Hagel-Unwetter trifft Süddeutschland: Straßen weiß wie im Winter – und neue Gefahr droht
Stand: 04.08.2026, 13:54 Uhr
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Vom Sommertag zum Chaos: Ein Hagel-Unwetter traf Süddeutschland mit voller Wucht – und der Deutsche Wetterdienst warnt bereits vor dem nächsten.
Villingen-Schwenningen – Mitten in einer der heißesten Wochen des Sommers 2026 hat eine Serie schwerer Unwetter Teile Süddeutschlands überrollt. Was zunächst als fernes Grummeln begann, entlud sich innerhalb weniger Minuten mit einer Wucht, die Anwohner und Einsatzkräfte gleichermaßen überraschte. Wohnstraßen versanken unter Hagelschichten, Bäume stürzten um, Straßen mussten gesperrt werden.

Die Unwetterserie zog seit Sonntag, 3. August, von Westen her über den deutschen Südwesten. Ausgehend von Frankreich und Belgien erfassten die Gewitterzellen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Besonders hart traf es die Region Villingen-Schwenningen sowie Ortschaften im Hunsrück – mit Folgen, die am Tag danach noch deutlich sichtbar waren.
Bäume entwurzelt, Straßen blockiert: Hagel-Unwetter wütet in Süddeutschland
Am Sonntagnachmittag um 16.15 Uhr wurde die Feuerwehr in Villingen-Schwenningen alarmiert. Was folgte, war ein Wettlauf gegen die Zeit: Zehn Einsätze in kürzester Abfolge forderten die Kräfte aus den Abteilungen Villingen, Schwenningen, Dauchingen und Niedereschach. Zusätzlich wurde die Führungsgruppe C aktiviert. Das Unwetter hatte zwar nur rund zwei Minuten gedauert, hinterließ aber ein Bild der Verwüstung – hauptsächlich entlang der Dauchinger Straße im Norden Schwenningens, wo mehrere Bäume entwurzelt wurden und Äste die Fahrbahn blockierten. Die Straße musste vorübergehend gesperrt werden.
Auch der Nachbarort Dauchingen blieb nicht verschont. Sturmböen rissen Äste von Bäumen, Hagelkörner schlugen vereinzelt Scheiben ein. Mülltonnen und Gartenmöbel wurden durch die Luft gewirbelt. Eine Frau wurde laut Berichten in einem Fahrzeug eingeklemmt und musste befreit werden. Anwohner der Dauchinger Straße beschrieben den Moment des Unwettereinbruchs gegenüber dem Schwarzwälder Boten mit den Worten: „Plötzlich wurde alles ganz, ganz dunkel.“ Mehrere Zeugen sprachen von einem tornadoähnlichen Eindruck – ob tatsächlich ein Tornado aufgetreten ist, war zunächst nicht bestätigt.
Hagelberge im Hunsrück: Anwohner und Feuerwehr nutzen Schneeschieber bei über 30 Grad
Während in Baden-Württemberg die Feuerwehr aufräumte, zog das Unwetter weiter nach Norden. Am Montag (3. August) traf es mit besonderer Heftigkeit die Gemeinden Schwarzenbach und Heimbach im Hunsrück. Dort fielen nach Angaben der Bild Hagelkörner mit bis zu vier Zentimetern Durchmesser – so groß wie Golfbälle. Auf Straßen und Zufahrten türmten sich die Eismassen stellenweise auf bis zu 40 Zentimeter auf. Anwohner holten Schneeschieber und Schaufeln heraus, um die Massen zu beseitigen – ein absurdes Bild an einem Tag, an dem die Temperaturen kurz zuvor noch bei 36 Grad gelegen hatten.
Der Temperatursturz war abrupt: Binnen kurzer Zeit fiel das Thermometer von sommerlichen 36 auf nur noch 19 Grad. Bilder aus der Region zeigten vollständig weiß bedeckte Wohnstraßen, umgestürzte Bäume und überforderte Einsatzkräfte. Die Feuerwehr im Hunsrück rückte zu zahlreichen Einsätzen aus, um Straßen freizuräumen und Schäden zu sichern.
Unwettergefahr hält an: DWD warnt vor weiteren Extremereignissen in Baden-Württemberg
Die Unwetterserie ist noch nicht beendet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Dienstag (4. August) vor landesweiter Unwettergefahr in Baden-Württemberg. In der ersten Tageshälfte sollen die Temperaturen erneut auf 30 bis 38 Grad steigen, bevor am Nachmittag kräftige Gewitter aufziehen. Lokal könnten bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter in einer einzigen Stunde fallen – Mengen, die Keller und Unterführungen überfluten können. Auch Hagel mit bis zu drei Zentimetern Durchmesser sei möglich.
Am Nachmittag setze der Regen zunächst im Bergland ein und breite sich bis zum Abend auf alle Landesteile aus. Die Gewitter sollen laut DWD bis Mitternacht andauern. Für Mittwoch erwartet der Dienst mit 28 bis 35 Grad eine leichte Abkühlung, erneut begleitet von Schauern und Gewittern über der Südosthälfte des Landes. Erst am Donnerstag soll sich die Lage beruhigen – mit viel Sonne und Temperaturen zwischen 25 und 31 Grad. (Quellen: AFP, Schwarzwälder Bote, Bild, Deutscher Wetterdienst) (jaka)