Baby-Otter gerettet: Gordon Mellish beatmete das Tier Mund-zu-Nase

Publiziert12. August 2026, 19:00

KanadaGordon rettet Baby-Otter mit Mund-zu-Mund-Beatmung das Leben

Als er bemerkte, dass sich ein in einem Fischernetz verfangenes Otter-Baby nicht mehr bewegte, handelte der ausgebildete Ersthelfer sofort.

Benedikt Hollenstein

Darum gehts

  • Der Kanadier Gordon Mellish hat in Alert Bay (British Columbia) ein in einem Fischernetz verfangenes Baby-Otter mit Mund-zu-Nase-Beatmung gerettet.
  • Das erschöpfte Tier wurde einige Tage in einer Tierklinik gepflegt und anschliessend wieder freigelassen.
  • Mellish hat nach eigenen Angaben bereits mindestens 10 Personen wiederbelebt – einen Otter hatte er dabei nicht erwartet.

In der kanadischen Provinz British Columbia ist ein älterer Mann zum unverhofften Lebensretter avanciert. Wie Gordon Mellish gegenüber dem Sender CTV berichtet, hielt er sich zuhause im Küstenort Alert Bay auf, als seine Nichte und sein Schwiegersohn plötzlich komische Geräusche gehört hätten.

«Tönte wie weinende KInder»

«Es tönte wie weinende Kinder», erinnert sich Mellish. Gemeinsam mit seinen Verwandten rannte er deshalb zum Ende des Docks, wo sie die Quelle der Geräusche fanden: Drei Otter-Babys hatten sich in einem Fischernetz verfangen, das über den Rand des Schwimmdocks hinaus hing.

Was denkst du über Gordons mutige Rettungsaktion für den Baby-Otter?

Absolut heldenhaft, ich bin beeindruckt von seinem Einsatz.

Toll, dass er gehandelt hat – jedes Leben zählt.

Ich finde es schön, aber für mich wäre das nichts.

Wichtig ist, dass solche Netze entfernt werden, damit so etwas nicht passiert.

Ich habe dazu keine besondere Meinung.

«Zwei von ihnen trieben auf dem Wasser und atmeten, aber das dritte Baby bewegte sich nicht. Ich holte es also auf das Dock, schnitt es aus dem Netz raus und begann mit den Wiederbelebungsmassnahmen», berichtet der Kanadier. Der ausgebildete Ersthelfer hat nach eigenen Angaben über die Jahre bereits mindestens 10 Personen wiederbelebt – damit, dass er mal einem Otter eine Mund-zu-Mund-Beatmung geben wird, hatte aber auch Mellish nicht gerechnet.

Zunächst habe er mit sanften Brustkompressionen versucht, das Wasser aus dem Tier zu drücken, das das Baby geschluckt hatte. Danach habe er damit begonnen, das Tier mit seinem Mund über die Nase zu beatmen – mit Erfolg: Wenig später begann das Otter-Baby, wieder zu atmen.

Nach Fingerbiss redete Mellish auf Otter ein

Während das Tier wieder zu Kräften kam, kümmerte sich Mellish um die Geschwister, die weiterhin im Netz verheddert waren. «Der zweite biss mir in den Daumen und verharrte so etwa drei Sekunden. Das war etwas übel. Also habe ich ihn angeschaut und gesagt ‹Schau, ich versuche nur, dich zu retten›, und er hat sich beruhigt.»

Während die beiden befreiten Otter-Babys zur Mutter zurückschwammen, war das dritte von den Strapazen so erschöpft, dass es einige Tage in einer Tierklinik gepflegt wurde. Mittlerweile ist es wieder wohlauf und wurde bereits freigelassen. Ein emotionaler Moment, wie der Kanadier berichtet: «Das Otter-Baby ging zum Wasser hinunter. Just bevor es ins Meer hinausschwamm, drehte es sich zu mir um, schaute mir in die Augen und nickte mir zu – dann war es weg», erinnert er sich.

«Schaute mir in die Augen und nickte mir zu – dann war es weg»

Ob der Otter in der Zwischenzeit mit seiner Familie wiedervereint wurde, ist unklar. Mit seinem Alter von sechs bis acht Monaten ist er laut Fachleuten aber auch schon alt genug, um sich selber durchs Leben zu kämpfen. Für das beherzte Einschreiten von Mellish haben die Tierschutz- und Rettungskräfte viel Lob parat. Zudem wird die Bevölkerung nun angehalten, keine Netze in Dock-Nähe liegen zu lassen, um solche Fälle künftig zu verhindern.

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Benedikt Hollenstein

Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

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