Stand: 26.09.2026, 19:00 Uhr
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Im alten Gasteig ziehen bis Ende September Hunderte Künstler aus 203 Räumen aus, darunter die Lach und Schieß und Michael Mittermeier. Ab November startet die Sanierung, die Arbeiten dauern laut Stadt bis Januar 2027.
Auf Wiedersehen, das war‘s mit der Katze. Die Zwischennutzung im alten Gasteig an der Rosenheimerstraße, genannt Fat Cat (dt. Fette Katze, sinngemäß etwa: Großkopferter), ist Geschichte. Am Dienstag fällt der letzte Vorhang im Übergangs-Kulturzentrum, danach gehen die Lichter für lange Zeit aus. Denn bald soll sie endlich beginnen – die Generalsanierung des Gasteigs.

Von allen Kulturschaffenden, die drei Jahre lang darin residierten, ist es die Münchner Lach- und Schieß, die der Fat Cat am 29. September die letzte Ehre erweist. „Fun Facts“ stehen um 19 Uhr noch einmal auf dem Programm, mit Claus von Wagner im kleinen Konzertsaal. Danach zieht das Kult-Kabarett zurück nach Schwabing, wo sie ab Ende Oktober im TamS-Theater ihre Vorstellungen gibt. Mit dem Fat Cat ende „ein kurzes, aber sehr schönes Kapitel in Haidhausen“, erklärte das Theater.

Michael Mittermeiers Comedy Club Lucky Punch erntet diesen Sonntag den letzten Applaus. „Wir konnten, wie viele andere Künstler in der Fat Cat, über die letzten Jahre eine Subkultur aufbauen, die gerade jetzt richtig anfängt zu blühen“, sagt Comedian Michael Mittermeier dem Merkur. „Natürlich ist der Auszug jetzt schade. Aber wir sehen es als Chance. Es geht mit viel Drive weiter!“ Am 1. Oktober stünden schon die nächsten Vorstellungen auf dem Plan, und zwar eine Doppel-Show im Hoftheater Sendling, dazu die allererste Show im Einstein Kultur. Auch in der Nachtkantine, im Heppel und Ettlich sowie im Bergson Kulturkraftwerk gastiert Lucky Punch künftig. „Das Ziel ist natürlich ein neues festes Zuhause“, sagt Mittermeier, „da sind wir für jeden Tipp dankbar, egal ob Hotellobby, alter Keller oder Ex-Kino- oder Clubraum.“

Neben den zwei Theatern müssen bis Ende September auch hunderte Künstler aus 203 kleineren Räumen ausgezogen sein. Im Oktober darf die Fat Cat GmbH dann noch größere Installationen wie Treppen, Gastronomie und Technik abbauen. Die finale Räumungsfrist ist laut Referat für Arbeit und Wirtschaft der 31. Oktober. „Mitte September waren schon 48 Parteien weg“, sagt Referats-Sprecherin Maren Kowitz.

Ist alles leer, beginnt ab November das große Sanieren. Dabei wird zunächst „Medienfreiheit“ hergestellt, das heißt, die Strom-, Wasser-, Abwasser- und Heizungsversorgung wird abgeschaltet. „Dieser Prozess ist aufwändig“, erklärt Kowitz, „da unterschiedlichste Versorgungsnetze und -leitungen auf der 90.000 Quadratmeter großen Fläche betroffen sind. Diese Arbeiten übernimmt der Gasteig, sie dauern bis Ende Januar 2027.“

Anfang Dezember kommt zudem ein Bauzaun um den alten Gasteig. Es werden Baucontainer und Baustromverteiler aufgebaut, dazu freie Flächen für Handwerker und Bauunternehmen hergerichtet. Wenn der Stadtrat es genehmigt, wird dann ab März 2027 das Asbest aus dem 80er-Jahre-Gemäuer beseitigt. „Um an die Schadstoffbereiche hinter Verkleidungen und Wandscheiben zu gelangen, sind Abbrucharbeiten in großem Umfang notwendig“, erklärt Kowitz. „Die Schadstoffe werden in geschlossenen Bereichen zum sicheren Abtransport verpackt und zu Entsorgungsanlagen gefahren.“
Ist dieser große erste Schritt getan, ist der Gasteig endlich auf dem Weg zu seiner geplanten Fertigstellung im Jahr 2034.