Stand: 26.09.2026, 19:02 Uhr
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Nach drei Jahren Leerstand hat das ehemalige Hotel Promenade an der Seepromenade neue Pächter. Das Geheimrezept der berühmten Soße bringt die Betreiberin aus München mit.
Herrsching – Mit dem Kaffee- und Kuchengeschäft macht sie sich gerade erst vertraut, ansonsten ist Thuha „Hani“ Nguyen ein Gastroprofi. Die Vietnamesin stammt aus einer Hoteliersfamilie. Seit 20 Jahren lebt sie in Deutschland. Sie ist Franchisenehmerin von Banh-mi-ba-Bistros und eröffnete vor fünf Jahren zusammen mit ihrem Mann Tuan Anh Hoang in München das erste eigene panasiatische Restaurant „Geisha“. Mittlerweile gibt es vier Lokale in München und eines in Dachau. Seit Samstag gibt es auch an der Herrschinger Seepromenade Sushi und andere asiatische Spezialitäten – und Kaffee und Kuchen.
Zur Saison an der Seepromenade geht ohne Kaffee und Kuchen wenig. Das hatte Hani Nguyen gewusst, die in der Gastroszene in München der Einfachheit wegen nur als „Hani“ bekannt ist. „Ich bin seit drei Wochen jeden Tag in Herrsching“, erzählt sie und gesteht: „Ich bin in diesen Ort verliebt.“ Am liebsten würde sie herziehen. Ähnlich geht es ihren Mitarbeitern, allen voran John Kroos. Er ist seit Anfang des Jahres im Unternehmen und Betriebsleiter im „Magari by Geisha“ im Münchner Werksviertel. Bis sich in Herrsching ein Betriebsleiter gefunden hat, ist auch er fast täglich am Ammersee.
Im ehemaligen Hotel Promenade, zuletzt Pegasus, ist viel zu tun. In der Speisewirtschaft gab es zwar Zwischenlösungen, das Hotel stand aber drei Jahre leer. Hani Nguyen wünscht, dem Ganzen wieder Leben einzuhauchen. Als Kind einer Hoteliersfamilie in ihrer Heimat war ein Hotel schon lange ein Traum von ihr. Während das Lokal wie alle anderen Lokale unter dem Namen „Geisha“ firmiert, trägt das Hotel schon heute den Namen „Luma“. „Wie unsere Villa in Hanoi“, sagt Hani Nguyen stolz. „Das ist ein schöner Name, für mich spiegelt er das Glitzern auf dem See im Sonnenlicht wider.“ Bis das Hotel mit 21 Zimmern in Betrieb geht, gibt es allerdings noch ein paar Handgriffe zu tun. Auf dem Parkplatz steht aktuell noch ein großer Müllcontainer. „In einer Woche wollen wir fertig sein“, sagt Kroos.
„Wir haben auch im Lokal einiges machen müssen“, erzählt Kroos. „Es hatte aufgesehen wie in einem Lager.“ Zwei Monate lang wurde deshalb umgebaut, wurden eine Bar und eine Sushi-Bar installiert und Holzbalken unter dem Glasdach montiert, die gleich mehr Wärme geben. Auch der kalte Fliesenboden soll bald Vergangenheit sein. „Wir werden den Boden um zehn Zentimeter erhöhen und Parkett verlegen. Die Gäste können dann besser auf den See schauen“, sagt Hani Nguyen.
Die neuen Betreiber wurden herzlich von den Nachbarn begrüßt. „Die Seehof-Mitarbeiter haben uns Blumen gebracht“, erzählt Hani Nguyen. Damit hatte sie nicht gerechnet, das hat sie riesig gefreut. Seit der Eröffnung kamen auch schon viele Herrschinger vorbei, um die neue Küche auszuprobieren und sie willkommen zu heißen. „Wir haben die beste Soße“, verspricht Hani Nguyen. „Mein Mann ist Sushi-Meister, das Rezept ist von ihm, und es bleibt geheim“, sagt sie verschmitzt. Denn in München ist „Geisha“ dafür berühmt. So soll es auch in Herrsching werden.
In Herrsching wird im „Geisha“ außer panasiatischer Küche auch internationale Küche angeboten – beispielsweise beim Frühstück. Da stehen auf der Karte auch Pancakes. Frühstück gibt es regulär bis 12 Uhr, am Wochenende als Brunch bis 15 Uhr. Unter der Woche wird ein Mittagstisch angeboten. Geöffnet ist täglich bis 23 Uhr. „No sushi, no life“ leuchtet bunt über der Bar – „das ist unser Motto“, sagt Hani Nguyen. In allen Lokalen zusammen beschäftigt das Ehepaar Nguyen/Hoang mehr als 100 Mitarbeiter. Die meisten kommen aus Vietnam. Bei so vielen Standorten können Ausfälle hier also mit Mitarbeitern von da schnell kompensiert werden. In Herrsching sind etwa 15 Mitarbeiter beschäftigt.