Geheimdienst-Vize packt aus: Putin will ganz Donezk erobern – und plant Winteroffensive

Stand: 25.08.2026, 13:04 Uhr

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Der ukrainische Geheimdienst warnt vor Putins Plänen für den Winter und Anfang 2027. Es drohen Angriffe auf Energieversorgung, Gasinfrastruktur und Wasser.

Moskau – Russland zeigt nach Einschätzung des ukrainischen Militärgeheimdienstes derzeit keine Anzeichen für ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs. Präsident Wladimir Putin wolle in den kommenden Monaten vielmehr weitere Gebiete erobern und den militärischen Druck auf die Ukraine erhöhen.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Im Winter könnten erneut Energieversorgung und andere kritische Infrastrukturen angegriffen werden. Bis Ende 2026 rechne der ukrainische Militärgeheimdienst HUR weder mit einer Einigung noch mit einem Friedensvertrag.

Putins Plan bis Jahresende: Ukrainischer Geheimdienst warnt vor neuer Eskalation

Ukrainischer Geheimdienst warnt vor Putins Plänen für Winter und Anfang 2027. © © IMAGO / ITAR-TASS / Archivbild

Auf dem Schlachtfeld gebe es keine Hinweise darauf, dass Russland zu einer Waffenruhe und ernsthaften Verhandlungen bereit sei, sagte HUR-Vizechef Wadym Skibizkyj in einem Interview mit RBK-Ukraine.

HUR: Putin will ganz Donezk erobern

Nach Erkenntnissen des HUR hält Putin demnach an seinen bisherigen Kriegszielen fest. Dazu gehörten vor allem die ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk. Der russische Generalstab plane, die vollständige Einnahme der Region Donezk noch bis Ende dieses Jahres abzuschließen, erklärte Skibizkyj.

Für Herbst und Winter erwartet der Geheimdienst weitere russische Angriffe auf militärische Anlagen, die Rüstungsindustrie und die Energieversorgung. Auch Logistik und Tankstellen könnten erneut getroffen werden. Russland attackiere inzwischen sowohl militärische als auch zivile Ziele, sagte Skibizkyj dem Bericht zufolge.

Besonders gefährdet seien während der kalten Monate Strom- und Wärmeversorgung. Nach Angaben des HUR hat Russland zudem eine Drohne entwickelt, die gezielt Strommasten beschädigen soll. In deren Tragflächen befinde sich Sprengstoff, der Metallteile durchtrennen könne.

Der Geheimdienst beobachtete außerdem russische Aufklärungsaktivitäten gegen kritische Infrastruktur. Dazu gehöre auch der Einsatz von Satelliten. Gefährdet seien demnach die Wasserversorgung sowie die Gasinfrastruktur und Gasförderung, insbesondere in den Regionen Poltawa und Charkiw.

Geheimdienst hält neue Mobilisierung für möglich

Auch wichtige Verkehrswege könnten angegriffen werden. Skibizkyj verwies auf russische Attacken gegen Brücken in frontnahen Gebieten sowie auf strategisch bedeutende Übergänge. Sobald eine Anlage für die Ukraine besonders wichtig werde, steige aus Sicht des HUR das Risiko eines russischen Angriffs.

Eine neue russische Offensive aus dem Norden hält der Geheimdienstler derzeit nicht für unmittelbar absehbar. Entscheidend sei, ob Russland nach den anstehenden Wahlen eine weitere Mobilisierung beginne. Eine solche Vorbereitung lasse sich heute kaum vollständig verbergen, sagte Skibizkyj.

Sollte Moskau noch in diesem Jahr erneut größere Teile der Bevölkerung einziehen, könnten daraus nach seiner Einschätzung erst einige Monate später kampffähige Verbände entstehen. Bei der Teilmobilisierung 2022 seien im Oktober eingezogene Soldaten teilweise erst im Januar 2023 an der Front eingesetzt worden.

Die Bildkombo zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin (l) den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Wolodymyr Selenskyj (r.) warnt vor Putins Plänen. © Gavriil Grigorov/dpa

Eine stärkere russische Angriffsgruppe könnte deshalb bis Anfang 2027 aufgebaut werden. Skibizkyj schloss auch eine größere Operation im Februar nicht aus und verwies dabei auf Putins Vorliebe für symbolische Daten. Ob es dazu komme, hänge jedoch davon ab, ob Russland tatsächlich mobilisiere und wie viele Soldaten eingezogen würden.

Moskau weist solche Mobilisierungspläne offiziell zurück. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte am 20. August vor Journalisten bei den Vereinten Nationen, eine Massenmobilisierung sei derzeit weder geplant noch notwendig. Ganz ausschließen wollte er sie jedoch nicht. „Soweit ich weiß, ist sie nicht geplant oder zu erwarten. Aber wir werden sehen, was passiert“, sagte Nebensja.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor erklärt, Kiew habe Hinweise darauf, dass Russland nach der Parlamentswahl im September Hunderttausende weitere Soldaten mobilisieren könnte. Quellen: RBK-Ukraine, nif/red.