Global 2000 klagt Steirischen Bauernbund wegen Falschbehauptungen

Einstweilige Verfügung

Global 2000 klagt Steirischen Bauernbund wegen Falschbehauptungen

Laut NGO verbreitete der Bauernbund über eine Pestizideinsatz-Analyse eine "absichtliche Falschinterpretation". Aufforderungen zur Richtigstellung blieben demnach ohne Ergebnis

Landwirt sprüht Pflanzenschutzmittel / Pestizide auf ein Getreideackerfeld
Nach einer Diskussion über den Einsatz von problematischen Pflanzenschutzmitteln wurde bereits die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) dazu verpflichtet, damalige Behauptungen über die Auswertung durch Global 2000 zu widerrufen.

Wien – Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hat beim Handelsgericht Wien nun auch Klage gegen den Steirischen Bauernbund eingebracht und eine einstweilige Verfügung beantragt. Im Zuge einer medial geführten Auseinandersetzung über den Einsatz von problematischen Pflanzenschutzmitteln im vergangenen Dezember wurde zuvor bereits die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) dazu verpflichtet, damalige Behauptungen zu widerrufen, was inzwischen auch geschehen ist.

Global 2000 hatte die IGP auf Unterlassung geklagt, nachdem diese der NGO vorgeworfen hatte, bei einer Auswertung von Pestizidverkaufsdaten fälschlich Kohlendioxid (CO2) mitgerechnet zu haben. Im Fall des Steirischen Bauernbunds verlangt die Umweltorganisation die Unterlassung rufschädigender Falschbehauptungen und einen öffentlichen Widerruf, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Dieser hatte der NGO im Zusammenhang mit der damaligen Pestizideinsatz-Analyse eine "absichtliche Falschinterpretation" von Pestiziddaten und "Panikmache" vorgeworfen.

"Der Steirische Bauernbund hat schwere Anschuldigungen gegen Global 2000 erhoben. Als er seinen sogenannten Faktencheck veröffentlichte, hätte er längst wissen müssen, dass die Grundlage seiner Vorwürfe falsch ist. Unsere Berechnungsmethode war öffentlich zugänglich und der Ausschluss von Lagergasen ausdrücklich erklärt", sagt Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei der NGO. "Wer öffentlich falsche Vorwürfe verbreitet, muss sie auch öffentlich richtigstellen."

Mehrmals aufgefordert

Bereits am 9. Dezember 2025 hatte die Umweltschutzorganisation dem Bauernbund per E-Mail erläutert, dass weder CO2 noch andere Lagergase in die Auswertung eingeflossen waren, und eine öffentliche Richtigstellung verlangt. Eine Antwort blieb aus. Global 2000 informierte den Steirischen Bauernbund und seinen Direktor Bernd Brodtrager zudem über das Urteil im Fall IGP und bemühte sich laut eigener Angaben im September erneut mehrfach um ein Gespräch über Art, Inhalt und Form einer öffentlichen Richtigstellung.

Diese Bemühungen blieben erfolglos, der beanstandete Artikel war am Montagnachmittag, 12. Oktober, noch immer auf der Website des Bauernbundes abrufbar, schrieb die NGO. "Wir haben dem Steirischen Bauernbund wiederholt Gelegenheit gegeben, die falschen Vorwürfe öffentlich zu korrigieren. Darauf ist er nicht eingegangen. Deshalb wollen wir die Richtigstellung jetzt auf dem Rechtsweg erreichen", erklärte Global-2000-Geschäftsführerin Alexandra Strickner. (APA, 13.10.2026)

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