Nylonfaden in Stechelberg: Fünfte Falle für Basejumper und Luftsportler entdeckt

Publiziert21. Oktober 2026, 07:52

Stechelberg BEFünfte Nylonfaden-Falle – Basejumper sind entsetzt

Bereits fünfmal wurden in Stechelberg Nylonfäden entdeckt, die Basejumper und andere Luftsportler gefährden. Die Polizei ermittelt, den Tätern drohen mehrjährige Strafen.

Maurin Vonplon

Darum gehts

  • In Stechelberg BE haben Unbekannte bereits zum fünften Mal einen Nylonfaden gespannt.
  • Der Faden hing am Absprungort «La Mousse» auf Fusshöhe. Die vier früheren Fäden wurden an Landeplätzen in Lauterbrunnen platziert.
  • Die Kantonspolizei Bern ermittelt und die Staatsanwaltschaft Oberland eröffnet voraussichtlich ein Verfahren wegen versuchter Gefährdung des Lebens.

Lebensgefährliche Falle an einem Absprungort für Basejumper: Bereits zum fünften Mal haben Unbekannte in Stechelberg einen Nylonfaden gespannt, der Luftsportler wie Basejumper und Gleitschirmpiloten gefährdet.

Am vergangenen Samstag entdeckten die Sportler beim Absprungort für Basejumper «La Mousse» einen Faden auf Fusshöhe. Schon zuvor waren vier ähnliche Fallen in den Landezonen der Luftsportler aufgetaucht. Beim ersten Vorfall flog ein Pilot in einen solchen Faden, blieb jedoch unverletzt.

«Die Polizei kontrolliert die Landeplätze weiterhin jeden Morgen. Bei den Absprungstellen liegt es jedoch in der Verantwortung jedes einzelnen Springers, vor dem Sprung sorgfältig auf mögliche Gefahren zu achten», schreibt die Swiss Base Association in ihrem Whatsapp-Channel.

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Das droht den Unbekannten hinter den Fäden

Auch rechtlich könnten die gespannten Nylonfäden schwere Folgen haben. «In erster Linie käme eine vorsätzliche Störung des öffentlichen Verkehrs in Betracht», sagt Rechtsexperte Stephan Schlegel gegenüber 20 Minuten. Dafür drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Voraussetzung sei, dass die Fäden eine konkrete Gefahr für die Luftsportler darstellten und die mutmasslichen Täter dies wussten oder in Kauf nahmen.

«Es ist schlimm, dass jemand so etwas macht – das macht Angst.»

Speedflyer aus Stechelberg

Auch eine Verurteilung wegen Gefährdung des Lebens sei denkbar. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Dafür müsste jedoch eine unmittelbare Lebensgefahr bestanden haben. Ob die Fäden tatsächlich so gefährlich waren, lasse sich anhand des Videos allein nicht beurteilen. Auch eine versuchte Körperverletzung komme grundsätzlich infrage.

Polizei ermittelt in fünf Fällen

Die Kantonspolizei Bern bestätigt alle fünf Fälle. «Wir haben jede dieser Meldungen ernst genommen und entsprechende Ermittlungen eingeleitet, die aktuell auch noch im Gang sind», sagt eine Berner Polizeisprecherin. Die Staatsanwaltschaft Oberland werde voraussichtlich ein Verfahren wegen versuchter Gefährdung des Lebens eröffnen.

Der Fall am Basejumper-Absprungort «La Mousse» war der erste an einer Absprungplattform. «Bei den vier vorherigen Meldungen handelte es sich bezüglich der Örtlichkeiten jeweils um Landeplätze in der Gemeinde Lauterbrunnen.» Laut der Kantonspolizei Bern wurde bisher niemand verletzt.

Die Swiss Base Association ruft die Community dazu auf, bei einem Fund von Nylonfäden sofort die Polizei zu verständigen. Die Fäden sollen nicht entfernt werden, damit die Polizei mögliche Beweise sichern kann.

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Maurin Vonplon

Maurin Vonplon (mav), Jahrgang 2006, arbeitet seit August 2026 bei 20 Minuten als Praktikant im Ressort Bern.

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