Hamburg Open: Ärger um Absage von Eva Lys – warum der Tennis-Star wirklich fehlt

Sind Klebetattoos eigentlich noch in? Oder schon wieder? Sandra Reichel, Turnierchefin der Hamburg Ladies Open, trägt jedenfalls eines am rechten Unterarm. „Tierisch gute Matches“ verspricht es für das 250er-Event in dieser Woche im Rothenbaum-Stadion. Doch zunächst galt es, eine tierisch nervige Angelegenheit aus der Welt zu räumen.

„Natürlich würde sie gern in ihrer Stadt auf ihrem Center-Court stehen“, sagt Reichel und spricht dabei von Eva Lys. Die Hamburgerin hatte zum zweiten Mal in Folge auf einen Start bei ihrem Heimturnier verzichtet. Unter anderem das „Tennis-Magazin“ attestierte der 24-Jährigen daraufhin „keine gute Außenwirkung“.

Tennis: Ärger um Absage von Eva Lys

Um im tierischen Jargon zu bleiben: Letztlich wurde ein unnötiges Affentheater über die Absage der Weltranglisten-83. veranstaltet. Die deutsche Nummer drei fehlt nämlich primär aus medizinischen Gründen. Lys leidet an einer rheumatischen Autoimmunerkrankung, dazu plagen sie in dieser Saison anhaltende Kniebeschwerden.

Eva Lys sitzt auf dem Tenniscourt.

Eva Lys (24) kämpft mit gesundheitlichen Beschwerden.© dpa | Frank Molter

Ihre Ärzte hatten der gebürtigen Ukrainerin dringend davon abgeraten, nach der Rasen- und vor der Hartplatzsaison noch auf Sand zu spielen. Lys meldete daher für das parallel zu Hamburg stattfindende Hartplatzturnier in Prag.

Jule Niemeier und Mona Barthel ziehen ins Hauptfeld ein

Für den Zuschauersog ist die Absage der im Verhältnis zu ihren sportlichen Erfolgen exzellent vermarkteten Spielerin nichtsdestotrotz ein Hemmnis. Ärgerlich für Reichel im Speziellen, da die Österreicherin Lys über viele Jahre als Mentorin beraten und Wildcards zur Verfügung gestellt hatte. Verbitterung schwingt jedoch nicht mit. „Ihr Verzicht ist traurig, aber auch verständlich“, sagt Reichel.

Anna Petković spielt Tennis.

Der Durchblick fehlte: Anna Petković (21), nicht verwandt mit Andrea, scheiterte in der Qualifikation.© Imago | Markus Tischler

In Abwesenheit von Lys gab es am Montag dennoch deutsche Erfolgsmeldungen aus Hamburg. Die ehemalige Wimbledon-Viertelfinalistin Jule Niemeier (6:4, 4:6, 6:1 gegen die Estin Elena Malygina), Mona Barthel (6:4, 3:6, 6:0 gegen die Niederländerin Eva Vedder) und die 18-jährige Julia Stusek (4:6, 6:3, 6:4 gegen die Argentinierin Nadia Podoroska) überstanden die Qualifikation, in der das 16 Jahre alte Toptalent Victoria Brand mit 3:6, 3:6 an der Russin Jelena Pridankina scheiterte. An diesem Dienstag steigen die Hamburgerinnen Tamara Korpatsch (Nr. 79) und Noma Noha Akugue (Nr. 143) ins Turnier ein.

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Gar kein Tennis spielt derweil Lys. Sie musste in Prag abermals aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig passen. Das ist nun wahrlich tierisch nervig.