Fressfeinden schützt. Der knallige Bauchlatz bewahrt sie allerdings nicht davor, dass ihr Lebensraum immer kleiner wird. Die Gelbbauchunke ist vom Aussterben bedroht. Die Tiere gibt es in NRW nur noch in drei Regionen. Da muss was passieren.
Der Hammer Tierpark geht jetzt mit gutem Beispiel voran und startet eine Rettungsmission. Hier sorgen seltene Gelbbauchunken unter Aufsicht für Nachwuchs. Die kleinen Kaulquappen werden im Naturschutzgebiet im Kreis Soest wieder ausgesetzt.
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Artenschutz für schwarz-gelb: Die Rettung der Gelbbauchunke | Mehr
4.
Das Rebhuhn
Immer seltener zu hören: Das Rebhuhn
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Dieses Huhn trägt einen offiziellen Titel: Das Rebhuhn ist nämlich "Vogel des Jahres 2026". Seinen Namen hat er von seinem durchdringenden Alarmruf, der wie schnarrendes "Rep-Rep" klingt. Den hört man in NRW allerdings immer seltener. Was das Rebhuhn laut Naturschutzbund braucht, ist mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft, vor allem aber mehr ungenutzte Flächen für eine erfolgreiche Brut.
Und tatsächlich gibt es nun im nordrhein-westfälischen Stemwede ein Schutzprojekt, das erste Erfolge zeigt. Hier besteht zwischen Naturschützern, Jägern und Landwirten eine Kooperation. Letztere lassen zum Beispiel nun mitten in ihren Feldern Blühstreifen stehen. Ein Fazit: Elf Prozent mehr Rebhühner im Norden von Ostwestfalen-Lippe und rund um den See Dümmer.
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Schutzprojekt in Stemwede: Wie Landwirte und Jäger das Rebhuhn retten | Mehr
5.
Die Zangenlibelle
Lebt wieder an der Emscher: Kleine Zangenlibelle
Bildquelle: picture alliance / blickwinkel/AGAMI/W. Leurs
Wenn ein ehemaliger Abwasserkanal wieder zu einem richtigen Fluss wird, siedeln sich auch wieder Tiere an, die man an den Ufern lange nicht gesehen hat. So war das auch mit der Kleinen Zangenlibelle an der Emscher. Der pfeilschnelle Flugkünstler mit der kleinen Schere am Hinterleib ist wieder zurück in NRW - nur eine von vielen Erfolgsmeldungen des langjährigen Renaturierungsprozesses.
Bei einem Aktionstag 2024 wurden an der neuen Emscheraue über 700 Arten kartiert - darunter über 270 Insektenarten. Unter ihnen auch die geringelte Zangenlibelle, sehr zur Freude der Forscher und Naturschützer.
Unsere Quellen:
- Naturschutzbund NRW
- Umweltministerium
- Emschergenossenschaft
- Landesumweltamt
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 03.09.2026, 12.45 Uhr
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