„Hat im Internet so locker ausgeschaut“: Helmut Schleich über Möchtegern-Bergfexe

Stand: 25.07.2026, 16:40 Uhr

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Kabarettist Helmut Schleich macht sich Gedanken über die Dauer-Einsätze der Bergwacht.

Kabarettist Helmut Schleich macht sich Gedanken über die Dauer-Einsätze der Bergwacht. © Bergwacht, Achim Schmidt

Am Watzmann ist die Bergwacht im Prinzip rund um die Uhr unterwegs – weil unerfahrene und schlecht ausgerüstete Wanderer den Schicksalsberg regelmäßig unterschätzen. Der Münchner Kabarettist Helmut Schleich macht sich in seiner Kolumne Gedanken über dieses Phänomen.

München – „Auffi muaß i, auffi!“ Der „Watzmann“ von Wolfgang Ambros und Co. tönt einem in den Ohren, wenn man von der Bergrettung im Akkord liest, die derzeit die Bergwacht rund um den legendären Schicksalsberg am Königssee auf Trab hält.

Und alle sind dabei. Nicht nur der berühmte Preiß’ in Sandalen, auch entkräftete Oberfranken, dehydrierte Tschechen, Familien mit Kindern überschätzen sich und unterschätzen den König der Ostalpen.

Gebirgs-Leichtmatrosen unterwegs: Bergretter im Akkord-Einsatz

Nachts müssten die Retter besonders häufig ausrücken, heißt’s. Zu Uhrzeiten, zu denen früher nicht mal der Wildschütz’ Jennerwein unterwegs war. Dabei hat die Watzmann-Überschreitung im Internet so schön und locker ausgeschaut.

Dass man bei der Watzmann-Überschreitung auch die Zeit überschreiten kann, wenn man sich unvorbereitet auf die Socken macht, als würde man im Schlosspark Nymphenburg spazierengehen, das stand nicht im Internet. Also schon, aber nicht da, wo die schönen Bilder sind.

Gefährliche Touren: Steckt da vielleicht die KI dahinter?

Vielleicht haben sich manche auch von der KI verführen lassen. Die ist ja diese Woche erstmals verselbständigt. Womöglich hat sie sich gedacht, jetzt zeig’ ich diesen blauäugigen Leichtmatrosen mal die Tücken des Hochgebirges.

Wie sagt der Einheimische in den „Opern auf bayrisch“ angesichts übermütiger Touristen am Königssee: „Boazn lass’ ma’s bis ganz kloa wer’n und dann seng ma’s schon, was’s doa wern.“ Könnte ja sein.

Tipp: Statt das Schicksal herauszufordern einfach der alten Devise folgen, Berge von unten, Kirchen von außen, Wirtshäuser von innen, dann kann nix passieren.