HKEPC hat am 10. September 2026 Aufnahmen veröffentlicht, die palettenweise angelieferte Geforce RTX 5090 in chinesischen Montagebetrieben zeigen sollen. Wer gegenwärtig eine Geforce-Grafikkarte im High-End-Segment sucht, konkurriert damit nicht mehr nur mit anderen Spielern, sondern auch mit Systemintegratoren.
Belegt ist der Einsatz von Retail-Grafikkarten in KI-Servern, nicht aber die Stückzahl und erst recht nicht ihr Anteil an der immer weiter steigenden Preisentwicklung.
Geforce RTX 5090: Wie KI die Grafikkarte aus dem Handel ziehen
Auf den Bildern sind reguläre Geforce RTX 5090 ("GB202") in ihren Kartons zu sehen, keine RTX PRO 6000 Blackwell und keine Rechenzentrums-Beschleuniger. Der Grund liegt in den technischen Daten: Die Consumer-Karte trägt 32 GiB GDDR7 an einem 512 Bit breiten Interface und erreicht 1.792 GB/s Speicherbandbreite, also exakt den Wert der weit teureren Profikarte. Bei der Inferenz mit kleineren Modellen ist genau diese Bandbreite der limitierende Faktor, nicht die Grafikeinheiten. Nvidia beziffert die Rechenleistung für KI-Workflows auf 3.352 AI TOPS ("FP4") mit Sparsity.
HKEPC stellt die Fotos in einen Marktkontext, der in der internationalen Berichterstattung bislang untergeht. Jon Peddie Research zählte im zweiten Quartal 2026 12,5 Millionen ausgelieferte Grafikkarten, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorquartal, während die Auslieferungen von Desktop-Prozessoren um 33 Prozent einbrachen. Für Käufer ist davon vor allem eine Zahl relevant:
Die Attach-Rate stieg auf 89 Prozent. Rechnerisch werden inzwischen fast so viele Grafikkarten ausgeliefert wie Desktop-Prozessoren. Das liegt aber weniger an einer entsprechend hohen Nachfrage aus dem Retail- respektive DIY-Segment, sondern vielmehr daran, dass Desktop-GPUs offensichtlich zweckentfremdet werden.
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Zur Einordnung gehört die Quellenlage. Die Fotos zeigen Kartons und Regale, aber keine Lieferscheine. Bereits in der Kommentarspalte bei TechPowerUp wurden Zweifel an ihrer Echtheit laut; die Bildqualität lässt eine Prüfung nicht zu. Das Muster ist dennoch spätestens seit April 2025 dokumentiert, als ein vietnamesischer Händler einen Barebone-Server mit sieben Geforce RTX 5090 in den Verkauf gab.
96 GiB in drei Karten: Warum die Rechnung in Deutschland kippt
Drei Geforce RTX 5090 kosten im deutschen Handel zusammen 15.747 Euro und liefern dafür 96 GiB Grafikspeicher in drei getrennten Pools (günstigstes Angebot 5.249 Euro, Stand: 14. September 2026). Eine einzelne Nvidia RTX Pro 6000 Blackwell mit denselben 96 GiB GDDR7 wird derzeit ab rund 13.000 Euro gelistet.
Für die Kaufentscheidung zählt zuerst der Speicher pro Karte, dann der Preis und erst danach die Rohleistung: Wer ein Modell mit 70 Milliarden Parametern in FP8 komplett laden will, scheitert unabhängig vom Budget an 32 GiB pro Karte.
Die drei Consumer-Karten bringen zwar rund 10.000 AI TOPS gegenüber 4.000 der Profikarte, ziehen aber 1.725 statt 600 Watt und belegen neun statt zwei Steckplätze.
Der Kostenvorteil, der den Aufkauf überhaupt erst attraktiv macht, existiert im deutschen Endkundenhandel nicht mehr. Für asiatische Großhandelskanäle gilt diese Rechnung nicht.
Geforce RTX 5090 D: Nvidia hätte den Hebel, nutzt ihn aber nicht
Die für China bestimmte Geforce RTX 5090 D erreicht 2.375 AI TOPS statt 3.352 und ist beim Betrieb mehrerer Grafikkarten zusätzlich beschnitten, bei einer praktisch unveränderten Spieleleistung.
Der Nachweis, dass sich die KI-Performance von der Gaming-Leistung trennen lässt, liegt seit der Exportregulierung also vor. Beim Standardmodell nutzt Nvidia diesen Hebel bis heute nicht.
Während des Mining-Booms reagierte der Hersteller mit LHR-Varianten ("Lite Hash Rate") der Geforce-RTX-30-Serie, die die Ethereum-Hashrate drosselten und die Bildrate unangetastet ließen; 2022 war die Sperre vollständig umgangen. Ein vergleichbarer Schritt steht diesmal nicht an. Für Nvidia ist die KI-Nachfrage das Geschäftsmodell.
GDDR7 als Preistreiber: Was auf Käufer in Deutschland zukommt
Der teuerste Einzelposten der Geforce RTX 5090 ist ihr Speicher: 32 GiB GDDR7 sind die größte Bestückung im Consumer-Segment und zugleich das knappste Bauteil der Karte. Nvidia hob die Preise für das Blackwell-Topmodell laut Branchenkreisen bereits zum 13. Mai 2026 intern an und begründete den Schritt mit gestiegenen GDDR7-Kosten. Parallel ziehen DRAM und NAND an, weil die Speicherhersteller Kapazitäten in margenstärkere Server- und KI-Produkte umschichten.
Gegenüber September 2025, als die Karte noch für 2.319 Euro zu haben war, hat sich der Preis mehr als verdoppelt. Der Aufkauf für KI-Server und teurer GDDR7 haben dieselbe Ursache. Eine Entspannung hängt damit am Speichermarkt, und der bleibt bis auf Weiteres angespannt.
- Für PC-Spieler und Hardware-Käufer kann der Einsatz regulärer RTX 5090 in KI-Servern die Konkurrenz um verfügbare Karten erhöhen, auch wenn sein Anteil an den Preissteigerungen nicht belegt ist.
- Eine RTX 5090 kostet in Deutschland inzwischen mindestens 5.249 Euro; für eine Entspannung dürften deshalb vor allem die weitere Entwicklung bei GDDR7-Preisen und Speicherverfügbarkeit entscheidend sein.
- Für KI-Nutzer sind mehrere RTX 5090 hierzulande derzeit kaum attraktiv: Drei Karten kosten mehr als eine RTX Pro 6000 mit 96 GiB, benötigen deutlich mehr Strom und stellen ihren Speicher nur in getrennten Pools bereit.
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Quelle: HKEPC