AUDIO: Im Reich von Zollstocksammler Meyer (2 Min)
Sammelleidenschaft
Stand: 26.09.2026 18:44 Uhr
In der Garage von Helmut Meyer in Großwelka steht kein Auto. Dafür ist kein Platz mehr. Es musste den vielen Zollstöcken weichen, die der Handwerker a.D. in den vergangenen Jahrzehnten gesammelt hat. Auf mehr als 2.000 Stück ist seine Zollstock-Sammlung angewachsen. Und immer noch findet sich ein Plätzchen für ein weiteres Exemplar.
von MDR SACHSEN
Wenn Helmut Meyer in die Stadt fährt, dann hat er stets ein Auge auf die Gesäßtaschen der Handwerker. Das gibt der Rentner unumwunden zu. "Wenn ein Zollstock in der Hosentasche steckt und es ein schöner ist, frage ich gleich, ob er ihn tauschen würde", so Meyer. Meistens kämen sie ins Geschäft. Tatsächlich hat Zollstocksammler Meyer immer ein Exemplar dabei, das er doppelt hat.
Der Beginn der Sammelleidenschaft
Früher war der Handwerker im Messebau tätig und auch auf Messen unterwegs. Irgendwann einmal, beim Gang zur Toilette, habe er bei anderen Ständen geschaut, was die für Zollstöcke haben, so Meyer. Es war der Beginn seiner Sammelleidenschaft.
Zollstöcke über Zollstöcke in der Garage von Helmut Meyer. Mehr als 2.000 Stück hat er bisher gesammelt.
Schon bald begann er seine Garage umzurüsten: An die Wände montierte er Lochplatten. Und weil der Platz bald nicht mehr ausreichte, montierte er schiebetürengleich weitere Lochplatten davor. Darauf hat er seine gesammelten Zollstöcke befestigt - akkurat aufgereiht und nach Gewerk sortiert. "Hier sind die Elektriker, das sind hier die Heizungsmonteure, die Malergewerke und dahinter sind die Fliesenleger", erklärt er.
Hier sind die Elektriker, das sind hier die Heizungsmonteure, die Malergewerke und dahinter sind die Fliesenleger. Zollstock-Sammler Helmut Meyer
Einige Zollstöcke haben selbst traditionsreiche Betriebe überlebt: "160 Jahre Waggonbau Görlitz" steht zum Beispiel auf einem der Zollstöcke. Auch ein alter DDR-Zollstock findet sich in der Sammlung "Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf", liest Meyer mit einem verschmitzten Lächeln vor.
Familie sammelt fleißig mit
Seine Familie hat er schon vor ein paar Jahren mit seiner Sammelleidenschaft angesteckt. Von Reisen bringen sie ihm hin und wieder ein neues Exemplar mit. So haben es auch Zollstöcke aus der Schweiz und aus Schweden in seine Sammlung geschafft. Und er freut sich immer über weitere Exemplare. Noch sei Platz für 80 weitere Zollstöcke.
Die einzelnen Lochplattenwände lassen sich verschieben und geben den Blick frei auf weitere Zollstöcke.
Die Zollstocksammlung als Rückzugsort und Wohlfühloase
Die Zollstock-Garage, die einem gut sortierten Sammelsurium gleicht, ist Meyers Refugium. Manchmal zieht er sich in "seine" Ecke zurück, macht es sich auf seinem Campingstuhl bequem mit einen Bierchen in der Hand, lässt seinen Blick über seine Sammlung schweifen: "Wie herrlich ist es, nichts zu tun, und dann vom Nichtstun auszuruhen", sein Motto erzählt er.
Helmut Meyers Zollstock-Garage ist gleichzeitig sein Rückszugsort.
Ein absolutes "No go"
Bleibt noch eine Frage offen: Wie hält er`s damit, wenn er beim Werkeln seinen Zollstock mal verlegt hat? Für diesen Fall habe er eine Schublade mit den Ersatz-Zollstöcken. Seine Zollstöcke an der Wand werden nicht angerührt. "Es sind und bleiben Ausstellungsstücke", sagt er. Und die dürften nicht zerkratzt werden. Da ist Sammler Helmut Meyer eisern.
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