Spahn-Rücktritt: Merz räumt späte Information und fehlende Zeit ein

Publiziert19. Juli 2026, 13:12

Leihmutter-Baby Georg«Hat uns sehr, sehr, spät informiert»: Merz kritisiert Spahn

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat in einer TV-Sendung über den Fall Spahn gesprochen. Er kritisiert den ehemaligen Unionsfraktionschef.

Konstantin Furrer

Deutsche Presse-Agentur

Darum gehts

  • Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert den zurückgetretenen CDU-Politiker Jens Spahn für dessen späte Kommunikation rund um die Elternschaft per Leihmutter.
  • Merz wurde nach eigenen Angaben erst Ende vergangener Woche von Spahn informiert und gab die Information auf dessen Wunsch nicht innerhalb der CDU weiter.
  • Mit der grossen Empörungswelle hatte Merz nach eigenen Angaben nicht gerechnet – zumindest nicht in diesem Ausmass.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach dem Rücktritt von Jens Spahn (CDU) dessen Informationspolitik rund um die Elternschaft mit Hilfe einer Leihmutter in den USA kritisiert. «Wir hatten ja alle kaum Gelegenheit, mit ihm darüber zu sprechen. Er hat ja auch die Partei und die Fraktion erst sehr, sehr spät über das alles informiert», sagte der CDU-Chef im ZDF-«Sommerinterview». «Wenn wir Zeit gehabt hätten, hätten wir das in Ruhe besprechen können, aber die Zeit hatten wir nicht.»

Merz war von Spahn nach Angaben beider Politiker Ende vergangener Woche über die Elternschaft informiert worden. Der Kanzler gab diese Information nach eigenen Angaben nicht innerhalb der CDU weiter. «Ich bin seinem Wunsch gefolgt und habe ihm die Kommunikation überlassen.»

Spahn und sein Ehemann wurden durch eine Leihmutter aus den USA Eltern.

Spahn und sein Ehemann wurden durch eine Leihmutter aus den USA Eltern.Getty Images

Auf die Frage, was ihm zuerst durch den Kopf gegangen sei, als Spahn ihn informierte, sagte Merz: «Zunächst einmal das Wohl des Kindes. Ich habe dem Kind viel Glück gewünscht und habe mir gedacht: Na ja, hoffentlich geht er kommunikativ damit gut um und erklärt es gut. Aber wir hatten gar nicht so viel Zeit, darüber zu sprechen.»

Mit einer so grossen Empörungswelle hat Merz nach eigenen Angaben nicht gerechnet. «Zumindest nicht in diesem Umfang», sagte er. «Aber es hatte wahrscheinlich auch etwas mit seiner Person zu tun. Und auch mit der Kommunikation, und da hat es dann ziemlich viel Empörung gegeben», fügte er hinzu.

Im Schreiben Spahns heisst es, ihm sei «bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt».

Im Schreiben Spahns heisst es, ihm sei «bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt».

Konstantin Furrer

Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.

Deutsche Presse-Agentur

Deine Meinung zählt