Gesperrte Bahnstrecke wird wieder freigegeben
11.07.2026 19:39 Uhr
Ein mutmaßlicher Brandanschlag an einer wichtigen Bahnstrecke zwischen Köln und Düsseldorf legt den Bahnverkehr lahm. Nun ist der Verkehr wieder freigegeben.
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Verfasst von:
dpa
Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag ist die seit Freitag gesperrte Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln wieder freigegeben. Der Zugverkehr rollt nach Angaben der Deutschen Bahn wieder ohne Einschränkungen.
Am Freitagvormittag hatte die Böschung zwischen Langenfeld und Leverkusen laut Bahn an zwei Stellen gebrannt. Die Feuerwehr löschte die Brände, das Feuer beschädigte jedoch mehrere Signalkabel, sodass auf dem Abschnitt keine Züge fahren konnten.
Die Deutsche Bahn schloss die Reparaturarbeiten an den zahlreichen beschädigten Kabeln nach eigenen Angaben am frühen Abend ab. Fachleute hätten seit Freitag durchgehend daran gearbeitet, die Schäden so schnell wie möglich zu beheben. Die Bahn bedauerte die mit der Sperrung verbundenen Einschränkungen für die Reisenden.
Behörden vermuten einen Sabotageakt
Aus Sicherheitskreisen verlautete, es werde ein Sabotageakt vermutet. Auf der linken Plattform indymedia.org tauchte ein mutmaßliches Bekennerschreiben auf. Auch Staatsanwaltschaft und Polizei Köln teilten mit, dass die Ermittler aktuell davon ausgingen, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde.
Das Schreiben wurde mit dem Namen der bereits mehrfach mit Anschlägen auf Bahnstrecken in Verbindung gebrachten Gruppe „Kommando Angry Birds“ veröffentlicht. Darin schreibt die Gruppe, dass sie verantwortlich „für die Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen“ sei. Es seien Brandsätze in einem großen Kabelschacht an der nordöstlichen Ecke der Wupperbrücke und in einem schmaleren Schacht deponiert worden. Als Motiv für den Anschlag wurde ein „Massensterben“ durch die „technologische Eskalation“ genannt, das aufgehalten werden müsse.
In Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass das Schreiben echt ist, wie die Deutsche-Presse-Agentur erfuhr. Dass ein technischer Defekt den Böschungsbrand an der Bahnstrecke auslösen konnte, gelte als wenig wahrscheinlich.
Reul: Diese Menschen wollen Chaos
„Solche Taten sind kein Protest, sondern gezielte Sabotage“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zu dem Brandanschlag. Das treffe den Alltag vieler Menschen und nehme „Kollateralschäden“ billigend in Kauf.
„Diese Chaoten berufen sich darauf, eine Welt herzustellen, in der es Pflanzen, Tieren und Menschen besser gehe. Und dann verüben sie einen Brandanschlag, ausgerechnet jetzt, wo überall Trockenheit herrscht“, sagte Reul. „Allein daran sieht man: Diese Menschen wollen keine bessere Welt. Diese Menschen wollen Chaos. Sie zielen darauf ab, Politik durch Gewalt zu ersetzen. Das akzeptieren wir nicht.“
Polizei sucht Zeugen
Nach dem Brand sucht die Kriminalpolizei nach Zeugen. Ersten Erkenntnissen zufolge hatten Techniker das Feuer an der Eisenbahnbrücke, die über die Wupper führt, in der Nähe der Solinger Straße am Freitagvormittag bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.
Ein Sprecher der Polizei Köln sagte auf Anfrage, es würden Ermittlungen geführt, ob das Bekennerschreiben authentisch sei. In einem solchen Bereich werde auch geprüft, ob gegebenenfalls Zusammenhänge zu anderen Delikten bestünden. Der Staatsschutz der Kölner Polizei hatte bereits am Freitag die Ermittlungen übernommen, da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden konnte.
Mehrere Anschläge durch „Angry Birds“
Die linksextremistische Gruppe „Kommando Angry Birds“ hatte vor etwa einem Jahr auch einen Anschlag auf die Bahnhauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg für sich reklamiert. Auch dort waren im Juli 2025 Brandsätze gezündet worden. Tagelang war die wichtige Bahnstrecke gesperrt.
Anfang Januar dieses Jahres hatte die Gruppe sich zudem zu einem versuchten Anschlag auf ein Umspannwerk in Erkrath bei Düsseldorf bekannt. Der Anschlag schlug fehl.
Innenminister Reul hatte schon vor einem Jahr vor dem „Kommando Angry Birds“ gewarnt. „Die hat in den letzten Jahren im Raum Düsseldorf schon mehrfach sabotiert“, hatte er Anfang August 2025 gesagt. So seien Anschläge auf Telekommunikationsmasten in dem Ort Langenfeld/Erkrath und ein Tunnelbrand an der Autobahn 46 auf das Konto der Gruppe gegangen. Die Ermittlungen würden mit hohem Aufwand geführt, seien aber nicht ganz einfach, weil es sich nicht um eine fest gefügte Gruppe handele.