"Gibt nichts Schöneres": Letztes Scheitern wischt emotionaler Deschamps einfach beiseite

"Gibt nichts Schöneres"

Letztes Scheitern wischt emotionaler Deschamps einfach beiseite

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19.07.2026 | 05:52 Uhr

Er verabschiedet sich ungekrönt: Didier Deschamps letztes Spiel mit der französischen Fußball-Nationalmannschaft endet mit einer Niederlage. Doch dem Erfolgstrainer könnte das nicht egaler sein. Die Emotionen müssen nach Abpfiff hinaus.

Didier Deschamps verabschiedete sich trotz der Niederlage in seinem letzten Spiel als gefühlter Sieger. "Es war ein wunderschönes Erlebnis, ein Abenteuer mit dieser Mannschaft, mit der wir acht Wochen zusammen verbracht haben", sagte der französische Nationaltrainer nach dem spektakulären 4:6 (0:4) im kleinen WM-Finale gegen England: "Das ist die WM. Es ist wunderschön, es gibt nichts Schöneres."

Dass es im letzten Spiel nach 14 Jahren unter seiner Leitung nicht zu einem Sieg und WM-Bronze reichte, nahm der 57-Jährige sogar auf seine Kappe. "Das wir es nicht geschafft haben, ist natürlich meine Schuld, wir hätten in der ersten Halbzeit mehr tun müssen", sagte Deschamps. Die Enttäuschung, das Endspiel verpasst zu haben, sei natürlich da, aber: "Wir haben den Franzosen positive Emotionen bereitet."

Sein Kapitän Kylian Mbappé fand die Niederlage "für den Trainer sehr schade". Denn: "Wir wollten für ihn das Spiel gewinnen, ihm ein Geschenk machen", sagte der 27-Jährige: "Aber leider hatte man in der ersten Halbzeit das Gefühl, dass wir ihn enttäuscht haben. Wir wollten ihm Danke sagen, für alles, was er gemacht hat, aber dieses Spiel wird die Legende von Didier Deschamps nicht beschädigen."

"Deine Größe nicht immer zu schätzen gewusst"

Dieser hatte die Équipe Tricolore nach seinem Amtsantritt im Juli 2012 zurück in die absolute Weltspitze. 2014 war Frankreich noch im Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Deutschland ausgeschieden, 2016 zog das Team dann bei der Europameisterschaft ins Finale ein und verlor dort gegen Cristiano Ronaldos Portugal. Der größte Erfolg folgte zwei Jahre später: Bei der WM 2018 kürte sich Frankreich gegen Kroatien zum Weltmeister. Deschamps war es damit als drittem Akteur nach Mario Zagallo und Franz Beckenbauer gelungen, sowohl als Spieler als auch als Trainer Weltmeister zu werden. 1998 hatte er den Erfolg als Spieler feiern können, zudem wurde er 2000 auch Europameister.

Die folgende EM verlief nicht erfolgreich, das Aus kam schon im Achtelfinale gegen die Schweiz im Elfmeterschießen. Doch bei der WM 2022 erreichte der Titelverteidiger erneut das Finale - unterlag aber im Elfmeterschießen gegen Argentinien. Die EM 2024 endete gegen den späteren Europameister Spanien im Halbfinale. Nun hatte es Frankreich also zum dritten Mal in Folge bei einem Turnier auch bei der nun zu Ende gehenden WM mindestens ins Halbfinale geschafft.

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Finale um Bronze wird zu einmaligem Wettschießen

Schon im Januar 2025 hatte Deschamps seinen Rücktritt nach der WM angekündigt. Mbappé würdigte seinen Coach: "Du warst ein maßgeblicher Akteur der Erneuerung dieses Teams. Die Menschen haben deine Größe nicht immer zu schätzen gewusst, aber die Zeit und die Geschichte werden das übernehmen." Deschamps hatte den Superstar mit 18 Jahren zum Nationalspieler gemacht und vor drei Jahren zum Kapitän ernannt.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/sid