"Heikle Phase" sei überstandenPapst spricht wenige Tage nach Lungen-OP zu Tausenden Gläubigen
18.10.2026, 13:43 Uhr
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Jubel und Erleichterung auf dem Petersplatz in Rom: Papst Leo XIV. zeigt sich nach seiner Lungen-Operation lächelnd und mit fester, klarer Stimme am Fenster des Apostolischen Palastes. Wie er medizinisch weiter behandelt wird, bleibt indes abzuwarten.
Fünf Tage nach seiner Lungenkrebs-Operation hat sich Papst Leo XIV. erstmals wieder der Öffentlichkeit gezeigt und eine schrittweise Rückkehr zu seinen Amtsgeschäften angekündigt. Lächelnd und mit fester, klarer Stimme sprach der 71-Jährige vom Fenster des Apostolischen Palastes zu den Gläubigen auf dem Petersplatz im Vatikan.
"Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!", sagte er. "Ich möchte all jenen danken, die in diesen Tagen für mich gebetet haben." Leo XIV. fügte hinzu: "Ich habe eure Unterstützung wirklich gespürt." Die "heikle Phase seiner Erkrankung" sei jetzt überstanden. Als nächstes wolle er seine Arbeit wieder "schrittweise aufnehmen". Tausende Menschen jubelten ihm auf dem Petersplatz zu. "Es lebe der Papst!", skandierten sie.
Einen besonderen Dank richtete der 71-Jährige an die Mitarbeiter des Gemelli-Krankenhauses, in dem ihm am Dienstag ein bösartiger Tumor aus der Lunge entfernt worden war. "Danke für die Unterstützung, ich habe mich denjenigen nahe gefühlt, die diese Krankheit durchmachen", sagte der Papst. Am Samstag war er aus der Klinik entlassen worden.
Um eine vollständige Entfernung eines bösartigen Tumors in der Lunge sicherzustellen, war dem Oberhaupt der katholischen Kirche während eines 90-minütigen Eingriffs der Unterlappen des rechten Lungenflügels entfernt worden. Nach Angaben des Vatikans laufen nun Untersuchungen, die klären sollen, ob sich womöglich Metastasen in anderen Körperteilen gebildet haben. Der Krebs sei aber in einem frühen Stadium erkannt worden, hieß es. Welche weitere Behandlung nach der Entlassung erforderlich ist, wird vermutlich erst nach weiteren Befunden klar.
Die Operation hatte Spekulationen über die Zukunft des bislang 17-monatigen Pontifikats des Oberhaupts von rund 1,4 Milliarden Katholiken ausgelöst. Bis zum 20. Oktober hat Leo alle Audienzen abgesagt. Vom 6. bis zum 17. November ist eine Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru geplant. Der Chirurg Stefano Margaritora, der den Papst operiert hatte, gab grünes Licht dafür. Er glaube, dass der Papst "in etwa zehn Tagen vollständig genesen" sein werde. "Ich würde sagen, dass es keine medizinischen Gründe gibt, warum die Reise nicht stattfinden sollte."
Einen Stellvertreter für das Oberhaupt katholischen Kirche gibt es nicht. Im Falle einer Erkrankung des Papstes arbeitet die Verwaltung des Vatikans regulär weiter. Entscheidungen, die seine Zustimmung erfordern, werden aber aufgeschoben. Leo wurde 1955 als Robert Prevost in Chicago geboren und wirkte jahrzehntelang als Missionar und Bischof in Peru. Dort überlebte er 1985 als junger Priester eine schwere Typhus-Erkrankung.
Leo war im Mai 2025 zum Nachfolger des im Alter von 88 Jahren verstorbenen Papstes Franziskus gewählt worden. Er ist für einen Kirchenführer verhältnismäßig jung. Leo treibt Sport, spielt unter anderem Tennis und ist nicht als Raucher bekannt. Auch gesundheitliche Probleme gab es zuletzt nicht.
Quelle: ntv.de, nbr/dpa/AFP/rts