Rapp trifft alten Kabinen-Nachbarn Blessin wieder

FC St. Pauli

„Ganz schön bekriegt“: St. Pauli-Trainer Rapp über seine enge Beziehung zu Blessin

Im November 2014 waren sich Alexander Blessin und Marcel Rapp noch als Trainer von St. Pauli und Kiel begegnet. An diesem Samstag kommt Blessin nun mit Gladbach zum Kiezklub mit Rapp.
IMAGO/Philipp Szyza

Wieder einmal ist ein Testspiel des FC St. Pauli großartig besucht. Coach Marcel Rapp feiert das komplett ab und freut sich zudem auf einen alten Weggefährten.

Es ist nur ein Testspiel, aber was heißt schon „nur“, wenn der FC St. Pauli die Pforten des Millerntor-Stadions öffnet? Auch die Partie am Samstagnachmittag (15.30 Uhr/Liveticker bei mopo.de) gegen Borussia Mönchengladbach werden um die 14.000 Zuschauer:innen vor Ort live verfolgen. Einer von zwei Gründen, warum sich Marcel Rapp mega auf den Kick freut.

„Voll, Mann!“, sprudelte es aus ihm heraus, als er am Freitag nach dem Training gefragt wurde, ob das etwas Besonderes für ihn sei. Die Begriffe „Testspiel“ und „Freundschaftsspiel“ findet er zwar blöd, „denn für uns ist das ein Spiel“. Und dadurch, dass das im Stadion stattfindet, sei es eben noch einmal was anderes als ein „Test“ oder gar irgendwas mit „Freundschaft“.

Marcel Rapp schwer begeistert von St. Paulis Testspiel-Kulissen

Der riesige Zuspruch auch bei solch vermeintlich sekundär wichtigen Events ist neu für Rapp, oder? „Na ja, in Hoffenheim kamen auch mal 15.000 – zu einem Bundesligaspiel“, witzelte er, ohne das böse zu meinen, mit einem Blick in seine Vergangenheit. „Aber nein: Wenn wir im Sommer in der Vorbereitung in Babelsberg nicht vor 300, sondern vor 10.000 Menschen spielen, dann ist das halt schon richtig gut.“ Es macht Spaß, „aber es ist natürlich auch viel besser für mich als Trainer, weil eine ganz andere Stimmung herrscht bei so einem Spiel, als wenn wir auf dem Trainingsplatz spielen würden“.

In Hoffenheim kamen auch mal 15.000 - zu einem Bundesligaspiel.

Marcel Rapp

Es gibt auch zwei Nachteile, wenngleich beide verkraftbar sind: Rapps fortwährende Anweisungen während der Partie sind zum einen eher schwer bis gar nicht zu verstehen für seine Schützlinge. „Aber ich bin ja jetzt schon lange da“, winkte er ab, „die Jungs wissen, was sie zu tun haben. Das ist okay“. Zweiter Punkt sei, „dass es halt nicht unter Aufschluss der Öffentlichkeit ist, wo man geheime Dinge einstudieren kann. Aber das nehmen wir gerne in Kauf, wenn es so eine Resonanz gibt“.

Ex-Kiezklub-Coach Alex Blessin war Rapps Sitznachbar in der Kabine

Einen Gladbacher wird all das nicht wundern, und den kennt Rapp nur zu gut: Gäste-Trainer Alexander Blessin war bekanntlich in den vergangenen beiden Saisons für die braun-weißen Geschicke verantwortlich – und spielte einst gemeinsam mit dem Kollegen beim SC Pfullendorf in der damaligen 3. Liga. „Er war mein Sitznachbar in der Kabine“, erinnerte sich Rapp an die Zeit von 2003 bis 2005. „Wir kennen uns schon gut.“

Und man schätzt sich auch. Das hatte Blessin vor dem ersten Duell anno 2024 schon gesagt, als Rapp mit Holstein Kiel an der Elbe aufdribbelte. „Er ist ein richtig feiner Kerl“, waren seinerzeit die Worte, „in Pfullendorf haben wir uns richtig gut verstanden.“ Als man sich später aber als Gegner wieder begegnete – Verteidiger Rapp war bei den Stuttgarter Kickers, Stürmer Blessin kickte in Hoffenheim –, habe sich das geändert: „Da haben wir uns ganz schön bekriegt.“

Trainer von St. Pauli und Gladbach „keine Freunde, aber wir mögen uns“

Bei Rapp sind nur die positiven Erinnerungen kleben geblieben. „Es ist jetzt nicht so, dass wir Freunde wären. Aber wir mögen uns“, sagte der 47-Jährige und erzählte von einem Telefonat, nachdem er Blessins alte Mannschaft in Hamburg übernommen hatte. „Ich würde sagen, wenn der Alex jetzt hierherkommt, freut er sich, mich zu sehen. Und ich freue mich, ihn zu sehen.“

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