Nächste Hitzewelle erfasst Deutschland: Heat Dome außer Kontrolle – bis zu 40 Grad und sieben Glutwüstentage

Stand: 11.07.2026, 09:43 Uhr

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Die nächste Hitzewalze rollt heran. Im Südwesten fast 40 Grad, nachts kaum Abkühlung. Die Waldbrandgefahr steigt. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Über Südwesteuropa baut sich in den kommenden Tagen ein mächtiger Heat Dome auf, eine Art Wärmeglocke, unter der sich die Luft immer weiter aufheizt. Deutschland liegt am östlichen Rand dieser Konstruktion, und genau das ist der Punkt: Wer glaubt, am Rand käme man glimpflich davon, irrt gewaltig. Ausgerechnet der Südwesten bekommt die volle Ladung ab.

Die Temperaturanomalie am Mittwoch (15. Juli)

Die positive Temperaturanomalie über West- und Mitteleuropa ist in den kommenden Tagen extrem. © METEORED/www.daswetter.com

Bis weit in die kommende Woche hinein bleibt die Luft praktisch stehen. Kein Tief, kein Trog, kein Durchzug. Die Sonne knallt Tag für Tag auf ausgetrocknete Böden, und was gestern schon heiß war, wird morgen noch heißer. Meteorologen nennen das Erhaltungsneigung. Alle anderen nennen es einfach zermürbend.

Am Rand der Glutglocke: Fünf bis sieben Wüstentage in Folge

Die Zahlen sind heftig. Verbreitet sind sieben bis neun Hitzetage am Stück in Sicht, also mindestens 30 Grad, ohne Unterbrechung. Regional, besonders zwischen Oberrhein, Pfalz und Rhein-Main, kommen fünf bis sieben Wüstentage dazu, also 35 Grad und mehr. Am Mittwoch sind entlang des Rheingrabens knapp 40 Grad drin. Nachts wird es kaum besser: In den Innenstädten sinken die Werte lokal nicht mehr unter 25 Grad, das sind Tropennächte der übelsten Sorte.

Der Körper bekommt keine Erholungspause, und genau daran liegt es, dass lange Hitzewellen deutlich mehr Menschen umbringen als kurze Spitzen. Schauer oder Gewitter? Fehlanzeige. Die Luftmasse ist zu stabil, es fehlt schlicht der Antrieb.

Waldbrandgefahr steigt rasant

Damit rückt ein zweites Problem in den Vordergrund. Die Vegetation ist nach den vergangenen Wochen bereits ausgedörrt, jeder weitere Sonnentag zieht die Restfeuchte aus Streuschicht und Oberboden. Der Waldbrandgefahrenindex schießt in vielen Regionen in die höchsten Stufen.

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Eine weggeworfene Kippe, ein Funke, ein heißgelaufener Katalysator im trockenen Gras, mehr braucht es nicht. Wer aktuell in den Wald geht, sollte das im Hinterkopf haben.