Stand: 13.09.2026, 20:15 Uhr
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Der Geschichtsverein hat sich in vielerlei Hinsicht neu aufgestellt. Mithilfe einer Förderung hat er sich digital auf den neuesten Stand gebracht. Nun digitalisiert er auch sein umfangreiches Archiv und sucht Mitstreiter.
Vöhl-Herzhausen – Wenn uns Geschichte eines lehrt, dann, dass (fast) nichts bleibt, wie es einmal war – aber auch nichts bleiben muss, wie es einmal war. Und dass vieles, was in der Gegenwart passiert, historisch gewachsen ist. So lassen sich nicht nur Krisen verstehen und Muster erkennen, sondern auch Bewusstsein schaffen für Offenheit und Wandel. So, wie die Geschichte, wandelt sich auch der Geschichtsverein Itter-Hessenstein – und wünscht sich weitere Mitstreiter, die den Weg aktiv unterstützen.
Auf der Agenda des Vereins steht seit Anbeginn das Erforschen, Bewahren und Vermitteln des kulturellen Erbes der Region Itter-Hessenstein, unterstreicht Volker König, der dem Geschichtsverein Itter-Hessenstein seit vielen Jahren engagiert vorsteht. Dabei hat sich auch die Art gewandelt, das Wissen weiterzugeben und zu präsentieren. „Bis vor Corona haben wir immer wieder Fahrten zu historisch interessanten Stätten oder Museen angeboten, es wurden Vorträge gehalten. Das war während der Pandemie nicht mehr möglich. Da wir uns nicht einfach ins Archiv zurückziehen wollten, haben wir als Vorstand dann mehr auf das Internet und Online-Plattformen wie Facebook und Instagram gesetzt“, erklärt König. Somit vermischt sich die Leidenschaft für die Vergangenheit auf diesem Weg mit Engagement für die Zukunft.
Antworten auf solche Fragen wie „Warum bauten Adelige Kirchen oder gründeten Klöster?“ oder „Wann und warum entstand die Burg Hessenstein und wie lebten früher die Bauern, wenn sie kaum eigenes Land hatten?“ bereitet insbesondere Volker König mit seinem kriminalistischen Spürsinn damit nun auch virtuell für das Plattform-Publikum auf. Mit Erfolg: Die Zahl der Follower wächst und die Zahl der Zugriffe geht je nach Thema in die Tausende, erklärt Ancuta (genannt Anca) Ianc, die unter „Geschichtsverein Itter-Hessenstein e. V.“ (Facebook) und „itterhessenstein“ (Insta) regelmäßig gekonnt bearbeitet und postet, was Volker König zuarbeitet. „Er investiert sehr viel Zeit in die Recherche“, lobt Anca Ianc Königs Engagement, sei es, aus Abertausenden von historischen Aufnahmen passende Bilder auszusuchen, sie zu beschriften und dazu Informationen zu recherchieren, oder gar Filmaufnahmen zu historischen Themen zu machen. So finden sich seltene historische Bilder und Informationen zum 900-jährigen Bestehen von Dorfitter in den Beiträgen, Erinnerungen an Alt-Asel oder an die Gerichtslinde in Basdorf, an Burg Hessenstein, die Steuerburg oder die Bergschule in Thalitter. Die historischen Themen wechseln sich ab mit heimischen Tier- und Naturbildern des Vöhler Naturfotografen Ullrich Müller.
Über einen Antrag aus dem Fördertopf des hessischen Ministeriums für Digitalisierung und Innovation erhielt der Verein 2023 einen Zuwendungsbescheid über 10.000 Euro – eine Summe, die einen außerordentlichen Schwung in die Digitalisierung des Vereins brachte. Davon konnte er Hardware wie Buchdruckscanner, Beamer, Diascanner, Laptops und Drucker sowie Software anschaffen. Außerdem stellt sich der Verein nun über eine Website vor, die klar und einladend gestaltet wurde. Auch über ein neues Logo präsentiert sich der Verein nach außen.
1993 gegründet
Der Verein wurde 1993 auf Initiative des Herzhäusers Friedrich Hoffmann gegründet. Als die alte Schule in Herzhausen 1999/2000 umgebaut wurde, hatte der Verein die Chance, in der ehemaligen Lehrerwohnung in Eigenleistung ein Archiv einzurichten. Leader-Fördermittel halfen bei der Realisierung. 2021 überließ die Gemeinde Vöhl dem Geschichtsverein noch einen weiteren Raum im Erdgeschoss, der inzwischen als Heimat-Präsenzbibliothek dient. Dort finden sich etwa Chroniken, Bücher aus einigen der Vöhler Kirchspiele, bereits erarbeitete Ahnenforschung sowie Ortssippenbücher. „Dieser zusätzliche Raum kam uns sehr gelegen und wir sind der Gemeinde dafür dankbar, denn unser Archiv wächst und platzt aus allen Nähten“, sagt Vereinsvorsitzender Volker König.
Der Verein wird auch oft für Ahnenforschung angefragt, ebenso werden Katasterbücher für aktuelle Themen immer wieder geöffnet. Außerdem betreut er noch das Grenzsteinmuseum, das Friedrich Hoffmann aufgebaut hat, und er unterstützt die Restaurierung historischer Stätten.
„Nun haben wir alle nötigen Komponenten für die Digitalisierung, aber sie ist aufwendig. Die Technik steht, Manpower fehlt noch“, formuliert König den Wunsch des Vereinsvorstands, „Leute zu finden, die sich für Heimatgeschichte interessieren und sich engagieren möchten – also zum Beispiel bei der Digitalisierung helfen möchten“.
Ziel sei, alle Datenbestände zu digitalisieren und in das Archivinformationssystem Arcinsys zugänglich zu machen. Das System ermöglicht die Online-Recherche von Archivalieneinheiten und Archivbeständen der Bundesländer Bremen, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie vieler weiterer Archive in diesen Bundesländern. Dafür müssen sie noch Tausende Unterlagen einscannen und archivieren.
Der Verein wird auch oft für Ahnenforschung angefragt, ebenso werden Katasterbücher für aktuelle Themen immer wieder geöffnet. Außerdem betreut er noch das Grenzsteinmuseum, das Friedrich Hoffmann aufgebaut hat, und er unterstützt die Restaurierung historischer Stätten.