Hat Jens Spahn „schlimmste Bretter gezogen“? Das ist dran am Ski-Aggu-Gerücht

Politik :

Hat Jens Spahn „die schlimmsten Bretter gezogen“? Das ist dran an dem Gerücht von Ski Aggu

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04.09.2026

Foto des Rappers Ski Aggu von der Seite, ein junger Mann mit blondierten Haaren und Skibrille über den Augen schiebt sich ein Stück Mandarine zwischen die Lippen

Für Ski Aggu gibt’s jetzt erstmal wieder Obst statt schlimmer Bretter

Foto: dts Nachrichtenagentur/Imago

Jens Spahn, der vermutlich kostspieligste Gesundheitsminister des Universums, soll offenbar ab nächster Woche für die Union im Haushaltsausschuss des Bundestags sitzen. Weicher fällt man nur, wenn man komplett in Watte und Daunenjacke gehüllt aus einem Meter Höhe in ein Becken voller Schaumstoff stürzt.

Man kann nur spekulieren, was Spahn gegen einzelne Union-Mitglieder in der Hand hat, aber es muss eine Menge sein. Dieser Mann hat in der CDU freie Hand. Dass das an einer überbordenden Beliebtheit beim Volk oder einem fesselnden Charisma liegt, können wir, vermutlich, erstmal ausschließen. Und dennoch perlt alles an ihm ab.

Ski Aggu ist auf Promo-Tour und macht aus Jens Spahn einen PR-Stunt

Während Spahn also wieder einmal unter Beweis stellt, ein menschengewordener Lotus-Effekt zu sein, befindet sich Rapper Ski Aggu mitten in der Promotion seines neuen Albums. Und wie das heutzutage so ist, tingelt man dann durch Interviews, Live-Streams und Podcasts. Und wenn man tagaus tagein so viel redet und immer wieder die gleichen Fragen gestellt bekommt und auch immer wieder die gleichen Antworten gibt, gerät man irgendwann so ein bisschen ins Schwafeln.

So wirkte es auch zuerst, als Ski Aggu im Live-Stream von „Die Almani-Show“ am U-Bahnhof Tempelhof vor der Kamera sitzt und erzählt, er sei zufällig auf einer Shem-Party gelandet. Shem ist dabei „nur“ ein Begriff für Koks. Aber hätte das zum Skandal gereicht? Wohl kaum.

Ski Aggu legte nach (pun intended), indem er behauptete, dort nicht nur Jens Spahn und seinen Freund gesehen zu haben, sondern auch, dass sie da, Zitat Aggu, „die schlimmsten Bretter gezogen“ hätten. Dann sagte er noch, dass sie sich mit Spahn unterhalten hätten und dieser gesagt habe, dass er „seit diesem Maskendeal nur noch schlimm am Ballern“ sei.

Alles nur Show?

Ski Aggu merkte zwar sofort an, dass sie die Story lieber rausschneiden sollten, wurde aber prompt mit der Tatsache konfrontiert, in einem Livestream zu sitzen. Ski Aggu, nun sichtlich nervös, bestand auf den Schnitt und brach das Interview ab. So weit, so Promophase.

Denn ganz ehrlich, wer das Video gesehen hat, weiß: Oscars wird es dafür keine geben. Es gibt keinen Grund, zu glauben, dass Aggu nicht weiß, dass er in einem Live-Stream sitzt. Das wäre ja auch eigentlich eher Boomer-Verhalten. So spielt er auch sein Entsetzen, mit einer Verve, als hätte man ihm den Rudolf-Scharping-Energy-Ehrenpreis verliehen. Zwei Wochen lang hat die Episode dann auch niemanden gejuckt.

Bis in die seriösen Schlagzeilen dementieren

Bis plötzlich diese eine Szene als Clip ihre Runde durch die sozialen Netzwerke drehte. Und auch wenn Aggu sofort und überall kommentierte, dass das ja nur Spaß und Satire gewesen sei – die Leute waren an Bord. Die Story war zu wild. Und so ging alles seinen gewohnten Weg: Spahns Büro dementierte, die Behauptung sei „frei erfunden und erlogen“.

Aggu dementierte auch. Aber es half nichts. Weswegen Spahn noch Medienanwalt Höcker einschaltete, der Strafanzeige wegen Verleumdung gegen Ski Aggu stellte, damit man das auch rechtlich alles einmal klarstellt. Und BÄM, hat Ski Aggu gleichzeitig Texte in FAZ, Stern, Bild und vielen anderen Outlets (so auch gerade hier). Getreu der alten 90er-PR-Weisheit „any promotion is good promotion“.

Allerdings: Wird Jens Spahn die Anzeige gegen Ski Aggus dumme Jungen-Streich wirklich durchziehen? Denn, wie sagte ein großer Maskenbeschaffer doch einst: „Wir werden einander viel verzeihen müssen.“