Handel: Kanada will „einzigartige Allianz“ mit EU aufbauen
Premierminister Mark Carney weist einen Bericht über eine „assoziierte EU-Mitgliedschaft“ zurück, plant aber engere Bande mit der EU. Am Donnerstag spricht er vor dem EU-Parlament.
Mark Carney: Kanadas Premierminister besucht in dieser Woche Europa. Foto: REUTERS
Toronto. Vor dem Hintergrund des eskalierenden Handelsstreits mit den USA wendet sich Kanada stärker der EU zu. Premierminister Mark Carney sagte am Sonntagabend in Toronto, sein Land wolle eine „einzigartige Allianz“ mit der Europäischen Union aufbauen. „Wir teilen dieselben Werte, wir haben dieselben Prioritäten und wir verfügen über sich gegenseitig sehr ergänzende Stärken.“
Carney reagierte damit auf einen Bericht des „Wall Street Journals“ vom Samstag. Die Zeitung hatte unter Berufung auf Vertreter der EU und Kanadas berichtet, Carney prüfe die Möglichkeit einer „assoziierten EU-Mitgliedschaft“. Demnach sei auch die EU offen dafür. Seit Monaten gibt es laut dem Bericht Gespräche zwischen kanadischen und europäischen Beamten.
Geprüft werde unter anderem, wie Kanada an den europäischen Binnenmarkt angebunden werden könnte – etwa in Bezug auf Energie, Künstliche Intelligenz, Verteidigung und kritische Mineralien, heißt es in dem „WSJ“-Bericht weiter. Dann könnten Waren, Dienstleistungen und Arbeitskräfte aus diesen Branchen reibungslos zwischen Europa und Kanada verkehren. Carney dementierte allerdings, Kanada strebe eine Mitgliedschaft an. Er sagte: „Wir wollen kein Mitglied der Europäischen Union werden.“

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