"Gewinnermentalität"
Hegseth will Hinrichtung von zum Tode Verurteiltem via Livestream übertragen lassen
Die geplante Erschießung des zum Tode verurteilten Fort-Hood-Attentäters Nidal Hasan solle der Öffentlichkeit zugänglich sein, sagt der US-Verteidigungsminister. Er argumentiert mit Abschreckung und Traditionen aus dem Zweiten Weltkrieg
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will die geplante Erschießung eines zum Tode verurteilten Attentäters auf einem Militärstützpunkt öffentlich stattfinden lassen. Man werde dafür sorgen, dass Menschen die Hinrichtung des ehemaligen Militärpsychiaters Nidal Hasan öffentlich beobachten könnten, sagte Hegseth dem rechtskonservativen US-Sender Real America's Voice und dessen Moderator, dem rechtsextremen Influencer Jack Posobiec. "Die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben", so Hegseth. Auch im Zweiten Weltkrieg seien Exekutionen öffentlich gewesen, und damals habe man schließlich noch Gewinnermentalität gehabt, so der Minister.
Die Hinrichtung ist am 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im US-Staat Texas geplant. Hasan hatte dort 2009 das Feuer auf Soldaten eröffnet und 13 Menschen getötet. 32 weitere Menschen wurden verletzt. Der damalige Militärpsychiater wurde 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Hasan gab laut New York Times an, den Angriff im Namen des Jihads, des sogenannten Heiligen Krieges, verübt zu haben. Hegseth kündigte an, die Exekution "an einem Donnerstag um ein Uhr" vorzunehmen, was dem Zeitpunkt der damaligen Tat entpreche.
Art der "Öffentlichkeit" unklar
Öffentliche Erschießungen wurden in den USA unter anderem während des Amerikanischen Bürgerkriegs im 19. Jahrhundert als Abschreckung eingesetzt. Die bisher letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando des US-Militärs fand 1945 statt. Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung in den USA war 1936: Damals wurde im US-Staat Kentucky der wegen Vergewaltigung und Mordes zum Tod verurteilte Rainey Bethea vor rund 20.000 Schaulustigen gehängt. Der massive Andrang und die vorherrschende Volksfeststimmung trugen zur Entscheidung bei, Hinrichtungen künftig abseits der Öffentlichkeit durchführen zu lassen.
Zunächst war unklar, wie genau Hegseth die Exekution öffentlich zu machen plant. Laut der Agentur AP stellte das Pentagon aber später auf Nachfrage klar, dass man die Öffentlichkeit durch Übertragung in einem Livestream teilhaben lassen wolle. In den USA sind dieser Tage wieder Debatten über die Todesstrafe entbrannt, seitdem die Hinrichtung der vor 30 Jahren in Tennessee zum Tode verurteilten Christa Pike vorigen Woche fehlgeschlagen ist. Pike liegt derzeit mit schweren Verletzungen in einem Krankenhaus. (Reuters, red, 9.10.2026)
Forum: 100 Postings
Ihre Meinung zählt.
Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.