Mehr Sicherheit, viel Geld: Was sich die Gen Z wünscht – und warum sie schwarz für die eigene Zukunft sieht

Gen Z verliert den Glauben an den Aufstieg: Werte sinken rapide

Stand: 25.08.2026, 00:01 Uhr

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Der Jugendfinanzmonitor zeigt: Nur 40 Prozent der 16- bis 25-Jährigen rechnen mit finanziellem Aufstieg. Derweil wächst der Wunsch nach mehr Finanzwissen.

Berlin – Die sogenannte Gen Z sieht immer schwärzer. Nur noch 40 Prozent der 16- bis 25-Jährigen in Deutschland glauben, künftig einen ebenso hohen oder gar höheren Lebensstandard erreichen zu können wie die Generation vor ihnen. 2018 waren es noch 72 Prozent in dieser Altersgruppe. Das ist das Ergebnis einer Befragung* des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der privaten Wirtschaftauskunftei Schufa Holding. Der sogenannte Jugendfinanzmonitor liegt der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media exklusiv vorab vor.

Grafik zum Jugendfinanzmonitor

Der Blick in die Zukunft wird pessimistischer. © Quelle: Jugendfinanmonitor Schufa Holding

Auch bezüglich beruflicher Perspektiven ist die junge Generation pessimistisch: Nur 52 Prozent glauben, auch in Zukunft wie frühere Generationen die Chance auf eine gute und sichere Beschäftigung zu haben. 2018 lag dieser Wert noch bei 71 Prozent. An das alte Versprechen aus Wirtschaftswundertagen, dass es jeder Generation besser geht als der vorherigen, glauben viele Jugendliche und junge Erwachsene offenbar nicht mehr.

Finanzbildungskonzept der Bundesregierung kommt nicht vom Fleck

Die junge Generation hat ein solides Finanzwissen laut Schufa-Monitor. Die eigene finanzielle Situation bewerten die Befragten überwiegend positiv. 68 Prozent sind mit ihrer finanziellen Situation zufrieden oder sehr zufrieden, 82 Prozent kommen nach eigener Einschätzung gut oder sehr gut mit ihrem Geld aus. 39 Prozent der 16- bis 17-Jährigen haben weniger als 100 Euro im Monat zur Verfügung. Erwerbstätige junge Menschen verfügen laut der Befragung im Durchschnitt über 1.332 Euro.

Das Thema Geld wird im Schulunterricht derweil immer präsenter. Fast die Hälfte der 16- bis 17-Jährigen (46 Prozent) hat bereits mit Finanzthemen im Unterricht zu tun gehabt – neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Unter den 18- bis 21-Jährigen kennen 29 Finanzthemen aus dem Schulunterricht, bei den 22- bis 25-Jährigen 28 Prozent. Der Bedarf ist groß: 92 Prozent der jungen Generation zwischen 16 und 25 Jahren wünschen sich, dass Themen rund um Finanzen und wirtschaftliche Zusammenhänge ausführlich in der Schule vermittelt werden. „Finanzkompetenz ist ein wichtiger Schlüssel zur Teilhabe. Dass immer mehr jungen Menschen Finanzthemen bereits im Unterricht begegnen, ist eine wichtige und ermutigende Entwicklung”, sagt Tanja Birkholz, Vorstandsvorsitzende der Schufa, unserer Redaktion. „Zugleich zeigt der weiterhin große Wunsch nach mehr Finanzbildung, dass es noch viel zu tun gibt.“

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Das Streben nach finanzieller Stabilität wird wichtiger. © Quelle: Jugendfinanzmonitor Schufa

An den Lehrplänen habe sich in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert, sagt Carmela Aprea, Wirtschaftspädagogin und Mitglied des Schufa-Verbraucherbeirats: „Gleichzeitig ist das Bewusstsein für die Bedeutung der finanziellen Bildung größer geworden, auch im Bewusstsein von Lehrkräften, die vorhandene Freiräume der Lehrpläne nutzen.“ Deutschland hinkt bei dem Thema im internationalen Vergleich tendenziell hinterher. Erst 2023 hatten Finanzministerium und Bildungsministerium den Startschuss für eine entsprechende Bildungsinititative gegeben – als letztes der G20-Länder. Umgesetzt sind die Planungen für eine nationale Finanzbildungsstrategie allerdings bislang nicht. (Quellen: Jugendfinanzmonitor 2026, eigene Recherchen)

*Für die repräsentative Befragung wurden Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren in Deutschland zwischen dem 24. Juni und dem 17. Juli 2026 befragt. Stichprobengröße: 1.010 Jugendliche und junge Erwachsene sowie zusätzlich 505 erwachsene Personen der Elterngeneration.