Stand: 24.09.2026, 19:00 Uhr
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Für 17.000 Kubikmeter Erdreich wurde allein für das Regenrückhaltebecken ausgehoben. Ende 2027 soll die Erschließung der 14 Hektar großen Fläche komplett abgeschlossen sein.
Scheeßel – Auf mehr als 14 Hektar an der Westerveseder Landstraße entsteht Scheeßels Gewerbe-Zukunft: der Gewerbepark Ost. Zurzeit sieht das riesige Gelände eher nach einem XXL-Spielplatz mit Sandbergen aus. Und das Regenrückhaltebecken, dessen Grundform schon erkennbar ist, könnte auch ein Badeparadies werden. „Das wird später eingezäunt“, sagt Katharina Freimuth, die in der Scheeßeler Verwaltung das Großprojekt federführend betreut. Vor der jüngsten Bauausschusssitzung war ein Ortstermin angesetzt. Die auf Hochtouren laufende Erschließung stand im Fokus. „Insgesamt eine große Dimension“, sagte Jörn Liebetrau von der Ingenieurgesellschaft Nottensdorf über das Ausmaß und Volumen. Allein für das Regenrückhaltebecken sind 17.000 Kubikmeter Erdreich aus dem Boden gebuddelt worden.

Es geht jetzt fix voran: Der symbolische Spatenstich und damit der Auftakt waren wenige Tage nach dem Hurricane. In gut einem Jahr sollen alle Erschließungsarbeiten beendet sein, sagt Thomas Hannen, der den Bunte-Standort in Verden leitet. Das Bauunternehmen setzt die gesamte Erschließung um.
Beim Ortstermin geht es vorbei an den ungezählten Sandhaufen zum Rückhaltebecken. Diese Form des Wassermanagements ist erforderlich, weil ein Versickern auf den Grundstücken durch den lehmhaltigen Boden nicht möglich ist. Liebetrau erklärt, dass es kein Badesee, sondern ein technisches Bauwerk ist, an dessen Uferrand die Ausschussmitglieder stehen. Die Dimensionen seien so ausgelegt, dass das Becken auch mit außergewöhnlich großen Wassermengen fertig werde. Das Regenrückhaltebecken wird so gebaut, dass Schwebstoffe, auch Reifenabrieb, mit einer Tauchwand herausgefiltert werden.
Graben wird wieder begrünt
Entwässert wird über den Osterreithgraben. Auch der wurde bereits in einem ersten Abschnitt angepackt: verbreitert und ausgekoffert. Diese Arbeiten gehen Richtung Waldrand weiter. Was derzeit noch kahl aussieht, wird wieder naturnah gestaltet, so der Planer.
Wassermanagement ist ein wichtiges Thema für das Großprojekt – schon jetzt. Im Dauerbetrieb laufen Pumpen, die das Grundwasser in den Graben, der in die Beeke fließt, leiten. Der Grundwasserspiegel sei auf dem Gelände relativ hoch, erklärt Liebetrau.
Das Regenrückhaltebecken hat bereits eine Rampe, die sacht Richtung Grund führt. „Das ist wichtig für die Pflegearbeiten“, erklärt Freimuth. Denn dort, wo jetzt noch nackter Boden ist, wird Grün ausgesät. Ausgekoffert ist bereits der Graben, in dem die Regenwasser- und Schmutzwasserrohre gelegt werden. Die Betonröhren liegen schon auf der Baustelle.
Wie viele Kubikmeter Erdreich schon bewegt wurden, kann nicht geschätzt werden, so der Planer. Ein Teil des Erdreichs werde in der Region bleiben und auf Ackerflächen verteilt werden. „Für die Landwirte ist das ein aufwendiges Genehmigungsverfahren“, so Liebetrau – obwohl es sich um unbelastete Böden handelt.

Wenn Ende 2027 die Erschließung komplett beendet ist, kann die Vermarktung beginnen. Interesse an Flächen im Gewerbepark Ost sei vorhanden, hat Scheeßels Bürgermeisterin Ulrike Jungemann bei allen Presseterminen rund um das Großprojekt erklärt. Auf den 14 Hektar wächst für die nächsten Jahre die unternehmerische Zukunft der Gemeinde – für ansässige Betriebe, aber auch für Neuansiedlungen.
Hoher Zuschuss vom Land
Dabei sind der Kommune zwei Dinge wichtig: Es sollen neue Jobs entstehen. Riesige Logistikhallen wird es daher nicht geben. Und: Der Gewerbepark Ost hat auch eine nachhaltige und ökologische Komponente. Verpflichtende Photovoltaikanlagen auf Gebäuden, gute Erreichbarkeit per Fahrrad und zu Fuß, Bauminseln innerhalb des Gebiets, Amphibiendurchlässe und weitere Artenschutzmaßnahmen sind Teil der Planung. Dieses Gesamtpaket hat auch in Hannover überzeugt: Das Land fördert den Gewerbepark Ost mit 3,84 Millionen Euro. Voraussichtlich werden die Flächen für rund 15 Jahre Nachfrage reichen. Weil der Weg zum Grunderwerb dieses Gewerbeareals sehr lang und langwierig war, geht der Blick schon weit nach vorn: Wo können künftig Flächen für Unternehmen erschlossen werden? Eine Frage, die nicht erst in zehn Jahren in den Blickpunkt rücken wird.
Was derzeit wichtiger ist als ein Ausblick, bringt Freimuth auf den Punkt: „Wir liegen im Kostenrahmen und sogar leicht vor dem Zeitplan.“
Wenn im Juni 2027 das Hurricane stattfindet, wird auf dem künftigen Gewerbegrund noch einmal gezeltet. Wenn es so heiß wie beim jüngsten Festival war, werden die Blicke vermutlich sehnsüchtig Richtung Regenrückhaltebecken gehen. Das wird aber auch nicht für einen heißen Hurricane-Sommertag geöffnet.