Haushalt: Landkreis Starnberg droht 2027 ein Defizit von 7,5 Millionen Euro

Stand: 24.10.2026, 17:58 Uhr

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ILLUSTRATION Verschiedene Euro-Banknoten liegen auf einem Tisch (Zoomeffekt). (zu dpa: „Finanzsenator erwartet höhere Steuereinnahmen für Berlin“)

Die Kreisfinanzen standen zuletzt im Starnberger Kreisausschuss im Fokus. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Kämmerer Stefan Pilgram legte dem Kreisausschuss erste Eckdaten für den Starnberger Kreishaushalt 2027 vor. Um die Lücke zu schließen, müsste die Kreisumlage um 2,7 Prozent steigen.

Landkreis – Noch hat Stefan Pilgram nicht alle relevanten Zahlen beisammen. Doch der Kämmerer des Landkreises Starnberg geht davon aus, dass positive Überraschungen rar sein werden in den kommenden Wochen, in denen er den Haushaltsentwurf des Landkreises für 2027 weiter ausarbeitet. Als er am Donnerstag im Kreisausschuss die ersten Eckdaten für den Etat vorstellte, ging er von einem ungedeckten Bedarf in Höhe von 7,5 Millionen Euro aus. Der ungedeckte Bedarf ist die Lücke zwischen erwarteten Ausgaben und erwarteten Einnahmen – einen gleichbleibenden Hebesatz für die Kreisumlage vorausgesetzt. Müsste die Lücke allein über die Kreisumlage geschlossen werden, müsste der Hebesatz um etwa 2,7 Prozent auf dann rund 58,5 Prozent steigen.

Der Hebesatz legt fest, welchen Anteil ihrer sogenannten Steuerkraft Städte und Gemeinden als Kreisumlage an den Landkreis abführen müssen, damit der seine Aufgaben erfüllen kann. Die Steuerkraft ist, vereinfacht gesagt, die Summe der Einnahmen einer Stadt oder Gemeinde aus der Grundsteuer, der Einkommen- und Umsatzsteuerbeteiligung und der Gewerbesteuer. Maßgebend ist jeweils das vorvergangene Jahr, für die Kreisumlage 2027 sind es also die gemeindlichen Steuereinnahmen von 2025. Die Landkreis-Bürgermeister hatten kürzlich bereits gefordert, dass der Hebesatz 2027 nicht weiter steigen dürfe.

2,6 Millionen Euro mehr für den ÖPNV

Ob der Kreistag dem folgen kann angesichts der von Pilgram vorgelegten Zahlen, scheint fraglich. Relevante Kostensteigerungen gegenüber 2026 erwartet der Kämmerer unter anderem im Bereich ÖPNV (+2,6 Millionen), bei der Bezirksumlage, die der Kreis an den Bezirk Oberbayern abführen muss (+2,4 Millionen), und aufgrund von Tariferhöhungen beim Personal (+0,8 Millionen).

Auch bei der Jugendhilfe müsse mehr Geld (+1,6 Millionen) nach den Erfahrungen aus diesem Jahr eingeplant werden, erklärte Pilgram. Eine unerwartete Kostenexplosion in diesem Bereich, in den etwa die Kosten für Schulbegleitungen oder auch Heimunterbringungen fallen, hatte Landrat Stefan Frey im August veranlasst, eine Haushaltssperre zu verhängen.

Die Kreisverwaltung war zunächst davon ausgegangen, dass für den Bereich Jugendhilfe heuer 4,5 Millionen Euro mehr gebraucht würden als geplant. Weil es in diesem Bereich aber auch Posten gibt, die nicht voll ausgeschöpft werden müssen, geht die Verwaltung derzeit davon aus, dass das Jugendhilfebudget um 1,9 Millionen Euro überzogen werden muss. Im Sommer wurde auch der gesamte Haushalt 2026 noch einmal nach Einsparmöglichkeiten durchkämmt. Das Ergebnis: 3,5 Millionen könnten gespart werden. Bliebe also ein Puffer von 1,6 Millionen. Dieser solle dazu dienen, das Defizit in den Planungen für 2027 zu verringern. „Das hilft etwas, reicht aber nicht, um die noch vorhandene Lücke zu schließen“, betonte Pilgram.