Linksextremisten bekennen sich zu Anschlag Bahnstrecke zwischen Köln und Düsseldorf wieder freigegeben
11.07.2026 · 19:39 Uhr
Einsatzkräfte wurden unter anderem zu einem der Brandorte in Leverkusen im Bereich Reuschenberger Hof an der dortigen Brücke über die Wupper gerufen.
Foto: Uwe Miserius
Update | Leverkusen/Langenfeld · Das „Kommando Angry Birds“ hat sich zu Brandsätzen in einem Kabelschacht an der Bahnstrecke Düsseldorf–Köln bekannt. Der Staatsschutz ermittelt. Inzwischen wurde die seit Freitag gesperrte Strecke wieder freigegeben.
Als Ursache des Feuers an der wichtigen Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln vermuteten Sicherheitskreise bereits einen Sabotageakt. Inzwischen tauchte auf einer linken Plattform ein angebliches Bekennerschreiben auf. Die seit Freitag gesperrte Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln ist am Samstagnachmittag wieder freigegeben worden. Das teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn der Deutschen Presse-Agentur am Abend mit.
Linksextremisten bekennen sich zu Anschlag an Bahnstrecke
Die Gruppe „Kommando Angry Birds“ veröffentlichte am Samstagmorgen das Schreiben online. Darin schreibt die Gruppe, dass sie verantwortlich „für die Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen“ sei. Es seien Brandsätze in einem Kabelschacht deponiert worden. In Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass das Schreiben echt ist, wie die Deutsche-Presse-Agentur erfuhr. Dass ein technischer Defekt den Böschungsbrand an der Bahnstrecke auslösen konnte, gelte als wenig wahrscheinlich. Über das Bekennerschreiben hatte zuerst der WDR berichtet.
17 Bilder
Böschungsbrand am Bahndamm – Strecke gesperrt
17 Bilder
Foto: Patrick Schüller
Ein Sprecher der Kölner Polizei bestätigte am Samstagnachmittag auf Anfrage, dass das Bekennerschreiben Gegenstand der Ermittlungen sei. Es werde geprüft, ob das Schreiben authentisch sei. Hinweise nehmen die Ermittler unter der Rufnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an [email protected] entgegen.
„Kommando Angry Birds“ hat bereits einen Bahnanschlag für sich reklamiert
Die linksextremistische Gruppe „Kommando Angry Birds“ hatte vor etwa einem Jahr auch einen Anschlag auf die Bahnhauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg für sich reklamiert.
Die Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln ist nach wie vor gesperrt. „Aktuell ist noch nicht absehbar, wann der Zugverkehr wieder rollen kann“, sagte eine Bahnsprecherin am Samstagnachmittag auf Anfrage. „Das Feuer hat zu Schäden an der Schieneninfrastruktur geführt, sodass derzeit keine Zugfahrten im Streckenabschnitt zwischen Langenfeld (Rheinl.) und Leverkusen möglich sind“, so die Sprecherin weiter. Durch den Brand seien mehrere Signalkabel entlang der Strecke beschädigt worden. „Unsere Fachleute arbeiten bereits daran, die entstandenen Schäden so schnell wie möglich zu reparieren.“
Der Staatsschutz ermittelt
Ein Sprecher der Kölner Polizei hatte bereits am Freitag auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt, dass die Behörden untersuchen, ob ein Eingriff Dritter vorliegt – der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. „Es muss jetzt geprüft werden, ob eine strafbare Handlung vorliegt“, hieß es.
Was war passiert?
Tatsächlich waren gleich an zwei Stellen im Bereich der Bahnstrecke Brände ausgebrochen. So wurden die Feuerwehren nicht nur zu dem Brandort in Leverkusen im Bereich Reuschenberger Hof an der dortigen Brücke über die Wupper, sondern auch an eine Böschung der Bahnstrecke an der Heckenstraße in Langenfeld gerufen. Dort wie auch in Leverkusen konnten die Brände schnell gelöscht werden – wobei die Auswirkungen auf den Bahnverkehr allerdings massiv sind. Die Sperrung trifft eine der meistbefahrenen Eisenbahnstrecken Deutschlands.
Bahnverkehr war stark beeinträchtigt
Wegen der gesperrten Strecke hieß es zunächst für die S 6: Die S-Bahnen aus Richtung Essen Hauptbahnhof endeten und begannen in Düsseldorf Hauptbahnhof. Die Folge waren Teilausfälle zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Köln-Worringen. Ein Ersatzverkehr mit allen S-Bahn-Halten zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Köln-Mülheim war eingerichtet. Bahnreisende sollten zwischen Köln-Mülheim und Köln-Worringen die Züge der Linie S 11 nutzen.
RE 1 (RRX), RE 5 (RRX): Ein Ersatzverkehr (SEV) war mit vier Bussen zwischen Düsseldorf und Köln Hauptbahnhof eingerichtet. Kurzfristig konnte es zu Änderungen im Zuglauf kommen. Aufgrund von Umleitungen des Nah- und Fernverkehrs kam es auf der Strecke zwischen Düsseldorf Hbf – Solingen Hbf – Opladen – Köln Hbf zu einem erhöhten Zugaufkommen. Damit musste auch auf diesen Strecken mit Verspätungen gerechnet werden.
Verspätungen von 30 Minuten
Im Fernverkehr mussten Reisende nach Bahn-Angaben mit Verspätungen von etwa 30 Minuten rechnen. Betroffen waren die Strecken Köln-Düsseldorf-Dortmund, Köln-Düsseldorf-Recklinghausen-Münster und Köln-Düsseldorf-Amsterdam. Aufgrund von Umleitungen gab es auch auf den Strecken Düsseldorf-Neuss-Dormagen-Köln sowie Düsseldorf-Solingen-Opladen-Köln Verspätungen.
Rechtsrheinische Strecke bis Dezember gesperrt
Für Bahnreisende und Pendler rund um Rhein-Main und entlang des Rheins war es die nächste Beeinträchtigung in besonders herausfordernden Zeiten: Zwischen Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden und Troisdorf in Nordrhein-Westfalen wird die Bahnstrecke rechts des Rheins grundlegend saniert und deswegen von Freitag an monatelang gesperrt. In den Abendstunden werde das Bauteam die Oberleitungen abschalten und die fünfmonatige Bauphase auf dem 160 Kilometer langen Abschnitt beginne, kündigte die Deutsche Bahn an.
-
Zur Startseite
-
Leverkusen
-
Städte
-
NRW
-
Dortmund
-
Wupper
-
RRX (Rhein-Ruhr-Express)
-
Amsterdam
-
Solingen
-
Dormagen
-
Angry Birds
Meistgelesen
Aktuell wichtig